01. August 2018, 21:26 Uhr

Abschied von der Powerpfarrerin

01. August 2018, 21:26 Uhr

»Frau Rieg ist eine Powerfrau. Sie ist couragiert und sie weiß, was sie will. Sie ist klug und engagiert. Sicherlich eine gute Besetzung für Kirtorf.« Mit dieser Empfehlung des damaligen Propstes Klaus Eibach war Mona Rieg vor knapp 15 Jahren in Kitorf und Ober-Gleen gestartet. Nun erinnerte Dekan Jürgen Sauer in seiner Ansprache anlässlich der Verabschiedung Riegs an diese Prophezeiung, die sich mehr als bewahrheitet hatte. Sauer lobte Riegs Engagement, ihre Motivation und den Krafteinsatz – sie habe mit vielen innovativen Ideen gewirkt.

Ein letztes Mal hatte Pfarrerin Mona Rieg am Sonntagnachmittag die Kirche in Ober-Gleen betreten, begleitet vom Dekan, ihren engsten Kollegen Pfarrer Walter Bernbeck, Pfarrer Frank Hammel und ihrem ehemaligen Kollegen Pfarrer Christoph Schulze-Gockel sowie den Kirchenvorständen. Musikalisch eingerahmt wurde der Gottesdienst von Lukas Ruckelshausen an der Orgel sowie dem Kirchenchor.

Jugendarbeit angeschoben

Als erste Rednerin dankte Heike Jacobi, Vorsitzende des Ober-Gleener Kirchenvorstandes, der scheidenden Pfarrerin für die Begleitung der Menschen in den letzten mehr als 14 Jahren. Bevor die Pfarrerin zur Kanzel schritt, griff sie zur Gitarre, um mit den Anwesenden das Glaubensbekenntnis zu singen. Zunächst jedoch würdigte Dekan Dr. Sauer vor der offiziellen Entpflichtung der Pfarrerin deren Leistungen. Besonderes Augenmerk lag auf der Jugendarbeit, die sie mit ihrem Mann Timo Rieg wiederaufgebaut hatte: Pfadfindergruppen, regelmäßige Treffen, große Fahrten. Neben dem normalen Pfarrerinnenalltag habe sie die Kindertagesstätte gemanagt, Vikarinnen und Lektorinnen ausgebildet, führte Sauer aus, dazu habe sie im Dekanatssynodalvorstand (DSV) Verantwortung übernommen.

Mit einem regenbogenfarbigen Schirm als Symbol der Vielfalt dieser Tätigkeiten verabschiedete sich der Dekan von Mona Rieg, nicht ohne ihr auch für ihre Beharrlichkeit im Kampf um die Überwindung von kleinen und großen Ungerechtigkeiten in Kirche und Gesellschaft und ihre manchmal unbequeme Kritik zu danken. Am Ende des Gottesdienstes richtete Rieg selbst sehr persönliche Worte an ihre Gemeinden. Deutlich wurde dabei, wie sehr sie sich den Menschen verbunden fühlt. »Wir haben den Glauben und das Leben geteilt«, schloss sie, »es war eine gute Zeit.«

Den von Dr. Robert Ruckelshausen moderierten Empfang im Mehrgenerationenhaus nutzten eine ganz Reihe Redner, um sich bei Mona Rieg zu verabschieden, sich zu bedanken und ihre Leistung zu würdigen. Sylvia Bräuning, Vorsitzende des DSV, sprach als Erste. Sie bedauert, eine Pfarrerin und Mitwirkende im DSV zu verlieren, die »dem Gremium mit ihren Ideen und ihrer Haltung guttat«. Bürgermeister Ulrich Künz dankte Rieg für ihre Arbeit in den Gemeinden, für ihre Anstöße und Vorhaben, die nicht immer konform mit den Vorstellungen der Kommune gegangen seien. Nichtsdestotrotz habe man stets das Gemeinwohl der Menschen als gemeinsamen Nenner gehabt und Kompromisse gefunden. Dankesworte und gute Wünsche überbrachten sodann Pfarrer Zbigniew Wojcik aus der katholischen Pfarrei Sankt Michael Ruhlkirchen und Franz-Josef Selzer vom Pfarrgemeinderat. Sie lobten Riegs Engagement in der ökumenischen Arbeit und zeigten sich sicher, dass die Pfarrerin Spuren hinterlassen hat. Als Mitarbeiterin und Freundin sprach Christa Eckstein-Pfeil. Hashmatullah Stanikzai dankte Mona Rieg im Namen seiner ganzen Familie, die von September 2017 bis ins Frühjahr 2018 Kirchenasyl in Kirtorf gefunden hatte – eine kurze, doch sehr emotionale Ansprache, die auch die Verbundenheit aller daran beteiligten Helfer unterstrich. Die Kirchenvorstände Ober-Gleens und Kirtorfs würdigten die Person der Pfarrerin im Rahmen einer gespielten Kirchenvorstandssitzung, in der es darum ging, für die Kirchenfrau ein Abschiedsgeschenk zu finden.

Ihre Kollegen Walter Bernbeck, Christoph Schulze-Gockel und Frank Hammel verabschiedeten sich mit einem Gutschein von der Kollegin, die sie in einer sehr persönlichen Ansprache würdigten. Es sei eine inspirierende Zusammenarbeit gewesen. Die Reihe an Abschiedsworten beendete das Duo Annika2 mit einem Liedbeitrag, den sie für die Pfarrerin zusammengestellt hatten. Annika Fröhlich und Annika Panzer waren Pfarrvikarinnen und hatten einen Teil ihrer Ausbildung bei Mona Rieg genossen.

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