29. August 2018, 12:00 Uhr

Hilfe

Angela Linker macht nach schwerer Krankheit anderen Mut

Mit einem Knubbel am Ohr fing es an, am Ende erhielt Angela Linker eine niederschmetternde Diagnose. Dass sie alles gut überstanden hat, dabei half auch der Zuspruch von fremden Menschen.
29. August 2018, 12:00 Uhr
Angela Linker, die selber leidenschaftlich gern häkelt, will die ihr widerfahrene Freude gern weitergeben. Deshalb startete sie die Aktionen »Ein Kissen für Dich«. (Foto: hso)

Zuerst war es bei Angela Linker (47) aus Zeilbach nur ein kleiner Knoten hinter dem Ohr. Es folgten Arztbesuche und verschiedene Behandlungen, aber die Schmerzen wurden immer schlimmer. Sie ließ aber nicht locker, um die richtige Diagnose und Behandlung zu bekommen. Das Ergebnis war für sie ein Schock, denn die Diagnose vor sechs Jahren lautete »Ohrspeicheldrüsenkrebs«. Für die junge Frau veränderte sich schlagartig die Welt.

Fragen über Fragen folgten, mit denen sie im Alltag oft allein war. Das war für sie der Auslöser, ihre Gedanken über die Erkrankung mit anderen zu teilen und sie über verschiedene soziale Medien und Foren öffentlich zu machen. Sie verfasste über ihre Erkrankung einen Blog im Internet und was dann im Laufe von Tagen und Wochen folgte, war für sie einfach überwältigend, berichtet Angela Linker.

Schon im Krankenhaus direkt nach der Operation erhielt sie erste Reaktionen. Von wildfremden Menschen bekam sie Mut und Hoffnung in den unterschiedlichen Formen zugesprochen und ebenso brach nach und nach eine regelrechte Päckchenflut über sie herein. Hoffnungslos überfordert sei sie damit gewesen, sagt Angela Linker.

Sie hat aber auch gemerkt, wie viel einem diese kurzen Momente der Ablenkung geben können. »Es gibt da jemanden, der an mich denkt, der sich Gedanken macht und etwas für mich herstellt«. Damit hatte sie in dieser Form nicht gerechnet. In erster Linie waren es Handarbeiten, die bei ihr ankamen und darunter waren sehr, sehr viele Herzen in den unterschiedlichen Ausführungen. Darunter waren gehäkelte, gestrickte, bestickte, geklöppelte und genähte Herzen und noch andere »Mutmacher«. Immer dabei ein kleiner Gruß und Genesungswünsche, die sie in dieser schwierigen Zeit aufbauten und sie weiter im Kampf gegen den Krebs stark machten. Die kleinen Geschenke finden sich überall in ihrem gemütlich eingerichteten Wohnzimmer. Sie hängen im Fenster, an den Wänden und zieren die Möbelstücke.

Inzwischen hat sie den Krebs bezwungen und gilt als geheilt. All das, was sie selbst während ihrer Krankheit immer wieder aufgebaut hat und was ihr zuteil wurde, das will sie nun selbst auch ein kleines Stück weitergeben. »Dass fremde Menschen an mich denken und gedacht haben«, das beeindruckt Angela Linker immer noch. So hat sie in diesem Jahr begonnen, selbst Kissen zu häkeln und diese an krebskranke Menschen zu verschenken. »Mein Bestreben ist es, diese Menschen für einen kurzen Moment aus ihrem Alltag und ihrem Leid und ihren Sorgen herauszureißen, in dem ich sie mit einem Kissen überrasche«.

Ich tue es, weil ich es möchte, betont sie immer wieder. Der größte Dank für mich dabei ist es, wenn sich mein Gegenüber an dem Kissen erfreut und sich bei mir meldet. Rückmeldungen bekommt sie in erster Linie über Facebook unter der Adresse »Ein Kissen für Dich!« Besonders gerührt war sie von einem Brief den eine Mutter für ihr fünfjähriges Mädchen geschrieben hatte. Dabei auch ein Bild wo die Kleine auf ihrem Kissengeschenk friedlich schläft. Ein Dankeschön gibt es für ihre nette Geste immer. Bisher hat sich bei ihr noch niemand nicht bedankt, so Linker weiter. Wer mich unterstützen mag, der teile meine Facebook Seite und nenne mir Kontakte von Personen, die ich überraschen kann, sagt sie abschließend.

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