02. Juli 2018, 21:52 Uhr

»Ich sehe die Königin!«

02. Juli 2018, 21:52 Uhr
Imker Reinhold Wolf erklärt den Kindern den Aufbau des Bienenvolkes und wie man an den leckeren Honig kommt. (Foto: pm)

Beherzt zeigen sich die Kinder am Bienenstock, vor Stichen fürchten sie sich nur ein wenig. Die Drittklässler der Grundschule Kirtorf besuchten an einem Projekttag die Hobby-Imkerei von Reinhold Wolf. Auch der Vorsitzende des Kirtorfer Imkervereines, Günter Lemmer, antwortete geduldig auf die vielen Fragen. Die lerneifrigen Jungs und Mädchen mit Lehrerinnen Hanne Schmidt und Kornelia Weiß freuten sich auf den etwas anderen Unterricht im Schulalltag. Bienenstiche stellten für die Drittklässler kurz vor den großen Sommerferien kein Hindernis dar. Jedenfalls gab dies niemand zu, auch wenn der ein oder andere ein wenig Furcht vor den fliegenden Honiglieferanten hatte.

Nachdem die Grundschüler auf dem Schulgelände aufmerksam dem Summen der zahlreichen Bienen, Hummeln sowie anderer Insekten gelauscht hatten, begann endlich der ersehnte Ausflug. Nach einem Fußmarsch wollten alle die Behausung der Bienen sehen. Die Rucksäcke mussten abgelegt und die Schutzkleidung angezogen werden. Erste Aufgabe war, die Königin unter den Bienen zu finden. Das kleine Bienenvolk konnte im Schaukasten bei der Arbeit beobachtet werden.

Der Vorteil einer solchen Behausung sind die verglasten Seiten, weil diese Bienen und Betrachter gleichermaßen schützen. Es war gar nicht so leicht, auf den mit Bienen besetzten Waben die Stockmutter ausfindig zu machen. Doch plötzlich kam der Aufschrei: »Ich sehe die Königin!«.

Hastig stürmten alle Kinder zum Mitschüler, um ebenfalls einen Blick auf die Königin (auch Weisel genannt) zu werfen. Im weiteren Bienenvolk, was sich als sehr geduldig erwies, erklärte Reinhold Wolf den Unterschied zwischen befruchteten (Stift) und unbefruchteten Eiern. Nach dem Hinweis, dass die Drohnenbrut deutlich größer als die Arbeiterinnenbrut ist, gelang es den neugierigen Kinderaugen schnell, diese erfolgreich voneinander zu unterscheiden. Mit bloßen Fingern konnten die Kinder das mit Bienen überlagerte Rähmchen halten. »Wow! Das ist aber schwer«, war die Antwort, als die mit Honig gefüllte Wabe weitergereicht wurde. Nachdem mit gekonnten Griffen des Imkers die Bienen abgefegt waren, brachte man die Wabe zur Honigschleuder.

Mit einer Entdeckelungsgabel öffnete Imker Günter Lemmer die von Wachsbienen verschlossenen Honigzellen. Die Kinder kosteten den noch ganz frischen Honig mit den Fingern. Aussagen wie »Das ist der beste Honig, den es gibt« ließen die Imkerherzen höher schlagen. Staunend blickten die Schüler zu Lemmer, als er berichtete, dass ein Bienenvolk für ein 500 Gramm schweres Glas Honig etwa 40 000 mal den Stock verlassen muss und dabei sogar eine Strecke zurücklegt, welche dem dreifachen Erdumfang entspricht.

Der sehr gelungene Ausflug endete mit frischen Honigbrötchen als Stärkung nach einem spannenden und lehrreichen Tag.

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