07. September 2018, 22:01 Uhr

Profi-Tipps statt nerviger Klicks

07. September 2018, 22:01 Uhr
Was kann ich? Welcher Beruf oder welches Studium passt zu mir? Voll ist die Albert-Schweitzer-Schule während der Oberstufen-Tage, knapp 400 Schülerinnen und Schüler wollen sich informieren. (Foto: pm)

Was mag ich? Was kann ich? Wo will ich hin? Fragen wie diese stellen sich, je näher der Schulabschluss rückt und je mehr man als junger Erwachsener überlegen muss, wohin die berufliche Reise zumindest für den Anfang gehen soll. Und Angebote gibt es viele. Knapp 400 Schüler der Oberstufenklassen im Vogelsberg – also von der Albert-Schweitzer-Schule, der Alexander-von-Humboldt-Schule, der Max-Eyth- und der Vogelsbergschule – informierten sich jetzt auf Einladung in der Albert-Schweitzer-Schule in Alsfeld.

Diese Info-Tage finden abwechselnd in Alsfeld und am Lauterbacher Gymnasium statt und sind Teil des Konzeptes der Berufs- und Studienorientierung. Schwerpunkt der Info-Tage ist die Begegnung mit Menschen aus der Praxis.

29 Referenten berichteten aus ihrem Berufsalltag, aber auch vom Weg dorthin, von Aufstiegschancen und Verdienstmöglichkeiten. Daneben gab es Informationen zu FSJ, Bundesfreiwilligendienst oder Auslandsaufenthalt. Hochschulen der Region stellten sich vor, und in einem MINT-Café ging es darum, vermeintlich klassische Männerberufe aus dem Bereich Mathematik - Informatik - Naturwissenschaft - Technik auch jungen Frauen ans Herz zu legen.

Dafür waren eigens weibliche Vertreterinnen aus Berufen dieser Branche nach Alsfeld gekommen, deren Präsentationen aber auch für junge Männer offen und sehr interessant waren. Die Bandbreite der Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten ging von Architektur über Kommunikation bis hin zu Rechtswissenschaften, Sport und Umwelttechnik oder Verpackungsmanagement.

Es waren Vertreter von Polizei und Bundeswehr vor Ort, Mediziner, Informatiker, Finanzfachleute oder Natur- und Sozialwissenschaftler. Überall konnten sich die Schüler informieren – eine einmalige Gelegenheit, wie Holger Palm vom Schulleitungsteam der Albert-Schweitzer-Schule unterstreicht. Für die Schüler sei dies eine einmalige Gelegenheit, sich über die Möglichkeiten nicht nur an den Universitäten zu erkundigen, sondern auch vor Ort. »Sie bekommen diese Informationen aus erster Hand auf dem Silbertablett serviert.« Dies sei auch nötig, so die Meinung der Experten von der Arbeitsagentur.

In den täglichen Treffen hatten Lepper und seine Kollegen Marco Sankewitz und Helga Fuchs viele praktische Tipps für die jungen Erwachsenen. So könne man Infos zu Berufen auch bei Berufsverbänden einholen. Man solle den Einstieg in den Ausbildungs- oder Berufsmarkt schon vor einem eventuellen Auslandsaufenthalt planen und sich gleichzeitig darüber im Klaren sein, dass es wichtig ist, neben aller Zielstrebigkeit auf dem Arbeitsmarkt flexibel zu bleiben.

Gerrit Lepper: »Bei der Wahl der Berufsausbildung fallen viele Faktoren in die Waagschale: Man muss sich fragen ›Was bin ich für ein Lerntyp?‹, ›Muss es eigentlich ein Studium sein oder passt eine Ausbildung besser zu mir?‹, ›Tut mir ein Auslandaufenthalt als Perspektivwechsel gut?‹«

Wie wichtig bei all diesen Fragen die persönliche Ansprache ist, betont Oberstufenleiterin Doris Roth: »Wir ermöglichen die direkte Kontaktaufnahme sowohl zu den Menschen aus der Praxis als auch zu den Vertretern von Bildungseinrichtungen und anderen Organisationen«.

Bei der Fülle der Angebote an künftige Schulabsolventen ist eine gute Hinführung zum Thema bereits in der Schule von großer Bedeutung. Daher forciere das Kultusministerium die Berufs- und Studienorientierung an Schulen sehr, wie Holger Palm darlegt. Beide Gymnasien im Kreis sind hier zertifiziert und leisten für ihre Schülerinnen viel auf diesem Gebiet, unterstreicht Gerrit Lepper. Die jungen Menschen zeigten viel Interesse an der Veranstaltung. Sowohl die Aula als auch die Vortragsräume waren stets gut gefüllt. Nachfragen an die Referenten gab es viele. Die Erfahrung zeigt jedoch: Solche Veranstaltungen kann es nicht genug geben, denn nicht immer ist für Schüler der Oberstufe der Zeitpunkt schon reif, um sich mit der Frage nach der beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen.

Nicht selten sieht man frischgebackene Abiturienten an ihrer alten Schule, die die Studien-Info-Tage noch einmal nutzen. Und obwohl die Experten der Agentur zum frühen Einstieg in das Thema raten, ist es auch dann noch nicht zu spät.

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