15. Juni 2018, 22:01 Uhr

Viel zu tun, bevor es Geld gibt

15. Juni 2018, 22:01 Uhr
Im Bürgerbüro Feldatal ist Joelle Ritz Ansprechpartnerin für vier Kommunen, die sich auf das gemeinsame Logo auf dem Bildschirm geeinigt haben. (Foto: jol)

Es geht um viel Geld für die Gemeinde Feldatal, doch dafür müssen drei andere Kommunen mitziehen. Das stark verschuldete Feldatal will Mittel aus dem Landesausgleichsstock beantragen, braucht dafür aber schnell den Jahresabschluss 2010 des Haushalts – daran arbeitet die Finanzabteilung des Gemeindeverwaltungsverbands GVV. Deshalb müssen die drei anderen Kommunen einwilligen, wenn eine Mitarbeiterin ihre Arbeitszeit für diesen Jahresabschluss mit vielen Zahlen und seitenlangen Aufstellungen verwendet. Erfreulicherweise ist dem so, wie in der jüngsten Zusammenkunft der GVV-Versammlung deutlich wurde.

In der Feldahalle trafen sich die Vertreter der Parlamente aus Feldatal, Grebenau, Romrod und Schwalmtal, um über die laufende Arbeit zu sprechen und Beschlüsse zum weiteren Vorgehen zu treffen. Ein zentraler Punkt war die finanzielle Seite des Verbands, denn alle vier Kommunen brauchen noch Jahresabschlüsse, um korrekte Haushalte aufstellen zu können. Zur Erinnerung: Die vier Kommunen haben die Verwaltungen zusammengelegt, dabei ist Schwalmtal für den Baubereich, Grebenau für die Hauptverwaltung und Romrod mit Feldatal für die Finanzabteilung zuständig.

Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg (Romrod) berichtete, dass die Mitarbeiter des Bereichs über den Jahresabschlüssen sitzen. Diese enthalten die Bilanz plus Gewinn- und Verlustrechnung der Kommunen. Für Grebenau liegt der Jahresabschluss 2014 beim Rechnungsprüfungsamt, für Romrod ist der für 2012 in Prüfung, aus Schwalmtal und Feldatal sind die Jahresrechnungen von 2010 im Amt. Weil Feldatal einen Antrag auf Zuschuss aus dem Landesausgleichsstock stellen will, muss die Jahresrechnung 2011 bis Monatsende eingereicht werden.

Aufgabenverteilung hat sich bewährt

Bürgermeister Lars Wicke (Grebenau) beruhigte die Abgeordneten, dass die Verwaltung nicht überfordert sei, aber es dauere halt noch. Man spare Geld, indem ein Jahresabschluss nicht für bis zu 10 000 Euro durch externe Büros erstellt werde. Beim Aufarbeiten der Bilanzen seien die GVV-Kommunen in guter Gesellschaft, »80 Prozent der hessischen Kommunen liegen da zurück«.

Eine Folge für die Feldataler ist die Verzögerung beim Aufstellen des Haushalts 2018, wie Bürgermeister Leopold Bach sagte. »Wir arbeiten mit Hochdruck an den Jahresabschlüssen, erst danach kann der Haushalt aufgestellt werden«. Wegen der Bürgermeisterwahl von wenigen Monaten fehlt der Haushaltsplan 2018 immer noch.

Auch in anderen Bereichen kommt der Verband voran. So ist Lars Wicke turnusgemäß zum Vorsteher gewählt worden, der Vorstand setzt sich aus den vier Bürgermeistern zusammen. Wicke berichtete, dass man die bislang von Hand geführten Listen aus den Einzelkommunen nun in elektronische Tabellen überführt. Ziel ist dabei, die Arbeit effektiver zu gestalten. Positiv sei die größere Verwaltung, weil nun ein Auszubildender eher eine Chance auf Übernahme hat.

Wicke stellte auch zwei Änderungen für die Verbandssatzung vor. Demnach müssen die Passagen zum Standesamt und Ordnungsamt angepasst werden. Das Land Hessen habe erst kürzlich die Möglichkeit geschaffen, dass Standesbeamte in einem Verband angestellt sind. Bisher mussten sie bei einer Kommune beschäftigt sein. Auch beim Ordnungsamt geht es um die Zuordnung des Personals zu Verband und Gemeinde. Wicke betonte, dass Kitas und Bauhöfe weiter den Kommunen angegliedert bleiben.

Schwalmtals Bürgermeister Timo Georg ergänzte, dass sich die Aufgabenverteilung im Verband bewähre. So habe man nun zwei ausgebildete Bautechniker, die Ausschreibungen für Bauvorhaben selbst bearbeiten. Bisher war man da auf Fachwissen externer Büros angewiesen.

Man habe nun mehr Sachverstand und könne ungelöste Altfälle wie Grunddienstbarkeiten angehen. Bei den Zuwendungen aus der »Hessenkasse« achte man darauf, dass jede Kommune etwas erhält.

Einstimmig beschlossen wurde eine befristete Stellenausweitung. Weil in eineinhalb Jahren ein Mitarbeiter ausscheidet, soll demnächst ein Nachfolger zum Einarbeiten eingestellt werden. Die zusätzliche Kraft soll im Finanzbereich arbeiten.

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