27. Juni 2018, 22:13 Uhr

Lebendiges Miteinander

27. Juni 2018, 22:13 Uhr
Gäste des Kirchweihfestes vor der »Jubilarin«, der Kirche in Zeilbach. (Foto: hso)

Am 24. Juni wird von Christen weltweit der Johannestag begangen. Es handelt sich um einen Sommerfesttag zur Würdigung von Johannes dem Täufer. Als Johannisnacht bezeichnet man die Nacht vom 24. auf den 25. Juni. Das Datum liegt immer um die Sommersonnenwende herum. Immer um diese Zeit feiert die Kirchengemeinde Zeilbach das »Johannesfest« in ihrer Kirche.

In diesem Jahr war es eine ganz besondere Feier, denn man feierte das 350. Kirchweihjubiläum und den 25. Geburtstag des Kirchspiels Ehringshausen, zu dem die Orte Rülfenrod, Ehringshausen, Ermenrod und Zeilbach gehören. Es gab einen Festgottesdienst, bei dem die Musik und die Geschichte der kleinen Kirche ganz im Mittelpunkt standen. In seiner Festpredigt ging Pfarrer Thomas Harsch unter anderem auch auf die Geschichte der Kirche ein.

Wechselvolle Geschichte

Das im 13. Jahrhundert erstmals erwähnte Zeilbach hat eine wechselvolle pfarramtliche Geschichte hinter sich. Zeilbach gehörte mal zu Ober-Ohmen, mal zu Burg-Gemünden. Schließlich gehört es seit 1903 zu Ermenrod und seit 1993 ist es Teil des Kirchspiels Ehringshausen. Die Johanneskirche gehört zu den ältesten erhaltenen Fachwerkkirchen des Kreises. Früher soll auf diesem Platz schon einmal eine Kapelle gestanden haben. Die heutige Kirche wurde 1668 aus Eichenholz gebaut. Durch die Schindeln hat sie ihren typischen Charakter als Fachwerkkirche etwas verloren. Ein Satteldach trägt einen achteckigen Dachreiter mit zwei Glocken aus den Jahren 1668 und 1785.

Im Jahresbericht der Denkmalpflege wird berichtet, dass die letzte Wiederherstellung der »sehr kleinen aber reizvollen Kirche« vorgenommen wurde. Im Zentrum steht ein aus Stein gebauter Altar, den die Heilige Schrift, zwei schlichte Kerzenständer und ein im Jahre 2002 neu angefertigtes Kleeblatt-Kruzifix zieren.

Beachtlich auch die Taufschale mit aufwendigen Text- und Symbolgravierungen, die sich in einem aus Holz gearbeiteten Taufständer befindet. Mehr davon kann der Besucher in einem in jeder Kirche ausgelegten kleinen Kirchenführer erfahren.

Neu ist das im Jahre 2003 eingeweihte bunte Kirchenfenster mit indirekter Beleuchtung. Es zeigt die Taufe Jesu durch Johannes, der der Kirche ihren heutigen Namen gegeben hat.

Als Thomas Harsch in die Gemeinde kam, wurde er vom damaligen Kirchenvorstand gefragt, mit welchem Plan er in die nächsten Jahre gehen wolle. Er habe eine »Festkonzeption«, denn er sei ein Mensch, der gerne feiert, sagte Harsch. Jede Gemeinde solle sich mit einem jährlichen Kirchenfest identifizieren. Dazu gehöre auch, dass jede Kirche einen eigenen Namen hat.

Nun musste noch ein entsprechendes Symbol her und man entschied sich für das Kirchenfenster. Dadurch entstand eine Dynamik, die bis heute anhält, so Pfarrer Thomas Harsch. Man feiert zusammen Feste und sorgt damit für ein lebendiges Gemeindeleben. Die Begeisterung darüber war in der Festpredigt von Harsch deutlich zu spüren.

Küsterin Helga Schneider fand die Idee toll und kreierte einmal folgenden Satz: »Ich danke Pfarrer Harsch für diese tolle Idee. Dadurch ist die Kirche bei uns immer wieder einmal richtig voll!«

Erdbeerbowle muss sein

Auch Organistin Waltraut Schlögel, die diesen Dienst 67 Jahre tut und 42 Jahre im Kirchenvorstand mitgearbeitet hat, berichtete von vielen neuen Impulsen. Sie erzählte von Neuanschaffungen wie die der Paramente, und auch von einigen Baumaßnahmen, wo man sich dem Druck der Kirchenleitung und Denkmalspflege beugen musste.

Wenn wir nicht komplett »verschindelt« hätten, wären keine finanziellen Hilfen geflossen, so Schlögel. Für die besondere Musik sorgten der Kinderchor unter der Leitung von Minette Kraft und der Gospelchor »Swinging Voices« aus Sellnrod unter der Leitung von Dekanatskantor Kiwon Lee.

Die Orgel spielte wie gewohnt Waltraud Schlögel. Zu Beginn begrüßte die Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Christa Erkel, die Festgemeinde. In ihrem Grußwort hob Präses Silvia Bräuning die Vielfalt, die Kirche bietet, hervor. Der Kirchengemeinde überreichte sie ein Geldgeschenk des Dekanates.

Pfarrer Harsch dankte allen Mitwirkenden und ganz besonders den vielen fleißigen Helfern.

Alle waren danach ins Dorfgemeinschaftshaus zum Mittagessen eingeladen und später gab es vor Kaffee und Kuchen dann die schon traditionelle Erdbeerbowle.

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