12. April 2018, 21:31 Uhr

Die rasenden Hebammen

12. April 2018, 21:31 Uhr

Dieser Tage fand die Jahreshauptversammlung des Heimat- und Kulturvereins statt. Nach dem Bericht von Vorsitzendem Horst Blaschko folgte ein Vortrag der Historikerin Dr. Monika Hölscher über die Arbeit der Hebammen auf dem Land. Blaschko dankte den ehrenamtlichen Schloss- und Museumsführern Erwin Norwig, Bernd Rausch und Wilhelm Weidner. Im Rückblick erinnerte Blaschko an die gut besuchte Ausstellung »Verschlossen« mit Zeichnungen von Meta Perschel und Fotografien von Bodo Runte.

Man beteiligte sich an einer Initiative mehrerer Vereine, einen regelmäßigen Live-Musiktreff zu veranstalten. Dieser wurde nach zwei Veranstaltungen wegen geringer Teilnehmerzahlen wieder eingestellt. Im August organisierte der Verein eine Tagesfahrt nach Darmstadt.

Im Oktober fand in der ehemaligen Synagoge die Überreichung eines Bildes der aus Romrod stammenden jüdischen Familie Lorsch statt. Weitere Aktivitäten waren die Überarbeitung eines Textes zur ehemaligen jüdischen Synagoge und die Klärung von Anfragen zu orts- und familiengeschichtlichen Themen.

Für die Zukunft hat man sich vorgenommen, eine Tagesfahrt zu besonderen Plätzen oder Einrichtungen in der Region anzubieten. Außerdem soll die Möglichkeit geschaffen werden, besondere Filme im Schlossmuseum zu zeigen. Auch das Ziel, ein digitales Fotoarchiv aufzubauen, um mit Hilfe der Romröder vorhandene alte Fotografien zu sichern, wird weiterverfolgt.

Vor dem Hintergrund der guten finanziellen Situation des Vereins erinnerte er an die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten, die der Verein allen Interessierten, die künstlerisch oder auf andere Weise kulturell aktiv sein wollen, anbietet. Interessierte können sich unter der 069/855498 oder per E-Mail (horst.blaschko@t-online.de) melden. Im Anschluss berichtete Monika Hölscher über ihre Forschungen zur Arbeit der Hebammen auf dem Land. Dazu wurden auch zwei Töchter der Hebamme Berta Hamel aus Strebendorf begrüßt. Von der Familie hatte die Referentin Material und Fotografien bekommen.

Im Gespann zur Geburt

Der Vortrag schlug einen Bogen vom Umgang mit Geburt in früheren Zeiten bis zur heutigen Situation des Fehlens einer Geburtsstation im Vogelsbergkreis. Sehr anschaulich wurde beschrieben, wie sich die Arbeitssituation der Hebammen darstellte, die zu jeder Tages- und Nachtzeit und bei jedem Wetter ihren Schwangeren zu Hilfe eilen mussten.

Auch Berta Hamel (geboren 1914, gestorben 1994) aus Strebendorf tat dies von 1940 bis 1978 38 Jahre lang, wurde mit Gespann, Motorrad oder Auto abgeholt oder fuhr mit dem Fahrrad und später mit ihrem Motorrad zu den Schwangeren. Im Gespräch wurden aus dem Zuhörerkreis noch interessante Begebenheiten erzählt, da viele Anwesende Berta Hamel selbst erlebt haben, ob als Schwangere oder aber als Kinder, denen von ihr auf die Welt geholfen wurde.

Als wichtiges Fazit blieb die Bewunderung und die Hochachtung vor der Arbeit dieser Frauen. Frauen, die oft noch relativ jung aus ihrem Heimatort zur Ausbildung in die Kliniken großer Städte wie Köln, Wuppertal oder Mainz gingen, um dann zurückzukehren und diese wichtige Arbeit für die Menschen zu leisten.

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