16. August 2018, 12:00 Uhr

Statt Fusion

Bürgermeister-Wahlen in Antrifttal und Kirtorf

Die Fusion zwischen Kirtorf und Antrifttal scheint in unerreichbarer Ferne. Auch klärende Gespräche zwischen den Kontrahenten in der Gemeindevertretung Antrifttal ergaben nur als dürres Ergebnis.
16. August 2018, 12:00 Uhr
Vertreter gegensätzlicher Positionen in Antrifttal: Winfried Konle (l.), Vorsitzender der Gemeindevertretung, und Bürgermeister Dietmar Krist. (Foto: jol)

Abwarten in Antrifttal, Ungeduld in Kirtorf und zwei Bürgermeisterwahlen in Sichtweite. Damit gibt es keine kurzfristige Veränderung zu der Lage nach dem Antrifttaler »Nein« zur Fusion mit Kirtorf am 22. Juni. Damals hatte eine Minderheit von fünf Gemeindeparlamentariern ausgereicht, einen Bürgerentscheid zum Fusionsprozess zu verhindern. Denn es hätte einer Zweidrittel-Mehrheit von zehn Abgeordneten für das Bürgervotum bedürft.

Mit den Folgen befassten sich vor einigen Tagen die Spitzen der Fraktionen, die Ältestenräte. Das Ergebnis in Antrifttal fasst Parlamentsvorsitzender Winfried Konle sehr knapp zusammen: »Der Ältestenrat der Gemeindevertretung Antrifttal hat einvernehmlich einen abgestuften Zeitplan abgesprochen, um das Informationsdefizit einiger Gemeindevertreter aufzuarbeiten und gegenüber den Gremien der Stadt Kirtorf im Gespräch zu bleiben.« Winfried Konle war in der Vergangenheit Befürworter einer zügigen Fusion mit Kirtorf. Er hatte die verfügbaren Informationen als ausreichend angesehen und folgerichtig zum Bürgerentscheid aufzurufen.

Antrifttal wartet auf Infos

Dagegen hatte Bürgermeister Dietmar Krist in der entscheidenden Sitzung dazu aufgerufen, den Bürgerentscheid zu verschieben. Er kritisierte, es lägen nicht genug Informationen zu den Folgen einer möglichen Fusion mit der Nachbarstadt vor. Auf Anfrage der Alsfelder Allgemeinen Zeitung sagte er nun, man müsse erst einmal abwarten, wie es nach der Bürgermeisterwahl in Kirtorf weitergeht und wie sich der Nachfolger von Ulrich Künz positioniert. Künz ist dienstältester Bürgermeister Deutschlands und kann zur Wahl nicht mehr antreten.

Krist bestätigte, dass der Antrifttaler Ältestenrat sich darauf geeinigt habe, die Vorlage weiterer Informationen abzuwarten, bevor man weiter über eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit Kirtorf berate. Dabei gehe es auch um Resultate einer vergleichenden Prüfung in beiden Verwaltungen. Vorteil der jetzigen Situation sei, »wir haben nicht mehr den Zeitdruck durch die Bürgermeisterwahl in Kirtorf im Nacken«. Man könne dann entscheiden, wenn alle Informationen ausgewertet seien. Weniger entspannt sieht die Situation Andreas Herbst, Vorsitzender der CDU/FW-Fraktion im Kirtorfer Parlament. Er kritisiert, dass eine Minderheit in Antrifttal die Bürger daran gehindert hat, »selbst zu entscheiden, ob eine Fusion Sinn macht oder nicht«.

Kirtorf wählt im Dezember

Der Kirtorfer Ältestenrat habe sich nun dafür ausgesprochen, die Bürgermeisterwahl anzugehen. Denn ohne die aufschiebende Wirkung eines Bürgerentscheids muss bis zum 11. Dezember gewählt werden. Herbst sieht »ein klares Signal aus Antrifttal, dass es einer Gruppe von Abgeordneten zu schnell geht.« Dabei gehe es weniger um die Informationen, sondern eher um ihre Weitergabe. Für den Kirtorfer Politiker bleibt die Fusion sinnvoll, so der Eindruck des Fraktionsvorsitzenden, denn kleine Kommunen müssten ihre Kräfte bündeln. Die im Herbst nächsten Jahres anstehende Bürgermeisterwahl in Antrifttal sorge dann noch einmal für eine »neue Situation«.

Bürgermeister Ulrich Künz bestätigte, dass bereits in der nächsten Sitzung der Stadtverordneten über den Termin der Bürgermeisterwahl befunden wird. Es gebe als Terminvorschlag den 9. Dezember. Die Frage der Fusion werde erst später entschieden. Künz nennt den Zusammenschluss vor allem mit Blick auf die dann mögliche Entschuldung um drei Millionen Euro vernünftig.

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