07. Juni 2018, 05:00 Uhr

Finanzamt

Mit der Steuer kommen die Jobs nach Lauterbach

Wer in Hessen eine Wohnung oder ein Haus kauft, dessen Daten laufen über den Vogelsbergkreis. Dort sitzt seit Januar die hessische Zentralstelle für die Grunderwerbssteuer. Und es gibt einen Neubau.
07. Juni 2018, 05:00 Uhr
Viel zu tun: Über mangelnde Arbeit kann man beim Finanzamt Alsfeld-Lauterbach nicht klagen. (Foto: ks)

Ein bisschen Politiker-Selbstkritik kam schon zum Vorschein, als Hessens Finanzminister Thomas Schäfer am Mittwoch in Lauterbach meinte: »So, das war mal keine Ankündigungsshow, sondern das Land lässt hier echte Taten folgen.« Im kommenden Frühjahr soll der Spatenstich für den Neubau in der Lauterbacher Schillerstraße 15 sein. Er betonte weiter, dass es auf dem Land viel leichter sei als in der Stadt, qualifiziertes Personal für die Finanzbehörden zu finden.

Dem ließ Finanzamts-Vizeleiterin Maren Vestweber gleich ein Lob für die Mitarbeiter folgen. Man habe gleich voller Tatendrang losgelegt und trotz der organisatorischen Herausforderungen, die eine solche Umstellung mit sich bringt, bislang alles gut gemeistert. Die hessische Zentralstelle für die Grunderwerbssteuer hat zwar schon im Januar die Arbeit aufgenommen, muss sich bisher aber mit provisorischen Räumen in der Lauterbacher Innenstadt begnügen. Dort bearbeiten 40 Mitarbeiter derzeit die Grunderwerbssteuerunterlagen aus 13 hessischen Finanzämtern, die übrigen 15 folgen nach und nach. Nach der Fertigstellung werden im Neubau 100 Mitarbeiter arbeiten. Viele Finanzbeamte, die jetzt noch nach Gießen oder bis nach Frankfurt pendeln, können dann heimatnah arbeiten.

Derzeit in fünf Gebäuden

Beim Bauprojekt setzt das Land auf eine öffentlich-private Partnerschaft, es lässt das Gebäude vom Fuldaer Unternehmen Werner Projektentwicklung bauen und mietet es dann an. »Dann geht es mit dem Bau schneller, als wenn der Staat es macht,« sagte Finanzminister Schäfer bei der Unterzeichnung des Mietvertrags. Im neuen Gebäude sollen ab Ende 2020 nicht nur die 100 Beschäftigten der Zentralstelle, sondern alle 160 Mitarbeiter der Steuerverwaltung aus Lauterbach unterkommen, von denen viele derzeit in fünf Gebäuden sitzen.

Der Neubau wird rund zehn Millionen Euro kosten, sagte Richard Nüchter von der beauftragten Firma. Die fünf Gebäude, die zurzeit für die Arbeit des Finanzamtes genutzt werden, sollen nach Bezug des Neubaus verkauft werden. Kritik kommt von den Lauterbacher Grünen, welche die Interessen der Stadtentwicklung nicht ausreichend berücksichtigt sehen. Der jetzige Standort für den Neubau sei nicht optimal, zudem habe mit dem Neubau »eine tolle Entwicklungsmöglichkeit für das marode Bahnhofsgelände bestanden«. Es sei im Vorfeld nach geeigneten Bestandsobjekten geschaut worden, sagten Finanzamtschef Leinweber und Bürgermeister Vollmöller, doch seien diese alle vom Platz her nicht ausreichend gewesen. Der Leiter des Finanzamtes Alsfeld-Lauterbach, Martin Leinweber, meinte zum neuen Tätigkeitsbereich: »Wir sind sehr stolz, dass wir mit dieser Aufgabe betraut werden.« Erste Zahlen aus seinem Haus zeigten, dass man der Tätigkeit gut gewachsen sei. Jetzt freuten sich die Mitarbeiter auf den Neubau. »Das ist ein guter Tag für den Vogelsbergkreis und für Lauterbach,« zeigte sich Landrat Manfred Görig hocherfreut. Das auch angesichts der Aussicht auf 100 Arbeitsplätze für den ländlichen Raum.

Es sei ein wichtiges Signal seitens der Landesbehörden, wenn sie ihre Tätigkeiten in ländliche Regionen verlegen, so Görig. Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller begrüßt das Vorhaben als »Leuchtturmprojekt.«

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