01. Juni 2018, 21:31 Uhr

»Blick in die Zukunft fehlt«

01. Juni 2018, 21:31 Uhr
GKA
Becker

Mit einem neuen, jungen Gesicht wollen Gemündens Sozialdemokraten für ihre Politikvorstellungen werben. Es gehört zu Lukas Becker, den die Mitglieder zum neuen Ortvereinsvorsitzenden gewählt haben. Der 20-Jährige wohnt in Ehringshausen. Nach dem Realschulabschluss hat er eine Ausbildung zum Industriemechaniker in einem Unternehmen in Nieder-Gemünden aufgenommen. Er engangiert sich seit 2015 in der SPD.

Er ist Mitglied des SPD-Kreisvorstands, wirkt auf Kreisebene im Jugendhilfeausschuss mit und sitzt in der Gemeindevertretung. Dort hatte er zu einem Thema geredet dass er im Gespräch gleich aufnimmt: die Straßenbaubeiträge der Bürger. Dass diese abgeschafft werden müssen, ist für ihn keine Frage. Den Kommunen müsse aber eine alternative Finanzierung angeboten werden. Geld genug, rechnet er vor, sei da.

Eine weitere Forderung ist die vollständige Abschaffung der Kindergartengebühren. Dabei soll das Angebot über die garantierte Betreuung für sechs Stunden hinaus gelten. »Eltern, die beide berufstätig sind, brauchen eine bezahlbare Kinderbetreuung für die gesamte Arbeitszeit«, sagt der junge Mann. Soziale Gerechtigkeit ist ihm sehr wichtig.

Neben den Kita-Gebühren nennt er den sozialen Wohnungsbau. »Die Kommunen, vor allem die kleineren, können das Problem nicht allein lösen. Das Land muss Mittel bereitstellen«, so Becker.

Die energetische Modernisierung und eine altersgerechte Gestaltung der Wohnungen sollen berücksichtigt werden. Sieht er hier noch großen Handlungsbedarf unter dem Aspekt der Energiewende, hält er diese an anderer Stelle für weitgehend erledigt, jedenfalls im Vogelsbergkreis. »Wir haben reichlich Windräder aufgestellt, mehr als 200. Aus meiner Sicht ist das genug, jetzt sind andere Landkreise gefordert.« Konkret für seine Heimatgemeinde hat er eine Reihe von Vorschlägen. So hält er einen Radweg auf der ehemaligen Trasse der Ohmtalbahn für eine gute Sache, auch »um den Menschen die Schönheit unserer Gemeinde zu zeigen«. Die letzte Gemeindevertreterversammlung hatte den Ankauf von Grundstücken, die auf dem Gemeindegebiet dazugehören, beschlossen.

»Leider ist im Gemeindevorstand der nötige Zukunftsblick nicht da. Beispielsweise müsste der Wohnmobilstellplatz an der Blauen Lagune attraktiver gemacht werden«, sagt er und bedauert, dass eine Initiative dazu vor einiger Zeit erfolglos war. Mehr Engagement hält er auch im Hinblick auf Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen für nötig. Hier sieht er die Kommune gefordert, den Kontakt zwischen Schulen und Unternehmen zu verbessern.

Der Zuspruch zu Elektroautos ließe sich nach seiner Auffassung deutlich verstärken, wenn es mehr Ladesäulen für die Fahrzeuge geben würde. Eine kleine Gemeinde wie Gemünden könnte sicher mit Hilfe Sponsoren, beispielsweise dem örtlichen Energieversorger, an einer zentralen Stelle eine solche installieren.

Außerdem könne die Nutzung der Dorfgemeinschaftshäuser mit einem freien Internetanschluss attraktiver gemacht werden.

Becker macht deutlich, dass die Entscheidung für ihn nach einer längeren Diskussion gefallen ist. Ihm gehe es nicht darum, mal in der Zeitung zu stehen, sondern darum, »sich dauerhaft für das Wohl der Gemeinde zu engagieren.« Dies sei »nur mit Sparen« wenig Erfolg versprechend, kritisiert Becker die Politik von Bürgermeister Lothar Bott.

Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten müsse mehr investiert werden, »damit die Gemeinde auch in 20 Jahren gut dasteht.«

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