31. Juli 2018, 08:00 Uhr

Müll

In Mücke gibt es Ärger um Abfallkörbe

Mit dieser heftigen Resonanz hat Bürgermeister Andreas Sommer nicht gerechnet. Es hagelte Kritik, nachdem er den Bauhof angewiesen hatte, öffentliche Abfallbehälter in Mücke abzubauen.
31. Juli 2018, 08:00 Uhr
Bürgermeister Andreas Sommer hat nicht erwartet, dass er mit der Ankündigung, dass öffetlcihe Mülleimer entfernt werden, eine solch heftige Debatte lostritt. (Foto: ks)

Gehören Abfallkörbe zur öffentlichen Infrastruktur einer Gemeinde oder nicht? Die Debatte darüber hat Mückes Bürgermeister Andreas Sommer eher unabsichtlich losgetreten. Er hat verfügt, dass viele Abfallkörbe von den Gemeindearbeitern abgebaut werden. Nur auf Friedhöfen und bei Kindergärten sollen die Behälter erhalten bleiben.

Das war zuerst Anwohnern am Holzwiesenteich bei Atzenhain aufgefallen. Sie machen immer wieder mal dort sauber und haben bislang vergessene Picknickreste in die Müllbehälter der Gemeinde geworfen. »Auf einmal waren sie nicht mehr da und es haben sich die Anwohner an mich gewandt,« erinnert sich Ortsvorsteher Thomas Röhrich. Er bemängelt eine »unglückliche Kommunikation«, wenn ein gemeindlicher Service ohne Mitteilung verschwindet.

Auch Jörg Matthias ist auf abgebaute Müllbehälter angesprochen worden. Der Ortsvorsteher von Nieder-Ohmen hat Bürgermeister Sommer eingeschaltet, der wiederum Briefe an die Kritiker geschrieben hat. Die hätten darauf bekundet, sie könnten die Argumente nachvollziehen und wollten den Müll nun zu Hause entsorgen. Matthias freut, dass ein Spender für Hundekot-Beutel aufgehängt werden soll. Gut sei, wenn an Spielplätzen Müllbehälter bleiben.

Mehr Kritik kam zusammen, als Röhrich über eine Online-Plattform das Thema ansprach. Darauf meldeten sich einige Bürgerinnen und Bürger, meist, um ihren Unmut kund zu tun. Auch in persönlichen Gesprächen haben Ortsbewohner dafür votiert, die öffentlichen Mülleimer stehen zu lassen. In die Online-Debatte hat sich auch Bürgermeister Sommer eingeschaltet und dafür geworben, dass die Bürger selbst Verantwortung für ihren Abfall übernehmen. Auf Nachfrage der Allgemeinen gab er zu, »die Wirkung der Aktion unterschätzt« zu haben. Im Grunde sei es doch eine einfache Sache. Jeder habe zu Hause Mülleimer, um Überflüssiges getrennt zu entsorgen. Die Inhalte der Behälter im öffentlichen Raum hingegen müssen durchweg als teurer Restabfall abgefahren werden. »Woher nehmen die Leute den Anspruch darauf, Müll im öffentlichen Raum abzuladen?« sagte Sommer. So habe die Forstverwaltung in den letzten Jahren die Müllbehälter im Staatsforst abgeschafft. Inzwischen hätten sich die Waldbesucher daran gewöhnt, die Abfälle einer Brotzeit wieder mitzunehmen, so wie sie ihren Proviant mitgebracht haben. »Ich möchte gern, dass jeder für seinen Müll verantwortlich zeichnet,« sagt Sommer. Es werde wohl etwas dauern, bis sich die Mücker daran gewöhnt haben, aber Sommer ist zuversichtlich, dass es klappt. Immerhin könne so gespart und das Geld woanders besser eingesetzt werden, etwa in der Grünanlagenpflege. So schätzt er die Kosten für den Mehraufwand im Bauhof auf rund 5000 Euro im Monat. Jährlich wende die Gemeinde an Personalkosten für das Leeren der Müllgefäße 50 000 Euro auf. Denn bislang wurden die Abfallbehälter von den Mitarbeitern an zwei Tagen pro Woche kontrolliert. Dazu kommt die Entsorgung des gesammelten Mülls als Restabfall. Ein besonderes Problem, das diesmal nicht angegangen wird, stelle sich auf den Friedhöfen. In den Grünabfallbehältern finden sich inzwischen so viele Plastik-Übertöpfe für Pflanzen, dass der gesamte Inhalt der Grün-Behälter als teurer Restmüll entsorgt werden muss.

Röhrich kann als Gemeindeparlamentarier nachvollziehen, dass man über die recht teure Entsorgung von Müll aus dem öffentlichen Raum nachdenkt. Er regt an, sich Gedanken zu machen, wo Abfallkörbe sinnvoll sind und wo sie entfernt werden können. Dabei bringt er als Beispiel Besucher der Eisdiele in Nieder-Ohmen. Die holen sich ein Eis und essen es mit den Kindern auf dem nahen Spielplatz - dort sei ein Abfallbehälter sinnvoll.

Klar ist jedenfalls, dass das Thema der öffentlichen Mülleimer nach der Sommerpause im Parlament diskutiert wird. Über die »Mücker Stimme« hatte Sommer den jetzigen Schritt erläutert, er bedauere, dass einige Gefäße schon vorher eingesammelt wurden.

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