09. September 2018, 09:40 Uhr

Windkraft

Reiterinnen entdecken toten Rotmilan unter Windrad

In der vergangenen Woche haben zwei Reiterinnen in der Gemarkung von Homberg-Bleidenrod unter einem Windrad die Überreste eines Raubvogels gefunden.
09. September 2018, 09:40 Uhr
Überreste des toten Rotmilans. Als Ursache vermuten Tierschützer, dass der Vogel in die Windkraftanlage geraten ist. (Foto: pm)

Der Fundort befand sich direkt unter den Rotorenblättern eines Windrades, so dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Kollision kam, wobei der Vogel getroffen wurde und am Boden verstarb.

Der Sachverständige für Vogelschutz der örtlichen Nabu-Gruppe, Karl-Heinz Zobich, bestätigte, dass es sich, um den unter Artenschutz stehenden Rotmilan handelt. Der Rotmilan ist laut Wildtierstiftung, der bei uns am meisten bedrohte Greifvogel durch die Windräder.

Der rasante Anstieg der Windräder in den vergangenen Jahren bedroht vielerorts den hiesigen Bestand der Rotmilane. 50 Prozent des weltweiten Bestandes leben in Deutschland und hier vor allem in den Mittelgebirgen, daher kommt Deutschland eine besondere Rolle beim Schutz des Rotmilans zu.

Der Rotmilan bevorzugt Regionen, die ihm sowohl Wald für die Jungtieraufzucht wie auch einen hohen Grünlandanteil bieten. Die Nahrungssuche findet vorwiegend im Offenland statt und er zeigt gegenüber Windrädern kein Meideverhalten, wodurch ein sehr hohes Kollisionsrisiko besteht. Der Abstand eines Windrades zu einem Horst des Rotmilans beträgt laut Planungsbehörde 1000 Meter. Da das Aktivitätsfeld eines Rotmilans nach Untersuchungen der Flugaktivitäten jedoch erheblich größer ist, fordert die deutsche Wildtierstiftung hingegen mindestens 1500 Meter Abstand.

Tierschützer sind sich einig: Windräder stellen eine starke Beeinträchtigung nicht nur für den Fortbestand der Rotmilane in der hiesigen Gegend dar, sondern auch für viele Vogelarten, die in ihren Bestand bedroht sind, wie etwa Eulen, Falken, Wespenbussard, Schwarzstorch. Auch Fledermäuse seien einem hohen Kollisionsrisiko ausgesetzt. Daher wird der rasante Ausbau der Windenergie von vielen Naturschutzorganisationen mit großer Skepsis gesehen und Nachbesserungen bezüglich des Artenschutzes gefordert.

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