30. Juli 2018, 21:47 Uhr

Das Konzept geht voll auf

30. Juli 2018, 21:47 Uhr
Beim Helpershainer Bierfest strömen 400 Besucher in das kleine Dörfchen. (Foto: eik)

Wochen- und monatelang fieberte man in Helpershain auf diesen besonderen Tag hin. Aus gutem Grund, denn als im vergangenen Jahr das Bierfest zum ersten Mal ausgetragen wurde, passte einfach alles. Der Ausrichter, der Turnverein (TV), hat ein Fest erfunden, das schon im vergangenen Jahr mehrere Hundert Besucher in das kleine Dorf lockte. Dieses Mal fand das Fest ohne Sternwanderung statt, und es lockte sogar noch mehr Besucher in das beschauliche Dörfchen mit seinen knapp 300 Einwohnern.

In der Dorfmitte fanden sich Jung und Alt ein, Menschen aus Nah und Fern, sogar aus Johannesburg in Südafrika. Das Fest vereint Kneipen- und Biergartenatmosphäre. Extra dafür haben sogar die beiden ehemaligen Kneipen die Pforten geöffnet: die Gaststätte Willi Göbel und die Kneipe bei Karl-Otto Gerhardt. Die beiden Höfe, die gegenüber liegen, verbinden den Ausschank von vier Biersorten. Dabei gab es dieses Jahr nicht nur Bier. Der erste und exklusiv beim Bierfest ausgeschenkte Apfelwein »OldEul« sorgte für Begeisterung unter den Besuchern. Eigens gekeltert von Jörg und Anja Bauer, besticht er durch eine rauchige hölzerne Note. Diese Note erhielt er durch die Reifung im Barriquefass.

Stöffche aus besten Äpfeln

Das »Stöffche« stammt von auserlesenen Äpfeln von Helpershainer Streuobstwiesen. Das Ehepaar Bauer war auch verantwortlich für die regionale Note der angebotenen Biersorten. »Eulenbräu« nennt sich das ebenfalls speziell für das Bierfest gebraute Bier. Aus einer ausgewählten Malzmischung und einem Helpershainer Biohopfen entstand ein obergäriges »India Pale Ale«. Das ist ein helles, etwas stärker eingebrautes Bier und es löscht so manche durstige Kehle. Verstärkung bekamen die Helpershainer Eigenproduktionen vom »Dorfbräuhaus« Landenhausen und der Wiesenmühle Fulda. Vom Dorfbräuhaus stammten zwei verschiedene Biere, die man in Fässern abgeholt hatte. »Rotkehlchen« nennt sich das untergärig gebraute dunkle Bier. Es schimmert tatsächlich leicht rötlich. Das unfiltrierte Bier besticht durch einen malzigen Charakter und Karamelnoten. Wegen einer nur leichten Spundung besitzt es einen geringen Kohlensäuregehalt. Die Besitzer des Dorfbräuhauses aus Landenhausen machten sie vor Ort selbst ein Bild: »Wir sind das erste Mal hier und total überrascht«, war Gunther Thias begeistert. Er finde es klasse, dass Helpershain eine solche Veranstaltung auf die Beine stellt. Viel Lob kam auch von Besuchern aus Frankfurt. Andreas und Petra Schmid waren zum ersten Mal vor Ort. Besonders die familiäre Atmosphäre hat es ihnen angetan. Das zweite angebotene Bier aus Landenhausen war ein naturtrübes helles Pils. Ein weiteres Bier kam von der Wiesenmühle Fulda, das obergärige »Mühlen-Weizen«. Manche wollten durch alle Sorten durchprobieren, um ihren Sieger küren zu können.

Dass es noch einen kleinen »Bonus« gab und ein Apfelwein den Weg aufs Bierfest fand, fand besonders bei der jüngeren Generation Anklang. Einer davon ist Christian Ripp. Er war im letzten Jahr Helfer und hatte alle Hände voll zu tun.

Auch in diesem Jahr gab es viel zu tun und die Arbeit war mit dem vorhandenen Personal gerade so zu stemmen. »Aber es ist uns keiner verdurstet«, bilanzerte der Vorsitzende des TV, Jens Spiegl, zufrieden. Er ist total begeistert vom Bierfest. »Das ist der absolute Hammer«, hört man aus der Nachbarschaft, aus aus Köddingen.

Wer sich etwas Freibier verdienen wollte, der wanderte von seinem Heimatort nach Helpershain. Dabei landeten die Läufer des Fahrzeugservices Hagemann auf Platz 3 (fünf Liter Freibier), die Gruppe aus Eichelhain auf Platz 2 (zehn Liter Freibier) und die über 30 Personen starke Wandergruppe aus Ulrichstein auf Platz 1 (20 Liter Freibier).

Um aus Südafrika anzureisen, schafft man es zu Fuß wohl kaum.

Dennoch wollten sich Susanne und Klaus Reissig dieses Fest nicht entgehen lassen. Für Susanne wurden Kindheits- und Jugenderinnerungen wach, sie stammt aus Helpershain. 1991 ist sie mit ihrem Mann von Raunheim in den Großraum Johannesburg ausgewandert, wo sie als Reiseleiter arbeiten.

Besucher aus Südafrika

Ihre Eltern sind schon 1982 ausgewandert, jedoch war Susanne erst nach dem zweiten Urlaub überzeugt. Mittlerweile ist Südafrika ihre Heimat und sie begeistert deutsche Reisegruppen dafür.

Auch die beiden haben sich durch die Biere probiert und alle für gut befunden. Wenn sie es schaffen, wollen sie auch im nächsten Jahr vorbeikommen. Damit sind sie nicht die einzigen. Auch Uschi Mainz und Michael Rausch, Bekannte der Gäste aus Frankfurt, sagen, »beim nächsten Bierfest sind wir wieder dabei«. Das sei wie Urlaub, sagte Andreas Schmid. Über 1000 Liter Bier wurden am Samstag ausgeschenkt. Essen mit Pulled- Pork-Burgern, Steaks und Flammkuchen rundeten das Ganze perfekt ab.

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