07. September 2018, 12:35 Uhr

Denkmaltag

Homberger Schloss und Brauhaus zu besichtigen

Zum Tag des offenen Denkmals öffnen zehn Gebäude im Kreis, darunter in Homberg das Schloss und das alte Brauhaus. Eine Besonderheit winkt in Alsfeld.
07. September 2018, 12:35 Uhr
In Homberg können am Sonntag nicht nur das Brauhaus, sondern auch das Schloss besucht und der Hohle Baum in Augenschein genommen werden. (Foto: pm)

Am kommenden Sonntag, den 9. September, können erneut Denkmäler besichtigt werden. Der Tag des offenen Denkmals findet bundesweit seit 1993 immer am zweiten Sonntag im September statt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto »Entdecken, was uns verbindet«. Grundgedanke ist es, einmal im Jahr historische Gebäude und Orte zu öffnen, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind (bei Objekten wie Bahnhöfen gilt dies eingeschränkt). Die Öffnung ist in der Regel kostenfrei. Vielerorts warten Sonderführungen, Schauvorführungen und bunte Rahmenprogramme auf die Besucher. So kann man einen Tag lang Denkmalschutz »live« erleben: Restauratoren über die Schulter schauen, archäologische Ausgrabungsstätten erkunden, die sonst verschlossenen Kellergewölbe einer Burg bestaunen und noch vieles mehr. Im Vogelsbergkreis können insgesamt zehn Denkmale besucht werden, darunter sind der Gewölbekeller in Alsfeld und gleich zwei Objekte in Homberg.

In Herbstein kann das Haus Narz in der Obergasse 11 angesehen werden. Es ist das letzte noch ursprünglich erhaltene Haus des zweiten Stadtrings der Ringanlage. Es stammt aus dem Jahr 1449, 1799 wurde die Vorderfont als Fachwerkbau neu verzimmert und das Dach flacher errichtet. Im Inneren des Gebäudes ist eine sogenannte Spolienwand zu entdecken, die nach dem 30-jährigen Krieg von einem repräsentativen Gebäude hierhin verfrachtet wurde. Derzeit läuft die Sanierung, daher sind die einzelnen Bauphasen gut erkennbar (14 bis 17.30 Uhr geöffnet, Führung um 14.30 Uhr). Im Zusammenhang mit dem Haus im zweiten Stadtring kann auch die Stadtmauer besucht werden, die im direkten Anschluss an das Grundstück steht.

In Homberg kann das Alte Brauhaus besucht werden (15 bis 17 Uhr). Ursprünglich handelt es sich bei diesem Gebäude um ein Wachhaus, das im 13. Jahrhundert von außen an die Stadtmauer gesetzt wurde. Später erfolgte der Umbau zum Brauhaus. 1581 wird es als neues Brauhaus urkundlich erwähnt. Der Brauhausturm ist der einzige erhaltene Turm der Stadtmauer. Im Alten Brauhaus befindet sich heute das Stadtmuseum mit Informationen zur Stadtgeschichte. Im alten Verlies des Brauhausturmes befindet sich ein multimediales Museum.

Für Gewölbekeller anmelden

Ebenfalls kann man zum Homberger Schloss gehen und den sogenannten Hohlen Baum in Augenschein nehmen (13 bis 18 Uhr mit Café-Betrieb). Die Schlossanlage ging spätestens um 1200 herum aus der alten Burganlage hervor. Davon sind erhalten sind Ringmauern und Palas mit Nord- und Südflügel. Die ehemalige St.-Georg-Kapelle wurde im 16. Jahrhundert zum Fruchtspeicher umgebaut, der Chorraum ist erhalten. Auf dem Areal befindet sich der Hohle Baum, eine 800 bis 1000 Jahre alte Linde mit etwa zwölf Metern Umfang. Im Obergeschoss läuft noch die Kunstausstellung »Einblicke und Aussichten« – Bilder von Ulrike Schneider und Elsbeth Haak.

Die Stadt Alsfeld wird dieses Jahr mit einem besonderen Beitrag teilnehmen: Erstmals in seiner über 500jährigen Geschichte soll der Gewölbekeller unter dem denkmalgeschützten Beinhaus am Kirchplatz für interessierte Besucher geöffnet werden. Stadtarchivar Dr. Norbert Hansen wird über seine erst kürzlich abgeschlossenen Untersuchungen und Grabungsfunde berichten.

Dazu werden am Sonntag, 9. September um 10, 11.30 und 14.30 Uhr Führungen angeboten. Wegen der beschränkten Räumlichkeit ist eine Begrenzung der einzelnen Besuchergruppen auf 15 Personen erforderlich. Deshalb wird um rechtzeitige telefonische Anmeldung im Tourist Center (Weinhaus, Tel. 182-165) gebeten.

In Lauterbach wird die Stadtkirche geöffnet sein (10 bis 19 Uhr). Sie wurde 1763 bis 68 im sogenannten Markgrafenstil erbaut: barocke Außengestaltung, im Inneren Rokoko, Kanzelwand und Altar aus Stuckmarmor. Epitaphe der Freiherren Riedesel zu Eisenbach. Um 17 Uhr gibt es dort eine Orgelvesper mit anschließender Orgelführung sowie Verkauf von Kuchen und Getränken.

In Schlitz können Interessierte einige Kirchen besuchen: in Hemmen (9 bis 18 Uhr). Die schlichte Dorfkirche von 1821 enthält eine geschnitzte Holzfigur des Dorfheiligen Antonius. Ebenfalls in Schlitz ist die Kirche in Pfordt geöffnet (9 bis 18 Uhr). Die Dorfkirche von 1615 hat die Grundrissform eines griechischen Kreuzes. Weitere geöffnete Kirchen: die Nikolaikirche in Schlitz-Hartershausen (9 bis 18 Uhr) und die Valentinskirche in Üllershausen, hier gibt es unter anderem ein Metall-Erde-Kreuzes der Künstlerin Madeleine Dietz. In Schotten steht die Liebfrauenkirche offen (13 bis 17 Uhr). Sieie wurde 1290-1365 als gotische zweijochige Hallenkirche nach dem Vorbild der Elisabethenkirche in Marburg erbaut.

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