04. Juli 2018, 08:00 Uhr

Brücke geschenkt

Streit um Altenburger Steg beendet

Erst nach Lieferung des Fußgängersteges über die Schwalm wurde offenbar: Die Qualität stimmte nicht, die Stadt wollte nicht zahlen. Nach drei Jahren Sperre bekommmt die Stadt den Steg kostenfrei.
04. Juli 2018, 08:00 Uhr
Noch ist sie gesperrt, aber das Warten hat bald ein Ende: Die Fußgängerbrücke über die Schwalm in Altenburg. (Foto: pm)

Der jahrelange Streit zwischen der Stadt Alsfeld und der mit dem Bau einer Fußgängerbrücke über die Schwalm in Altenburg beauftragten Firma ist beendet. In ihren jüngsten Sitzungen stimmten der Ortsbeirat Altenburg und der Magistrat der Stadt Alsfeld jeweils einstimmig einem Vergleich mit der Firma Laudemann (Sontra) zu. Demnach wird die Stahlkonstruktion der Brücke, die aus Sicht der Stadt Alsfeld mit einer fehlerhaften Beschichtung ausgeliefert wurde, der Stadt nun kostenfrei überlassen. Außerdem erfolgt eine Grantieverlängerung der Firma für das Stahlbauwerk auf zehn Jahre, abgesichert durch eine Bürgschaft.

Seit 2015 mussten die Bewohner Altenburgs auf die Freigabe der im Rahmen der Dorferneuerung neu gebauten Fußgängerbrücke zwischen Stockwiesenweg und Wehrgasse warten. Grund für die fast dreijährige Sperrung war ein Streit zwischen der beauftragten Firma und der Stadt Alsfeld über die Beschichtung der Brücke.

Stadt bleibt hart

Bestellt worden war das Bauwerk als voll feuerverzinkt und damit besonders korrosionsbeständig. Geliefert wurde es lediglich beschichtet, sodass die Stadt Alsfeld die Abnahme des Bauwerks und die Übernahme der Verkehrssicherungspflicht verweigerte.

Ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren und zähe Vergleichsverhandlungen folgten. Erst nachdem der gerichtlich bestellte Gutachter einwandfrei feststellte, dass, wie von der Stadt Alsfeld bestellt, eine feuerverzinkte Brücke ausführbar gewesen wäre, kam Bewegung in das Verfahren. Durch die Vertreter der Stadt vor die Alternative gestellt, die Brücke wieder abzubauen und feuerverzinkt neu zu liefern oder vollständig auf deren Bezahlung zu verzichten sowie die der Stadt entstandenen Zusatzkosten zu übernehmen, signalisierte die Firma schließlich ein Einlenken. Man verzichtet vollständig auf die Bezahlung der Stahlkonstruktion der Brücke und zahlt der Stadt eine Pauschale für die entstandenen Anwalts- und Verfahrenskosten. Die Stadt muss lediglich die fehlerfrei ausgeführten Fundament- und Erdarbeiten bezahlen.

Das Bauwerk, das inklusive aller Planungs-, Bau- und Vorbereitungsleistungen rund 147 000 Euro kosten sollte, wird die Stadt nach Abzug aller Nachlässe und Fördermittel aus der Dorferneuerung nur 41 661 Euro kosten. Hinzu kommt der geldwerte Vorteil durch eine zehnjährige Garantie für den Stahlbau, die nach der endgültigen Abnahme 2018 beginnt. Ortsvorsteher Ralf Kruse, Bauamtsleiter Tobias Diehl und Bürgermeister Stephan Paule freuen sich über einen »Erfolg auf ganzer Linie«. Es habe sich ausgezahlt, dass die Stadt Alsfeld über die letzten Jahre hinweg hart gegenüber der Firma argumentiert habe. Somit seien die wirtschaftlichen Interessen der Stadt vollständig gewahrt.

Ein Abbau der Betonabsperrungen soll diesen Sommer schnellstmöglich erfolgen, wenn die Endabnahme der Brücke durch das städtische Bauamt erfolgt ist.

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