12. Juli 2018, 08:00 Uhr

Bürgermeister

Andreas Sommer hat den Traumberuf für Teamworker

Mit 54 Jahren etwas ganz Neues anfangen. Andreas Sommer hat es gewagt und bereut es nach 100 Tagen nicht. Der gelernte Förster ist Bürgermeister in Mücke und setzt vor allem auf Kommunikation.
12. Juli 2018, 08:00 Uhr

Er ist selber schuld: Im Wahlkampf hatte Andreas Sommer den Stellenwert von Ortsbeiräten hervorgehoben. Nach der Wahl bemüht er sich, zu jeder Sitzung zu gehen. Das ging aktuell in mehreren Fällen nicht, weil einige der zwölf Ortsbeiräte zum Nachtragshaushalt zeitgleich tagten.

Aber auch so vergeht kaum ein Arbeitstag unter zwölf Stunden. Der neue Bürgermeister will die Kommunikation nicht nur mit den politischen Gremien verbessern, er hat in den ersten Monaten seit Dienstantritt insbesondere in der Verwaltung neue Abläufe angestoßen. »Das ist nicht so spektakulär«, gesteht Sommer ein, »und man kann nicht so glänzen wie mit einem neuen Baugebiet«. Aber langfristig wird das eine positive Wirkung zeigen, da ist er sich sicher.

Positiv hat sich der Wechsel an der Verwaltungsspitze jedenfalls schon auf die Diskussionen in der Gemeindevertretung ausgewirkt. Wähnten sich die Oppositionsfaktionen aus CDU und Grünen oft nicht umfassend informiert und lieferten sich deshalb mit Amtsvorgänger Matthias Weitzel teilweise heftige verbale Gefechte, so ist inzwischen Ruhe eingekehrt. Und erste Anfragen aus der Koalition nimmt Sommer zum Anlass, bereits im Vorfeld so umfassend zu informieren, dass nicht mehr nachgefragt werden muss. Das gedeihliche Miteinander kommt auch darin zum Ausdruck, dass Sommer bei allen Fraktionen eingeladen war.

Neu in der Verwaltung sind regelmäßige Sitzungen des Gemeindevorstandes alle zwei Wochen (vorher nach Bedarf) und montags bespricht sich Sommer mit den Abteilungsleitern und alle vier Wochen mit den Leitungen der Kindergärten. Eine Versammlung aller Ortsvorsteher soll eingeführt werden. Mit sämtlichen Mitarbeitern hat Sommer schon gesprochen und von einer erheblichen Arbeitsbelastung Kenntnis erhalten.

Unter anderem deswegen und wegen des Bedarfs im Bausektor sucht die Gemeinde befristet eine Fachkraft, die Amtsleiter Thomas Heidlas entlastet. Dem Bauboom darf die Gemeinde nicht abwehrend begegnen, lautet Sommers Philosophie, sondern sie sollte den Schwung aufnehmen und nutzen. Dafür ist übrigens kein Ausweiten des Stellenplanes nötig, es sind im seitherigen genügend Stunden frei, weil viele Stellen nur mit Teilzeitkräften besetzt sind. Besetzt werden müssen noch Positionen wie Datenschutzbeauftragter, Gleichstellungsbeauftragter und Schwerbehindertenvertreter. Diese Funktionen hatte es bisher nicht gegeben.

Was der Nieder-Ohmener Ortsbeirat angestoßen hatte, hat Sommer jetzt aufgegriffen: Im alten Rathaus soll ein Trauzimmer eingerichtet werden. Das altes Museum sei kaum mehr genutzt worden, meinte Sommer, vor einigen Tagen habe man geräumt, was nicht an die Merlauer »Hobstallstowwe« abgegeben werden konnte, wird verwahrt.

Im September soll das neue Trauzimmer vorgestellt werden. Ein solches gibt es jetzt auch ebenerdig und damit barrierefrei in der Verwaltung, denn der Sitzungsraum neben dem Bürgermeister wurde geteilt: ein Raum dient den Eheschließungen, eines dem Hauptamtsleiter. Das seitherige Trauzimmer unter dem Dach – nicht für alle Beteiligten einer Eheschließung erreichbar – wird dann neues Sitzungszimmer.

An einem Ausgleich nach langen Arbeitstagen hat es Sommer in den ersten drei Monaten im neuen Amt etwas gefehlt. So war er kurz vor dem AAZ-Gespräch erstmals wieder in seinem alten Revier Burgwald und hat dabei gleich drei Wildschweine geschossen. Pirsch und das Zerlegen des Wildes sieht er als willkommene körperliche Belastung. Extreme, wie vor Jahren bei drei Marathonläufen in Frankfurt, Berlin und Dresden, sind noch nicht in Sicht, auch nicht die Zeit für die Vorbereitung auf einen 42-Kilometer-Lauf.

Aber trotz der immensen zeitlichen Belastung resümiert Sommer zufrieden: »Es war eine gute Entscheidung, das ist ein Traumberuf mit viel Spaß.«

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