20. Juli 2018, 08:15 Uhr

Kultur

Karuszel-Verein geht in diesem Jahr in die Vollen

Mancher stolpert über den Namen, andere finden das Programm ziemlich schräg. Aber der Verein Karuszel-Gebirgskulturen hat in Sachen Kultur auf dem Land einiges bewegt.
20. Juli 2018, 08:15 Uhr
Die Sperrmüllpiloten aus den Reihen des Karuszel-Vereins zeigen wie hier beim Mühlenfest in Stumpertenrod Kunst aus Altem und Ausgedientem: Und es dreht sich doch. (Foto: Birgitta Möllermann)

Die »Geburt« des Kulturvereins Karuszel-Gebirgskulturen fand am 19. März 2000 in der Reifekammer der ehemaligen Gebirgs-Molkerei Römer in Ulrichstein im Vogelsberg statt. Dort, wo früher Quark und Käse hergestellt wurde, diskutierte man nun über Kunst, Kultur und Kommerz. Seitdem hat man sich mindestens 216 Mal zum Stammtisch auf Mitteleuropas größtem Vulkangebiet getroffen und dabei bestimmt ebenso viele große und kleine Kulturevents veranstaltet. In diesem Jahr darf’s noch ein bisschen mehr sein: Insgesamt neun von insgesamt 80 Veranstaltungen bestreitet der Verein beim renommierten mittelhessischen Kultursommer.

Hinzu kommen zwölf Treffen auf verschiedenen Plätzen im Vogelsberg mit kleinem vorgeschaltetem Kulturprogramm, zu denen Gäste immer herzlich willkommen sind. Dabei wird das Mittelgebirge in allen möglichen Ebenen erschlossen: in der Landschaft, in der Kultur, in der Architektur, in der Regionalgeschichte und nicht zuletzt in der Kulinarik. Seit Jahren wird zudem vieles vom Fotografen Bodo Runte aus Alsfeld gestaltet. Möglich ist das große Spektrum vor allem mit dem äußerst rührigen Vorstand und durch die sehr unterschiedliche Herkunft der Mitglieder, die das spezielle Angebot von Veranstaltungen realisieren. 90 Prozent von ihnen sind übrigens »Zugereiste«. Manche leben allerdings schon über 30 Jahre im Vogelsberg und fühlen sich im Wechselspiel von Natur und Kultur pudelwohl.

Zum jährlichen Sommerfest hatte man sich wieder an einem besonderen Ort niedergelassen, um Pläne zu schmieden: in der Vogelschmiede auf der Herchenhainer Höhe. Das Bild des Ineinander-Übergehens von verschiedenen Sparten der Kunst und dem kulturellen Austausch unterschiedlicher Künstlern zieht sich wie ein roter Faden durch das Wirken der Karuzsel-Gebirgskulturen. Außerdem sind seit Beginn exklusive Plätze und Veranstaltungsorte immer von großer Bedeutung: Zum Beispiel der Gewölbekeller in Herbstein, die Kapelle auf dem Totenköppel, der Alte Pfarrhof in Holzburg wie auch die alten Schulen in Eichenrod, Meiches und Rainrod. Auch im Rohbau des Vulkaneums in Schotten wurden bereits Veranstaltungen abgehalten.

Hinzu kamen die Weidmühle in Eschenrod, der Galgen bei Hopfmannsfeld sowie die Synagoge in Kestrich und die Weidenkuppel »In Hawei«. Auch das Mausoleum Konradsruhe und das Rindenhäuschen im Schloßpark von Stockhausen standen bereits im Mittelpunkt von Events.

Und wie kam das Karuszel zu seinem Namen? Der Begriff Ka ru s zel ist aus den Anfangsbuchstaben der Molkerei-Besitzer zusammengesetzt. Im Übrigen ist es die ungarische Schreibweise für Karussell.

Zudem haben sich die Macher eine Art Kulturkreisel vorgestellt. Dem längst erloschenen und toten Vulkan soll Vitales und Dynamisches entgegengesetzt werden. Wie zum Beispiel in jedem Sommer beim kultigen Feldataler Mühlenfest, wenn die »Sperrmüllpiloten« alte Röhrenradios, Bügelbretter und manches andere aufbauen, um dem Publikum eine experimentell-chaotische Performance zu bieten.

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