24. Juli 2018, 18:38 Uhr

Hauptumsatz auf Konstabler Wache

24. Juli 2018, 18:38 Uhr

Seit 29 Jahren verkauft der Hof Rühl aus Romrod seine aus der Landwirtschaft produzierten Erzeugnisse direkt an den Endverbraucher. Dies nahmen der hiesige CDU-Landtagsabgeordnete Kurt Wiegel sowie Kandidat Michael Ruhl als Anlass für einen Besuch des Hofladens und des Landwirtschaftsbetriebs.

Ruhl sagte, der Hof Rühl sei ein Paradebeispiel dafür, dass die Marketingstrategie der Direktvermarktung nicht erst vor Kurzem durch die Politik erfunden worden sei. Seit 1989 verkaufe der Hof Wurst- und Fleischwaren an zwei Markttagen auf der Konstabler Wache in Frankfurt und könne damit rund zwei Drittel seines Gesamtumsatzes erzielen. Den Rest des Umsatzes erwirtschafte der Hof durch den seit November 1996 eröffneten Hofladen, informierte Metzgermeister Berthold Rühl die CDU-Politiker.

Dabei lege man großen Wert auf artgerechte Tierhaltung und direkten Kundenkontakt. Die Rinder würden möglichst stressfrei in Offenhaltung auf der Weide leben und nur mit selbst angebauten Futter versorgt, so der Sohn des Metzgermeisters, Berthold Rühl, und der selbstständiger Landwirtschaftsmeister Julian Rühl.

Diese Weidehaltung wirke sich auch auf die Fleischqualität aus. Neben dem Willen zur Direktvermarktung sei aber auch eine gewisse Infrastruktur, wie etwa Schlachthöfe, zum erfolgreichen Erzeugerverkauf nötig, informierte Rühl, der selbst an zwei Tagen der Woche schlachtet und so einer der wenigen ist, die diesen Produktionsschritt noch selbst erledigen.

Nach dem Besuch des gut besuchten Hofladens besichtigten die beiden CDU-Politiker den neuesten Kuhstall des Hofes Rühl. Der junge Landwirtschaftsmeister betreibt dort in der Rinderzucht eine Bio-Landwirtschaft, während die Schweinemast noch konventionell betrieben wird.

Aufgrund der verschärften Kontrollvorschriften habe man bewusst auf die Bio-Vermarktung der Rindfleisch-Produkte verzichtet, welche rund 80 Prozent der Produkte ausmache. Bei der Erläuterung der Betriebsgeschichte betonte Rühl, dass der Betrieb in langsamen Schritten weiter ausgebaut wurde. Ziel sei es nun, den Betrieb auch weiterhin zukunftsfähig zu halten, sodass auch in Zukunft das Unternehmen alle Anforderungen des Endverbrauchers erfüllen könne. Deshalb baut der Metzgermeister mit seinen sechs Angestellten und seinem Sohn seinen Betrieb immer weiter aus.

»Die Politik kann wohl die Rahmenbedingungen und Anreize für die Direktvermarktung von Produkten setzen. Wie der Hof Rühl aber zeigt, sind beachtliches Engagement und Einsatz seitens der Direktvermarkter notwendig«, so Michael Ruhl. Auch sei zu beachten, dass das System der Direktvermarktung trotz der hohen Förderungsmöglichkeiten des Landes nicht in jeder Branche wirtschaftliche Rentabilität sichern könne, ergänzte Wiegel.

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