26. Juli 2018, 18:41 Uhr

Konkurrenz aus dem Privatpool

26. Juli 2018, 18:41 Uhr
Der Pariser Arthur Lambert und sein Austauschfreund Rudolf Haidu feiern ihr Wiedersehen nach acht Jahren im Alsfelder Freibad. (Foto: A. Kierblewski)

Seit Wochen schon heißes Sommerwetter mit Temperaturen über 30 Grad, das Alsfelder Schwimmbad wird zunehmend beliebter. Schon mehrfach wurde die 1000er Marke in dieser Woche überschritten. »Die Alsfelder brauchen immer ein paar Tage wolkenlosen Himmel und über 30 Grad, bis sie das Freibad so richtig auskosten«, weiß Bäder-Geschäftsführer Ralf Kaufmann aus Erfahrung und freut sich, dass das Wetter in den vergangenen Wochen so beständig ist und die Zahlen stimmen.

Grundsätzlich sind die Besucherzahlen in Freibädern allerdings zurückgegangen (die AAZ berichtete darüber). »Selbst bei diesem schönen Wetter kämpfen viele Freibäder um Badegäste. Sogar die großen Bäder in Stuttgart oder Hamburg haben weniger Gäste, an manchen Tagen hatten wir in diesem Sommer mehr Besucher am gleichen Tag als die Kollegen in den Großstädten«, hat Marketingverantwortliche Anja Kierblewski in Erfahrung gebracht. »Deshalb freut es uns, dass bei uns die Besucherzahlen stimmen – auch wenn es doch noch mehr sein könnten,« wie sie einräumt.

In ihrer Jugendzeit, und das bestätigen auch die Mitarbeiter im Bäderteam und selbst Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule, hat man bei diesem Wetter in den Ferien eigentlich jeden Tag im Freibad verbracht. Selbst wenn Wolken am Himmel waren oder es zwischendrin gewitterte. An die 3000 Besucher am Tag waren keine Seltenheit.

»Dann haben wir uns einfach ins Foyer gestellt oder unter das Vordach der Großsporthalle und gewartet, bis es vorüber war«, erinnert sich das Stadtoberhaupt an seine Sommerferien in der Schulzeit. Heute wird beim ersten Donner das Schwimmbad blitzartig verlassen. »Eine Ansage, dass man aus Sicherheitsgründen für 30 Minuten das Wasser verlassen sollte und das Schwimmbad ist zehn Minuten später wie leer gefegt«, bestätigt Betriebsleiter Waldemar Dullson, der das sehr bedauert, denn erfahrungsgemäß wird es schnell nach einem kurzen Schauer im Sommer wieder richtig schön.

Woran es liegt, lässt sich nur mutmaßen: »Es gibt sicherlich viele unterschiedliche Gründe, warum Freibäder – egal wie attraktiv sie sind – nicht mehr so genutzt werden wie vor einigen Jahren noch«, glaubt Anja Kierblewski. »In der Schulzeit fängt es damit an, dass die Schüler Nachmittagsunterricht haben. Außerdem sind viele Kinder und Jugendliche nicht mehr so gerne draußen, sondern beschäftigen sich lieber mit Computerspielen oder den neuen Medien.«

Zudem würden wieder mehr Familien in den Urlaub fahren und sich einen eigenen Pool im Garten leisten – »es ist einfach bequemer für Eltern, die Kinder im Garten spielend zu wissen als mit ihnen mit Sack und Pack ins Schwimmbad zu fahren.« Dennoch meint sie aus ihrer Erfahrung heraus: »Ein schöner Tag im Freibad mit Freunden ist unersetzlich.«

So sieht es auch Arthur Lambert. Der 27-Jährige war am Mittwoch der 1000ste Besucher im Alsfelder Freibad. »Es war eine ganz spontane Aktion, weil wir gerade zusammen an der Kasse standen, als unsere Mitarbeiterin, die am Info-Stand und Kasse arbeitet, uns zurief, und dass ist der 1000ste Besucher für heute«, erinnert sich Kierblewski. »Wir hielten ihn spontan auf und baten um ein Foto, schließlich sind wir ja immer auf der Suche nach Ideen, um unsere Facebook- und Instagram-Community zu unterhalten.«

Dann die Überraschung: Arthur war kein normaler Gast. Arthur Lambert ist Franzose, direkt aus der Hauptstadt Paris und zu Gast bei Rudolf Haidu in Angenrod.

»Wir haben uns 2006 über einen Schüleraustausch kennengelernt«, erzählt Arthur, der perfekt und fast akzentfrei Deutsch spricht. »Nach acht Jahren haben wir uns jetzt zum ersten Mal wiedergesehen, vor zwölf Jahren war ich das letzte Mal in Alsfeld.« Erst hat Arthur seinen deutschen Freund in Würzburg besucht, jetzt war er noch zwei Tage mit in Alsfeld, der Heimat von Rudolf Haidu. »Es war klar, dass wir bei dem Wetter auch ins Freibad gehen und die Zeit hier genießen«, lacht Haidu, der als 999. Besucher an dem Tag vor seinem französischen Austauschschüler durchs Drehkreuz gegangen ist.

Als kleine Aufmerksamkeit des Hauses – und als Dank für das spontane Foto für die Erlenbad-Community – lud das Team die beiden jungen Männer auf ein kaltes Getränk ein, bevor sie den Rest des Tages inklusive »Sunset Swimming« im Freibad verbrachten.

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