27. Juni 2018, 12:00 Uhr

Kommunen

In den nächsten drei Jahren keine Fusion

Waren Antrifttaler Politiker aus emotionalen Gründen gegen eine Fusion mit Kirtorf? Auf jeden Fall ist der Dialog zunächst einmal beendet.
27. Juni 2018, 12:00 Uhr
Nach dem Aus für den Bürgerentscheid zur Fusion (v. l.): Wilhelm Wecker (ekom 21), Dieter Wössner, Kirtorfs Bürgermeister Ulrich Künz, Winfried Konle. (Foto: jol)

Am deutlichsten wird Dieter Wössner in seiner Kritik: »Dietmar und Matthias Krist wollen die Fusion verhindern«. Deshalb will sich der Kirtorfer Stadtverordnetenvorsteher nach Alternativen zu der engen Kooperation mit Antrifttal umsehen, wie er in einem Pressegespräch am Dienstag im Kirtorfer Rathaus ankündigte.

Aus einem Gefühl der Ablehnung heraus hätten sich die fünf Antrifttaler Gemeindevertreter dazu entschlossen, den Fusionsprozess zu Fall zu bringen, war der Tenor des Gesprächs. Bürgermeister Ulrich Künz meinte zwar, man sie in Kirtorf gesprächsbereit, »aber in den nächsten zwei, drei Jahren wird sich nichts tun«. Winfried Konle, Vorsitzender der Gemeindevertretung Antrifttal, glaubt ebenfalls, dass es es irgendwann wieder Gespräche geben wird, aber der optimale Zeitpunkt ist verpasst«. Auch er sieht emotionale Unstimmigkeiten als Grund für die Blockade eines Bürgerentscheids in der Gemeindevertretung. Es gebe drei grundsätzliche Gegner einer solchen Fusion, die weitere mitgezogen hätten, meint Konle. Jedenfalls seien die Vorwürfe, man habe zu wenig Informationen, »absolut falsch«.

Das sagt Wilhelm Wecker, der das Gutachten der Gesellschaft ekom 21 erstellt hat. Er nannte den Vorwurf »unhaltbar«, er habe zu wenig Transparenz zugelassen. Das Gutachten basiere auf Zahlen der genehmigten Haushalte beider Kommunen, die hochgerechnet wurden. Das Ergebnis der Berechnungen sei den Bürgermeistern, dem Lenkungsausschuss mit 17 Parlamentariern aus beiden Kommunen und in einer gemeinsamen Sitzung beider Parlamente erläutert worden. Wenn Bürgermeister Krist gesagt hätte, da fehlt etwas, »hätten wir das eingepflegt«, aber es kam nichts. Wecker hat eine solche Kritik an einem Gutachten bei anderen Fusionsbestrebungen nicht gehört. Er verwies darauf, das eine Übergangszeit nach einem Fusionsbeschluss vorgesehen sei. Dann könnten Satzungen angepasst werden. Die Fusion sei notwendig, um eine zukunftsfähige Verwaltung zu erhalten. Die Mitarbeiter müssten immer mehr Spezialkenntnisse in ihren Arbeitsbereichen aufweisen, das gehe in einer kleinen Verwaltung nicht.

Ulrich Künz bemühte sich, den Beschluss in Antrifttal möglichst sachlich zu kommentieren, aber immer wieder kam Enttäuschung durch. So hätten Dietmar Krist oder Winfried Konle »noch in den Tagen vor der Sitzung mitteilen können, dass man mehr Zeit braucht, dann wäre die Abstimmung verschoben worden«. Er zeigt sich enttäuscht, dass die Bürger keine Möglichkeit haben, Position zu beziehen. Womöglich wolle Dietmar Krist lieber erst die Bürgermeisterwahl in Antrifttal abwarten, bevor er eine Fusion angeht. Die scheint in Antrifttal vor allem bei Jüngeren Befürworter zu haben, wie Konle aus vielen Gesprächen mit Bürgern berichtet.

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