31. August 2018, 05:00 Uhr

Kamax

Bauen für digitale Zukunft in Homberg

Eine Schraube bleibt eine Schraube. Wie man sie in Zeiten des digitalen Wandels effizient herstellt, das ist wichtig. Basis dafür ist ein hochmodernes Ausbildungszentrum. Donnerstag war Richtfest.
31. August 2018, 05:00 Uhr
Drei Millionen Euro investiert: Der kaufmännische Geschäftsführer Christian Diehl und Teilnehmer des Richtfests vor dem neuen Ausbildungszentrum. (Foto: jol)

Feierliche Stimmung in einer stattlichen Halle am Rand der Homberger Kernstadt. Im Rohbau des neuen Ausbildungszentrums feierten am Donnerstag Führungskräfte der Kamax-Holding Richtfest für das neue Ausbildungszentrum. Es ist teil einer Investitionsoffensive, um dem digitalen Wandel in der Autobranche mit modernsten Techniken zu begegnen. So freute sich Christian Diehl auf ein »zukunftsweisendes Ausbildungszentrum«, das Arbeitsplätze mit neuester Technik für Azubis und dual Studierende bietet. Dabei werden Bereiche für Computeranwendungen und Simulationen sowie ein »Kreativraum« mit einer elektronischen Tafel für zeitgemäße Wissensvermittlung sorgen, wie der kaufmännische Geschäftsführer der deutschen Kamax-Werke erläuterte.

»Unser Beirat hat Investitionen in Höhe von insgesamt 35 Mio. Euro bewilligt, um die Werke in Homberg sowie Alsfeld in den nächsten Jahren zu modernisieren, international noch wettbewerbsfähiger zu machen und auch unsere Mitarbeiter auf die Zukunft professioneller vorzubereiten«, sagt der Vorsitzende der Kamax-Holding, Dr. Rolf Hengstenberg. Im ersten Schritt werden drei Millionen Euro für Ausbildungszentrum mit Einrichtung aufgewendet. Dort sind auch Weiterbildungen vorgesehen, denn der technische Wandel in der Branche geht weiter. In dem zweigeschossigen Bau werden auf 1500 Quadratmetern Nutzfläche neben klassischen Ausbildungsmaschinen ein Fünf-Achs-Dreh-/ Fräszentrum, eine computergesteuerte Einstufenpresse mit Roboteranbindung sowie ein Technologiezentrum bereit stehen. Darin entstehen Arbeitsplätze mit Simulations- und Lernsoftware, um den Mitarbeitern den Einstieg in die Welt der Automatisierung und Digitalisierung zu erleichtern.

25 neue Auszubildende

Im Aus- und Weiterbildungszentrum Homberg werden die 25 neuen Auszubildenden und dualen Studenten sowie die Mitarbeiter auch in den neuen Disziplinen Robotik, Automatisierungstechnik und Informatik intensiv und anwendungsnah geschult. Besonders wies Hengstenberg auf den benachbarten Bereich Werkzeugbau hin. Dort hat ein Projektteam in vierjähriger Vorarbeit eine komplett neue Fertigungstechnik entwickelt. »Wir reden von einer Herstellung von Werkzeugen in Stunden statt in Tagen,« sagte Hengstenberg. Damit legt Kamax das Fundament für eine durchgehende Digitalisierungsstrategie in der Fertigung hochfester Verbindungen, also Spezialschrauben, wie sie im Fahrzeugbau eingebaut werden.

Bei der Einführung neuer Techniken müsse man in die Ausbildung und Weiterqualifizierung der Mitarbeiter investieren, fügte der Vorstandschef an. Nur mit sehr gut ausgebildeten Beschäftigten könne das Unternehmen am Standort Deutschland wettbewerbsfähig bleiben.

Homberg unterstützt Kamax

Bürgermeisterin Claudia Blum lobte die hohen Investitionen der Kamax-Holding in Homberg, denn damit bekenne sich das Unternehmen zu dem Vogelsberger Standort. »Kamax gehört zu Homberg,« kaum eine Familie in der Großgemeinde habe keine Verbindung zu dem Werk. Dabei habe das Unternehmen einen »hervorragenden Ruf« und gelte als guter Arbeitgeber. Die Homberger Politik unterstütze Kamax so gut wie möglich, sagte Blum.

Am Rande des Richtfestes erläuterte Diehl, dass der Standort Homberg in der Gruppe bei den Themen Digitalisierung und Automatisierung führend sei. Dabei sind schnell hergestellte Werkzeuge wichtig, um kurzfristig andere Produkte herstellen zu können. Hengstenberg fügte an, dass der Werkzeugbau direkt neben dem Ausbildungszentrum liege. Die Projektgruppe Werkzeugbau hat eine voll automatisierte Anlage entwickelt, »da wird mit höchster Präzision produziert«. Die digitale Technik sei »von großer Bedeutung für uns«. Deshalb werden Azubis aus dem Werk Osterode zeitweise auch in Homberg ausgebildet.

Homberg wird in der Kamax-Welt wichtiger. Das nächste Bauvorhaben entsteht auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Dort entsteht in den nächsten zwei Jahren ein neues Gebäude für die Holding.

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