28. August 2018, 15:13 Uhr

Kommunalpolitik

Kai Widauer neuer Homberger Stadtverordnetenvorsteher

Nach einigen Hindernissen ist Kai Widauer (CDU) am Montag zum neuer Stadtverordnetenvorsteher von Homberg gewählt worden. Das Ergebnis war denkbar knapp.
28. August 2018, 15:13 Uhr
Am Ende Grund zum Strahlen: Bürgermeisterin Claudia Blum gratuliert dem neuen Stadtverordnetenvorsteher Kai Widauer.

Als hätte er etwas geahnt, endete der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Claus Gunkel (SPD) in seiner Begrüßung der Gäste so: Er danke auch speziell den Pressevertretern für »ihre Geduld mit uns.« Nur ganz wenige Tagesordnungspunkte standen am Montagabend bei der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung in der Homberger Stadthalle auf dem Programm, als wichtigster die Wahl des neuen Parlamentsvorstehers. Denn Armin Klein (CDU) hatte nach sieben Jahren im Amt vor einigen Wochen seinen Rückzug erklärt.

Eingangs hatte auch Bürgermeisterin Claudia Blum (SPD) neben einigen anderen vermutet, »dass es heute Abend wohl schnell gehen wird.« Denkste. Von den rund 25 Zuhörern blieben am Ende einige mit Kopfschütteln zurück. Was war passiert?

Der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Gunkel leitete die Sitzung und erklärte gleich, warum er das tat. Eigentlich wäre Jutta Stumpf (parteiloses Mitglied der CDU-Fraktion) als erste Stellvertreterin des Stadtverordnetenvorstehers an der Reihe gewesen. Da sie aber beim Punkt Einwendungen gegen die Niederschrift (der abgesetzt wurde) selbst betroffen war, überließ sie die Leitung bis zur Wahl des neuen Vorstehers Gunkel.

Er erläuterte den Zuhörern, dass man sich nicht zu einer außerordentlichen Sitzung traf, sondern auf Wunsch von acht Stadtverordneten eine reguläre Sitzung einberufen worden war, um den neuen Vorsitzenden zu wählen. Später sah sich Rolf Süßmann (Freie Wähler) noch zum Kommentar veranlasst, es sei gut gewesen, an Montagabend nicht mehr Punkte auf die Tagesordnung zu packen. Denn das Wahlverfahren sollte sich nicht einfach gestalten.

Die CDU als stärkste Fraktion hatte das Vorschlagsrecht und Vorsitzender Norbert Reinhardt nannte Kai Widauer. Dieser sei lange Stadtverordneter, er habe sich einen guten Namen gemacht und als HFA-Vorsitzender gezeigt, dass er schwierige Diskussionen gut leiten kann. Sabine Dörr (Bündnis 90/Die Grünen) nominierte darauf Jutta Stumpf. Diese habe genügend Erfahrung, auch in der Leitung der Sitzungen, und sei durch ihren Beruf als Juristin prädestiniert dafür, das Amt gut ausfüllen zu können. Stumpf ihrerseits dankte dafür, dass man sie vorgeschlagen hatte. Sie stellte aber klar, dass sie nicht zur Verfügung steht. Sie lieferte dazu eine Begründung mit, »das aktuelle Demokratieverständnis hier« hält sie für schwierig. Deshalb wolle sie diesem Parlament derzeit nicht vorstehen, ließ sie wissen. Die Grünen wollten nun ein geheime Wahl, die gestartet wurde. Jeder füllte seinen Wahlzettel aus und man hatte am Ende ein Ergebnis – aber auch den Einwand, dass zwingend mit Wahlkabine und einheitlichem Stift gewählt werden müsse wie bei einer Landtags- oder Bundestagswahl. Also begann das Ganze noch einmal, der Nebenraum wurde zur Wahlkabine, in dem die Stadtverordneten einzeln wählten.

Zwischenzeitlich kam noch bei der CDU-Fraktion Unruhe auf. Sie hatte angesichts einer zu Sitzungsbeginn herrschenden Fraktionsstärke von neun Leuten (eigentlich elf) die akute Sorge, dass es für ihren Kandidaten eng werden könnte, auch wenn die einfache Mehrheit für die Wahl reichte. Von 27 Stadtverordneten waren zunächst 21 da. Kurz vor dem Wahlgang stieß Benjamin Wolf (CDU) zu seinen Kollegen, der vorher offenbar verhindert war. Dies wurde mit einigem Gemurmel oder offenen Unverständnis aus anderen Fraktionen kommentiert.

Nach Abschluss der Wahl zeigte sich, dass die Befürchtungen der CDU nicht unberechtigt waren. Kai Widauer wurde sehr knapp mit zehn Ja-Stimmen zum neuen Stadtverordnetenvorsteher gewählt. Neun Stadtverordnete stimmten mit Nein und drei enthielten sich der Stimme. Während SPD-Vertreter Gunkel von einer »Lehrstunde der Demokratie« sprach, sah mancher das anders. Früher seien die Stadtverordneter immer einstimmig gewählt worden, das nun sei »eine Katastrophe, beklagte Zuhörer Friedhelm Dietz. Tatsächlich war Widauers Amtsvorgänger Klein einstimmig gewählt worden. Aber die Zeiten haben sich bekanntlich geändert.

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