26. April 2018, 08:00 Uhr

Radweg

Sicher und entspannt radeln

Seit vielen Jahren bemühen sich Homberg und Gemünden, den Fernradweg R 6 auf die stillgelegte Trasse der Ohmtalbahn umzulegen. Gemünden entscheidet jetzt über den Flächenkauf.
26. April 2018, 08:00 Uhr
Vorsitzender Bernd Harres (l.) führt in die Radwegproblematik ein. Im Hintergrund die Bahnbrücke (l.), an der die Gemeinde nicht interessiert ist. Die rechte Brücke muss für Landwirtschaft und Radler saniert werden. (Fotos: rs)

Was lange währt – wurde dieser Tage immerhin mal besichtigt: Es geht um fast 14 000 Quadratmeter ehemalige Bahntrasse von der Gemarkungsgrenze Homberg bis kurz vor den Bahnhof Nieder-Gemünden. Mitglieder des Gemündener Bauausschusses informierten sich bei einem Ortstermin in der Ohmaue über den Zustand von stillgelegter Trasse und Brücken. Dabei scheute ein großer Teil der Kommunalpolitiker nicht, den mit hohem Gras und teilweise mit Gebüsch zugewachsenen Bahndamm abzulaufen. Sie stiegen über einen Platz mit zur Brennholzverarbeitung abgelängten Stämmen. Auch eine vorher an dem Sägeplatz gesichtete Wildschweinrotte war kein Hinderungsgrund.

Einleitend warb Bürgermeister Lothar Bott für den Verlauf des Radweges auf dem Bahndamm. Denn der Jahrzehnte alte Schotte biete einen soliden Unterbau, der nur etwas verbreitert werden müsste. Unter dem Strich sei das die wirtschaftlichste Lösung. Nach vielen Jahren des Verhandelns mit der Bahn liegt derzeit ein Angebot vor, dass die Gemeinde die fast 14 000 Quadratmeter zu einem Euro erwerben kann.

Von Homberg her verläuft die alte Bahntrasse neben der Ohm unter der Autobahn hindurch. Die Grenze zu Gemünden etwa in Höhe der A 5 überschritten. Rund 200 Meter weiter folgen zwei Brücken, die eine zur Bahn gehörig, die andere im Eigentum der Gemeinde.

Dort sollte nach Vorstellung des Bürgermeisters die kommunale Brücke saniert werden, sie sichert unter anderem einen wichtigen landwirtschaftlichen Verbindungsweg von Burg-Gemünden her, der die schweren Geräte aus der Ortslage heraushält. Ein Landwirt hat an einer Kuppe bereits geschottert, um besser drüber fahren zu können. Die Gemeinde ist nicht an der Nutzung der alten Bahnbrücke interessiert. Was die Kosten angeht, so nannte der Bürgermeister keine Bausummen, er wies auf die Förderquote von zwischen 80 und 85 Prozent hin.

Tobias Reitz von der BGG hatte zu der geplanten Radwegeführung zwei Kritikpunkte: Zum einen wertete er eine Streckenführung weiter im Ohmtal und damit gleich nach der A 5 rechts Richtung Burg-Gemünden abknickend für landschaftlich reizvoller. Der Verlauf sei dann auf dem seitherigen Feldweg, und man könne über eine neue Brücke in Burg-Gemünden etwa in Höhe der Fischer-Werke die Ohm queren.

Zum anderen sieht Reitz die geplante Anbindung des Radweges von der Bahntrasse links hoch zum Bahnübergang der Landstraße unterhalb des Nieder-Gemündener Friedhofes als gefährlich an. Radler würden nach einem Steigungsstück auf den fließenden Verkehr treffen, der Bahnübergang sei so schmal, dass zwei Autos und ein Fahrrad nicht gleichzeitig drüber fahren könnten. Außerdem sei der weitere Straßenverlauf in Nieder-Gemünden bis zum scharfen Abzweig bergab zum Sportplatz und Brühlsteg für Radler gefährlich. Für die Radfahrer in Richtung Homberg sei das Auffahren am Dorfgemeinschaftshaus auf die Landstraße schwierig, zudem werde die folgende Rechtskurve von Autofahrern gerne geschnitten.

Dabei könnten Radler überfahren werden. Beim Ortstermin sah man deutlich, dass die Kurve oft zügig geschnitten wird. Allerdings war kein Radler zur Stelle, die Autofahrer hatten keinen Grund, langsam zu fahren oder auszuweichen.

Andere Kommunalpolitiker meinten, man könne den Straßenverkehr nicht völlig gefahrlos machen, und die genannten Probleme seien nicht so gravierend. Bürgermeister Bott erinnerte an den Vulkanradweg, der bei Herbstein-Rixfeld eine Bundesstraße kreuzt und fügte an, dass nur sein Trassenverlauf ein Maximum an Zuschüssen bedeute. Aus gemeindlicher Sicht gehe es nicht nur um einen Radweg sondern um eine allgemeine Verbesserung der Infrastruktur von mehreren Wegen. Es gelte die vorhandenen Fördertöpfe zu Radwegen und zur Flurneuordnung sinnvoll zu nutzen.

In der Schlussabstimmung sprachen sich die fünf Ausschussmitglieder einstimmig für den Ankauf des Bahngeländes und die Trassenführung wie vom Bürgermeister vorgeschlagen aus. Gemeindevertreter Reitz gehört dem Ausschuss nicht an. Er hat heute Abend Gelegenheit, für seine Sichtweise zu werben, wenn das Thema beraten wird.

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