17. Juli 2018, 12:15 Uhr

Naturschutz

Heimat für Schwalbe und Fledermaus im Homberger Schloss

Das Homberger Schloss ist besonders schwalben- und fledermausfreundlich. Dafür gab es eine Urkunde und der Nabu hofft auf Nachahmer.
17. Juli 2018, 12:15 Uhr
Urkunden vom Nabu für das schwalbenfreundliche Schloss: Willi Bernbeck, Karin Seibert, Herbert Lorenz, Bürgermeisterin Claudia Blum, Stadträtin Barbara Schlemmer, Margarita Lange, Heike Schmied, Karl-Heinz Zobich (v. l.). (Foto: Harald Kraus)

Als Dank dafür, dass sie sich für die Schwalben und Fledermäuse am Schloss engagieren, hat der Naturschutzbund (NABU) Vertreter der Stadt Homberg und der Schlosspatrioten ausgezeichnet. Dieser Tage wurden Urkunden und Plaketten für das »Schwalbenfreundliche Haus« und »Fledermausfreundliches Haus« vergeben. Am Homberger Schloss gibt es Mauersegler-Naturnester- und -kästen sowie Kunstnester für Mehl- und Rauchschwalben. In Absprache mit der Denkmalschutzbehörde werden weitere angebracht. Ebenso wurden Fledermausquartiere und Fledermaushöhlenkästen aufgehängt.

In der Schlossscheune werden auf der obersten Ebene Quartiere für verschiedene Fledermausarten hergestellt. Es werden aber nicht nur Biotope für »Allerweltsarten« geschaffen, sondern auch für die sehr seltene Große Bartfledermaus. Die Tiere wurden bislang leider nur im mumifizierten Zustand gefunden. Die Besonderheit am Schloss ist der Umstand, dass der Gewölbekeller als Winterquartier für seltene Arten wie Braunes und Graues Langohr und die Fransenfledermaus dient. Die Auszeichnung für die Fledermäuse nahmen für den NABU Frau Lange und die für die Schwalben Herr Bernbeck und Herr Zobich vor. Sie haben gemeinsam die Hoffnung, dass es Menschen gibt, die dem guten Beispiel folgen.

Weitere Biotope in Schlossscheune

Mit den Aktionen »Schwalbenfreundliches Haus« und »Fledermausfreundliches Haus« will der NABU diesem Trend entgegenwirken und er zeichnet Menschen aus, die an ihren Häusern die gefiederten Glücksbringer und mit ihren Ohren sehenden nachtaktiven Säugetiere willkommen heißen.

Die NABU-Gruppe Homberg übernimmt als Anerkennung für die über das Normalmaß hinausgehende Duldung der Tiere beim weiteren Ausbau der Schlossscheune für die Biotope den größten Teil der Kosten. »Wo Schwalben am Haus wohnen, geht das Glück nicht verloren«, heißt es in einem alten Sprichwort. Die Fledermäuse wachen ungefähr zeitgleich aus ihrem Winterschlaf auf und besiedeln ihre Sommerquartiere.

Doch so zahlreich wie früher sind die Schwalben und Fledermäuse nicht mehr. »Ihre Zahl geht seit vielen Jahren zurück, auch in Homberg. Eine der Hauptursachen ist der Verlust an Plätzen, an denen sie brüten beziehungsweise ihre Jungen zur Welt bringen können. Außerdem wird ihre Nahrungsgrundlage, die Fluginsekten, knapp«, sagt Karl-Heinz Zobich.

In den Dörfern und Städten verschwinden außerdem zusehends Nester durch unbedachte Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden. Häufig werden die Nester illegal beseitigt – und das, obwohl Schwalben streng geschützt sind und das Zerstören ihrer Brutstätten unter Strafe steht.

Die für die Fledermäuse wichtigen Spaltenquartiere werden bei Gebäudesanierungen oft hermetisch verschlossen. Bauernhöfe unterliegen heute strengeren Hygieneanforderungen als früher. Moderne Viehställe und Scheunen sind oft verschlossen und bieten Schwalben keine Einflugmöglichkeiten mehr. Feldwege, Einfahrten und Dorfplätze werden immer öfter zubetoniert, es fehlen Pfützen und Lehm für den Nestbau. Zudem gibt es durch Monokulturen auf dem Acker, den Rückgang der Weidewirtschaft und den Einsatz von Pestiziden immer weniger Insekten. »Jeder kann mit einfachen Mitteln Schwalben im Haus willkommen heißen: mit Rauputzstreifen oder Brettchen, Kunstnestern und einer Lehmpfütze«, erklärt Willi Bernbeck. Für Fledermäuse gibt es auch an modernen Gebäuden Spalten, hinter denen sie leben und ihre Jungen aufziehen können. Bewerben für die Plakette können sich alle Haus- und Hofbesitzer, die das Brutgeschehen dulden und fördern.

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