21. Juni 2018, 08:00 Uhr

Feldwege

Homberger Landwirte weisen Kritik zurück

Feldwege sind ein umstrittener Bereich auf dem Land.Die Stadt Homberg stellte dieser Tage gar ein Ultimatum. Das weist der Bleidenröder Ortslandwirt Volker Lein klar zurück.
21. Juni 2018, 08:00 Uhr
Volker Lein am Graben unterhalb Bleidenrods, der deutlich vertieft werden müsste, um abfließende Wassermassen nach einem starken Regen aufnehmen zu können. (Foto: jol)

Der Anwurf des Ordnungsamts ließ Volker Lein keine Ruhe. Der Ortslandwirt von Bleidenrod will den Vorwurf seitens der Stadtverwaltung, die Landwirte ruinierten die Feldwege, nicht hinnehmen. Den hatte das Ordnungsamt kürzlich in einem Schreiben erhoben, über das auch die Alsfelder Allgemeine Zeitung berichtete. Lein nahm nun die Flurkarte seines Ortsteils und maß einmal genau nach, wie viele Meter Feldweg durch Landwirte umgepflügt wurden und er markierte die Wege, die wegen mangelnder Pflege zugewachsen sind.

Das Ergebnis war für den Praktiker erstaunlich, der jeden Tag in der Gemarkung unterwegs ist. Rund 200 Meter Feldweg sind umgepflügt worden, um zwei Parzellen zusammenzulegen, die von dem selben Landwirt bearbeitet werden. Die Stadt habe wiederum rund 3000 Meter Feldwege in der Gemarkung »zuwachsen lassen«.

Lein ärgert sich darüber, dass seitens der Stadt mit dem drohenden Zeigefinger auf Bauern gezeigt wird, aber die Versäumnisse der Stadt nicht beachtet werden. »Ich bin extrem unzufrieden, denn gerade bei den Feldwegen ist das ein Geben und Nehmen,« sagt der Bleidenröder.

Dabei verweist er auf die Feldwegesatzung, die Rechte und Pflichten beschreibt. Darin ist der Passus enthalten, dass ein Bußgeld verhängt werden kann, wenn Feldwege unzulässig beseitigt wurden. Das Paragrafenwerk legt aber ebenso klar fest, dass die Stadt als Eigentümerin der Feldwege für deren Unterhalt zuständig ist. Allerdings gibt es zwei Wege direkt am Ortsrand, die komplett zugewuchert sind. »Es ist Aufgabe der Stadt, dafür zu sorgen, dass sie nicht zuwachsen,« kritisiert Lein.

Er fordert dazu auf, miteinander in Gespräch zu kommen und die Missstände anzusprechen. Dabei gibt Lein durchaus zu, dass es auch ein problematisches Verhalten von Landwirten gibt. Da helfe es aber nicht, eine ultimative Forderung ins Mitteilungsblatt und die Zeitung zu geben – besser sei es, das Gespräch zu suchen.

Dabei müssten sich Stadt und Landwirte zudem über die Pflege von Banketten und Gräben austauschen. Denn gerade die zahlreichen Hochwasser der vergangenen Wochen hätten gezeigt, wie wichtig das Räumen der Gräben und das regelmäßige Abschieben der Banketten ist. Dafür ist laut Satzung die Stadt zuständig. Wenn die Bankette nur abgemäht wird, entsteht ein erhöhter Randstreifen an den Wirtschaftswegen. Bei einem Starkregen wird das Wasser über die Wege geleitet und fließt nicht gleich in die Gräben. Zudem seien an mehreren Wegen die Gräben zugewuchert und nicht ausreichend tief. Als Beispiel führt Lein den Graben unterhalb der Ortslage Bleidenrod an. Der soll das ganze Wasser aus dem Nahbereich der Ortschaft in Richtung Büßfeld aufnehmen, ist dafür aber zu flach. Die 30 Zentimeter reichen nicht bei einem starken »Schutt«, die Sohle müsse einen Meter tief ausgehoben werden, um Regenwasser abzuleiten.

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