Sogar der Hodscha tanzt mit

08. Mai 2018, 21:38 Uhr
Die Trommelgruppe Bambeto spielt bei der Eröffnung des Freundschaftsfestes auf. (Foto: pm)

Alsfeld (pm). »Natürlich ist Alsfeld multikulturell« – Was Bürgermeister Stephan Paule in einem Gespräch wie eine Selbstverständlichkeit äußerte, das konnte jeder erleben, der am Internationalen Freundschaftsfest teilnahm oder auch nur am Klostergarten vorbeigekommen ist. Denn bei strahlendem Frühlingswetter hatten sich viele multinationale Akteure und viele gutaufgelegte Gäste aus den verschiedensten Nationen eingefunden, um gemeinsam zu feiern, sich auszutauschen, zu genießen und beisammen zu sein. Organisiert hatten das Fest zum wiederholten Mal die lokale und kommunale Koordinationsstellen des Bundesprojektes »Demokratie leben!«, aus dessen Mitteln nicht nur das Fest finanziert wurde, sondern auch viele Einzelprojekte, die sich an diesem Tag vorstellten.

Silvia Lucas und Norbert Kelbassa begrüßten die Gäste, die schon lange vor der offiziellen Eröffnung den Klostergarten bevölkerten. Ihren Begrüßungsworten verlieh die Trommelgruppe »Bambeto« Nachdruck. Rhythmisch und kulturell bunt gemischt, versetzte sie das Fest in den richtigen Beat und die allerbeste Stimmung, der sich niemand entziehen konnte. »Bambeto« ist eines der von »Demokratie leben!« geförderten Projekte, das Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen Herkunftsländern und sozialen Hintergründen das gemeinsame Musizieren näherbringt.

Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak wünschte sich, dass das Fest Tradition werden könnte. Seit 2007 seien im Rahmen von »Demokratie leben!« und den Vorgängerprojekten über 170 Einzelprojekte im Kreis realisiert worden, erinnerte Mischak, der die Arbeit der Aktiven und Ideengeber als herausragend würdigte. »Lassen Sie uns heute über das reden, was uns verbindet«, forderte er die Anwesenden auf, »und nicht darüber, was uns trennt.«

Bürgermeister Paule zeigte sich erfreut über die große Resonanz und die Strahlkraft des Festes. Neben den Akteuren selbst seien auch in verschiedensten Vereinen Aktive im Klostergarten, die sich sicher zu eigenen Aktionen und Projekten inspirieren lassen könnten. Er freue sich auf viele Genüsse und ein tolles Programm, sagte Paule, und diese Freude teilte er mit allen Anwesenden, die bald das köstliche Buffet der islamischen Gemeinde Alsfeld stürmten oder sich die leckeren Kuchen der Bäckerinnen des Internationalen Frauencafés und des Café Global schmecken ließen. Letzteres stellte seine Arbeit an diesem Tag genauso vor wie beispielsweise die Spiel- und Lernstube des Vogelsbergkreises und das Café Online. Für Spaß und Freude bei den Kindern sorgte in bewährter Weise das KAFF-Mobil des Landkreises.

Währenddessen lud draußen die Musik nicht nur die Gäste zum Tanzen ein, sondern war auch das Startzeichen für die türkische Kindertanzgruppe Erik Deli. Die Kinder zeigten einen sehr schönen und auch recht lustigen Auftritt, an dem sich sogar der Hodscha der islamischen Gemeinde beteiligte. Mit viel Musik ging es weiter: Im Zelt bereitete sich die »Creative Band International« auf ihren Auftritt vor. Die Band – ebenfalls ein »Demokratie leben!«-Projekt – vereint Musiker unterschiedlicher Herkunft und stellte eindrücklich unter Beweis, wie schön und verbindend das gemeinsame Musikmachen ist. Für ihre so rockige wie groovige Darbietung erhielten sie viel Applaus, doch schon bald nach ihrem Auftritt verlagerte sich das Interesse nach draußen. Auf der für den Autoverkehr gesperrten Volkmarstraße hatten sich nämlich schon die Tänzerinnen und Tänzer der Linedance-Gruppe der VHS postiert, um eine weitere Facette gut gelaunten, multikulturellen Schaffens in der Region zu präsentieren. Country-Sound und Rockabilly lagen über dem Klostergarten, bevor das Programm wieder eine ganz andere Richtung einschlug.

Mit viel Bewegung ging es danach auf der Bühne im Zelt weiter: Die Tänzerinnen und Tänzer von Soul Dance zeigten, was sie können, und begeisterten das Publikum mit Breakdance und anderen Choreografien. Während sich gegen Abend das Fest dem Ende zuneigte, hatten alle Gäste die Gelegenheit, den Vertretern der islamischen Gemeinde in die Moschee zu folgen und sich dort umzuschauen. Sie konnten mystischer Musik lauschen, einem inszenierten Freitagsgebet in deutscher Sprache folgen und Fragen zum Islam stellen. Und natürlich ließ die Gemeinde ihre Gäste nicht ohne einen Tee in der Teestube der Moschee gehen.

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