18. Juli 2018, 21:47 Uhr

Weg mit dem Blutgerinnsel

18. Juli 2018, 21:47 Uhr
Dr. I. Typou

Der landläufige Begriff »Schaufensterkrankheit« klingt harmlos. Was sich jedoch dahinter verbirgt, kann sehr gefährlich werden, nämlich verschlossene Blutgefäße. Sie verursachen nicht nur Schmerzen in den Beinen, sodass die Erkrankten – zum Beispiel bei einem Schaufensterbummel – immer wieder stehen bleiben müssen.

Eine verschlossene Halsschlagader etwa kann zu einem Schlaganfall führen, sagt Dr. Ioannis Typou, der neue Gefäßchirurg am Krankenhaus. Der Experte für Gefäßerkrankungen schildert, dass diese Erkrankungen bei etwa fünf Prozent der Bevölkerung vorkommen, jedoch nur etwa ein Drittel der Betroffenen unter Beschwerden leiden.

Typou ist Sektionsleiter der Gefäßchirurgie. Er operiert in den meisten Fällen minimalinvasiv, das bedeutet, dass nur zwei kleine Schnitte gesetzt werden, durch die das verschlossenen Blutgefäß eröffnet und eine Durchblutung wieder gewährleistet werden kann. Der Patient benötigt keine Vollnarkose und kann relativ schnell – in der Regel einen Tag nach der Operation – wieder entlassen werden.

Allerdings: Für diese Methode – also die Behandlung im Gefäß selbst – musste bislang noch ein kleiner Durchfluss im Gefäß vorhanden sein. In Alsfeld können hingegen jetzt auch Gefäße minimalinvasiv operiert werden, die völlig verschlossen sind.

Bei der neuen Methode, dem sogenannten Rotarex-Verfahren, wird das Blutgefäß mit einer kleinen Fräse wieder geöffnet und das Blutgerinnsel in dem Gefäß abgesaugt. Nach dem Rotarex-Verfahren kann dann die normale Behandlung minimalinvasiv fortgesetzt werden, beispielsweise kann ein Stent in das Blutgefäß eingesetzt werden.

»Früher hat man bei völlig verschlossenen Gefäßen minimalinvasiv aufgeben müssen«, betonen Typou und Dr. Steffen Lancee, Chefarzt der Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie. Es musste großflächig offen operiert werden. Dank des neuen Verfahrens gehöre das nun der Vergangenheit an.

»Wir haben die Ausstattung seit einem Monat, die ersten Patienten sind damit behandelt worden und zwar sehr erfolgreich«, freut sich Typou. »Wir sind selbst sehr überrascht über die überaus guten Ergebnisse«, ergänzt Dr. Lancee. Durch die Einführung des neuen Verfahrens können große Operationen unter Vollnarkose in vielen Fällen vermieden werden. »Es ist ein großer Vorteil für die Patienten, wenn sie minimalinvasiv operiert werden können«, unterstreicht Lancee. Auch für das Krankenhaus sei die Anschaffung des Gerätes wirtschaftlich gesehen eine große Bereicherung. (Foto: pm)

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