01. August 2018, 12:05 Uhr

Ausstellung

Spannende Perspektivwechsel im Homberger Schloss

Bei der Vernissage für die Ausstellung »Grenzenlos« im Homberger Schoss wollten viele die Arbeiten von Fotokünstler C. A. Barnikol sehen.
01. August 2018, 12:05 Uhr

Jenseits der Perfektion – so stellt sich das Leben in vielerlei Hinsicht manchmal dar. Wie aus auf den ersten Blick nicht perfekten Ausstellungsräumen und Exponaten, die bewusst scheinbar klare Grenzen überschritten haben, eine faszinierende Ausstellung entstehen kann, davon konnten sich die zahlreichen Besucher der Vernissage am Sonntag im Schloss überzeugen.

Im Rahmen der elften Auflage von »Ohm sweet Ohm« hatte die Kommission für Kunst und Kultur den Pohlheimer Fotokünstler C. A. Barnikol für die Ausstellung in den Räumen des Schlosses gewonnen. Dieser hat den besonderen Reiz des alten Gemäuers schnell erkannt und es ist ihm gelungen, die breite Palette seiner Kunstwerke dort in besonderer Weise in Szene zu setzen.

Nach der Begrüßung durch Anne Weißhuhn (Kulturkommission) spannte Michael Lübeck mit seinen einführenden Worten zum Thema »Grenzenlos« einen weiten Bogen über die einzelnen Bereiche der Ausstellung. Diese sind durch unterschiedliche Techniken sehr wohl voneinander abgegrenzt, gleichsam ist aber auch »alles mit allem« verbunden. Der Pfarrer, der als Schulreferent in den Kirchenkreisen Braunfels und Wetzlar tätig ist, zog auch Parallelen zu den menschlichen Grenzen und ermutigte die Ausstellungsbesucher, die eigenen kritisch zu hinterfragen, Perspektiven zu wechseln und mit den Möglichkeiten zu experimentieren – ganz so, wie der Künstler es mit seinen Exponaten aufgezeigt hat.

Spannende Zwischenwürfel

Ausgangspunkt von Barnikols Projekten ist zumeist ein Foto, aufgenommen mit einer besonderen Technik, die Formen, Farben und Strukturen des eigentlichen Objektes verschwinden und neue entstehen lässt. Farbenfrohe Bilder, die Leichtigkeit und Lebensfreude ausdrücken aber auch sehr geheimnisvoll wirken, dominieren den größten Ausstellungsraum.

Hier sieht sich der Betrachter an der Grenze zwischen Fotografie und Malerei. Die Begrenzung der Zweidimensionalität hat Barnikol überwunden, indem er aus den Bilder Skulpturen geformt hat, die auf sehr reizvolle Weise Platz in Kästen, Schubladen, einem alten Koffer und Fachwerken gefunden haben. Auf großes Interesse sind auch die »Zwischenwürfel« gestoßen, bei diesem Projekt wurden drei Viertel eines Bildes so in einen Würfel gefaltet, dass viele neue Bilder und Perspektiven entstehen.

In einem weiteren Raum sind Bilder zu sehen, bei denen die Ausgangsdatei leicht verändert, also eigentlich zerstört wurde. Durch diesen Eingriff sind wiederum neue Bilder entstanden, die die Grenze der Perfektion überschritten haben und dadurch Einblicke in die digitale Welt erlauben.

Sinnbildlich wurden einige mit defekten Computerteilen kombiniert und somit die Vergänglichkeit durch den Prozess der Wandlung ausgedrückt. Überaus interessant fanden die Besucher schließlich auch die Antwort auf die Frage »Wie klingt ein Bild?« Wiederum ausgehend von der Bilddatei hat der Künstler einen Klang erzeugt, der faszinierenderweise das Bild hörbar macht. Auch den umgekehrten Weg hat er beschritten und aus dem Klang eines plätschernden Bachlaufs ein Bild entstehen lassen. Über all dem schweben Fragmente von Fotografien, die Barnikol bei der ersten Besichtigung der Räume gemacht hat und die somit eine Zwischenwelt aus Zeit und Raum spiegeln.

Die sehr gelungene und anregende Ausstellung ist och bis 19.8. sonntags von 14 bis 18 Uhr im Homberger Schloss zu sehen, am 12. und 19.8. steht C. A. Barnikol persönlich für Erläuterungen zur Verfügung. Als besonderes Angebot bietet die Kulturkommission auch Sondertermine nach Vereinbarung an (telefonisch mit Beate Großfelder-Michel zu vereinbaren: 0179/8454658).

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