12. Juli 2018, 12:00 Uhr

Demenz

Gefühle bleiben bis zum Schluss erhalten

Der Förderverein Feldatal der Diakoniestation Ohm-Felda zog jetzt Bilanz. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag über Demenz-Erkrankungen mit Tipps für Angehörige.
12. Juli 2018, 12:00 Uhr
Susanne Russlies und Viola Großhaus (im Hintergrund) berichten, dass in Deutschland rund 1,5 Millionen Menschen unter Demenz leiden. (Foto: hso)

Schwerpunktthema bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins der Diakoniestation Ohm/Felda war kürzlich Demenz. Pflegedienstleiterin Susanne Russlies und Stellvertreterin Viola Großhaus informierten über dieses Thema sehr umfassend. Zuvor hatte der Vorsitzende des Fördervereins, Ernst Uwe Offhaus, die Anwesenden begrüßt. Er berichtete, dass der Verein im vergangenen Jahr 3750 Euro an die Diakoniestation gespendet hat.

Aktuell hat der Förderverein 230 Mitglieder Leider ist die Zahl rückläufig, und es werden von Jahr zu Jahr weniger. Drei Werbeaktionen haben nicht den erwünschten Erfolg gehabt. Man müsse gerade die jüngere Generation von der Notwendigkeit der Unterstützung der Diakoniestation überzeugen, sagte Offhaus. Mit einem Jahresbeitrag von zwölf Euro oder auch freiwillig mehr kann man Mitglied werden.

Kassenverwalterin Marlene Hofmann berichtete von einer gesunden Kassenlage, und sie teilte mit, dass sie das Amt nicht mehr ausüben werde. Auf Antrag von Kassenprüfer Herbert Schott erteilte die Versammlung dem Vorstand die Entlastung. Herbert Schott ist nun neuer Rechner.

Im Vortrag berichten Susanne Russlies und Viola Großhaus, dass in Deutschland rund 1,5 Millionen Menschen an Demenz leiden. Demenz gehöre zu den häufigsten Krankheiten im Alter. In deren Verlauf kommt es zu Störungen bei Denkfähigkeit, Orientierung, Sprache und Verhalten. Erkrankte vergessen nicht nur Kleinigkeiten, die alle Menschen teilen, sonder sie vergessen ganze Abläufe wie Schuhe binden oder Kaffee kochen. Demenz ist der Oberbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die mit dem Verlust von geistigen Funktionen einhergehen. Dabei ist die Alzheimer-Demenz mit 70 Prozent die häufigste Form. Typische Verhaltensweisen sind Rastlosigkeit oder eine bestimmte Apathie. Betroffene zeigen kein Interesse mehr an Dingen und Hobbies, die ihnen früher wichtig waren und sind für keinerlei Aktivitäten mehr zu interessieren.

Um Menschen mit Demenz zu verstehen und auf deren Bedürfnisse einzugehen, wurden »zehn Gebote« im Umgang mit Kranken vorgestellt. Menschen mit Demenz seien feinfühlig und ihre Gefühle bleiben bis zum Schluss erhalten, hieß es. Dabei ist es immer gut, sich bei der Begleitung in den Menschen einzufühlen. In der Kommunikation ist die nonverbale Mitteilung besonders wichtig, denn Erkrankte haben Probleme mit der Artikulation von Wörtern und Sätzen und auch beim Hören. Nonverbale Mitteilung erfolgt über Mimik, Gestik und Berührung, Augenkontakt, Körpersprache und auch über den Tonfall. Auch sollte man sogenannte »W-Fragen vermeiden wie »Was möchtest du essen?«, denn diese Fragen können Menschen mit Demenz in der Regel nicht beantworten. Besser sind Fragen, bei denen der Erkrankte mit Ja oder Nein antworten kann.

Der Vortrag löste eine angeregte Diskussion aus, und alle Fragen wurden beantwortet. Russlies verwies noch auf die Betreuungsleistungen und hauswirtschaftlichen Hilfen der Diakoniestation.

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