20. Juni 2018, 10:22 Uhr

Lebendiger Verein

In Zell sind die Landmädchen los

Statt jahrzehntealtem Trott nachzuhängen, haben die Zeller Landfrauen die Mädchen des Dorfes mobilisiert. Den inzwischen 30 Mädels macht das Spaß, die »alten« Landfrauen werden gefordert.
20. Juni 2018, 10:22 Uhr
Die tanzende Truppe der Landmädchen wird auch gerne in Nachbarorten gesehen, hier beim Maibaumaufstellen in Alsfeld. (Foto: au)

Es kann manchmal so einfach sein: »Mit der Gründung der Zeller Landmädchen wollten wir für die Mädchen in unserem Ort und umliegenden Ortschaften ein spannendes Angebot schaffen und zugleich unseren Landfrauenverein stärken«, berichtet Katharina Kornmann. Die Bäuerin ist Vorsitzende der Landfrauen Zell bei Romrod. Vor fast zwei Jahren war es so weit. Der 1961 gegründete Landfrauenverein lud erstmals Mädchen ein und nennt die aus den ersten Treffen entstandene Gruppe »Zeller Landmädchen«

Das Angebot wurde sehr gut angenommen. Es sei gelungen den Landfrauenverein zu stärken. Im Dorf habe es bereits zwei Gruppen gegeben, die mit Gardetanz und Yoga aktiv waren und dadurch zusammengeschlossen wurden. Den 30 Mädchen im Alter bis dreizehn Jahren werden vielfältige Aktionen angeboten. Sie können das ganze Jahr über beim Kinder-Yoga mitmachen, das immer donnerstags angeboten wird. Im Herbst und Winter wird viel getanzt. Die einstudierten Shows werden bei Faschingsauftritten und auf anderen Bühnen gezeigt. Die Landmädchen studieren Show- und Gardetänze ein. Sie zeigen ihr Können längst über die Zeller Bühnen hinaus. In den Nachbarorten Heimertshausen und Romrod sowie in der Schule und im Kindergarten präsentierten sie schon ihre Tänze. Ein besonderer Höhepunkt für die Kinder war der Auftritt beim Alsfelder Maibaumfest Ende April.

Eis schmeckt in allen Varianten

Für ihre Landmädchen-Idee heimsten die Zeller Landfrauen auch schon einen Preis ein. Sie stellten ihr Angebot beim Mitgliederwettbewerb des Landfrauenverbandes Hessen vor. Für den Aufbau der Kindergruppe erhielten sie als Gewinn eine frühlingshafte Kochaktion, bei der die Landmädchen Ende März gemeinsam im Dorfgemeinschaftshaus Zell eine Mahlzeit zubereiteten. Auf dem Menüplan standen Möhren-Orangen-Ingwer-Suppe, buntes Ofengemüse und Kräuterdipps sowie Joghurt-Eis. All das kochten und schnippelten die Mädchen selbst. »Vor allem vom schnellen Joghurt-Eis in den Geschmacksrichtungen Himbeere, Heidelbeere und Mango waren die jungen Köchinnen begeistert«, erzählen Katharina Kornmann und Sabrina Saupe, die die Landmädchen bei ihren Treffen betreuen und die Vorsitzenden der Zeller Landfrauen sind. Ganz nebenbei lernten die Nachwuchs-Landfrauen wie sie sicher mit Sparschäler und Messer umgehen können. Dabei übten sie den »Krallengriff«, der das Schneiden von Gemüse schneller und sicherer macht. Spielerisch sei das Wissen über Gemüse getestet worden, berichten die Initiatorinnen. Kohlrabi und Kartoffeln kannten fast alle Jungköchinnen, doch Pastinaken waren ihnen eher unbekannt. »Beim Schälen, Schneiden, Abwiegen, Rühren und Abschmecken waren die Mädchen mit Begeisterung dabei«, berichtet Kornmann. Auch das gemeinsame Essen an einem hübsch geschmückten Tisch sei etwas Besonderes gewesen.

Kürbisaktion läuft

Derzeit läuft bei den »Landmädchen« eine Kürbisaktion: Es wurde Samen verteilt, den die Kinder zu Hause in Töpfen keimen lassen und später auf einem Feld weiter wachsen lassen. »Mit solchen Aktionen wollen wir den Kindern die Natur näherbringen«, sagen Kornmann und Saupe. Längst haben die beiden »Mütter« der Landmädchen auch schon Pläne geschmiedet, was 2019 angeboten werden soll. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Landwirten ist eine Radtour durch die Gemarkung geplant, bei der es Informationen über die verschiedenen Getreidesorten sowie Aussaat und Ernte geben wird. »Das Wissen rund um die Landwirtschaft geht zurück, weil es immer weniger Landwirtsfamilien gibt«, sagen die Organisatorinnen.

»Es macht immer Spaß mit den Kindern zu arbeiten und dabei zu sehen mit welch großer Begeisterung die Angebote angenommen werden«, sehen Kornmann und Saupe neben der teils anstrengenden Jugendarbeit auch den emotionalen Gewinn für Frauen.

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