16. März 2018, 20:27 Uhr

Der Terminator würde ölen

16. März 2018, 20:27 Uhr
Übungen zur Schulterfreiheit lässt Dr. Jürgen Ludwig (r.) ebenso in seinen Vortrag einfließen, wie die eine oder andere humorvolle Betrachtung im Zusammenhang mit Arnold Schwarzenegger zum Thema Muskelaufbau. (Foto: pm)

Der Terminator hat Gelenke aus Stahl, ein Tröpfchen Öl reicht da zur Pflege. Ob Arnold Schwarzenegger im echten Leben über Gelenkschmerzen klagt, ist zu vermuten, aber nicht wirklich bekannt. Den Vergleich mit dem ehemaligen Bodybuilder zog kürzlich der Chefarzt der Unfall- und Orthopädischen Chirurgie am Krankenhaus Eichhof in Lauterbach Dr. Jürgen Ludwig heran, um in seinem Vortrag »Wenn die Schulter schmerzt« auf mögliche Diagnosen und Behandlungsmöglichkeiten einzugehen.

Mit gymnastischen Übungen, zu denen er das Publikum aufforderte, und einer Portion Humor widmete sich Dr. Ludwig in seinem Vortrag einem ernsten Thema. Wenn die Schulter schmerzt, gibt es eine Vielzahl von Ursachen. Um herauszufinden, um welche Probleme es sich handelt, müssen zahlreiche Möglichkeiten getestet werden. Es bedarf eines versierten Orthopäden und einer gezielten Befragung zur Krankheitsgeschichte sowie sorgfältiger Untersuchung, um dem Auslöser auf die Spur zu kommen, unter anderem unter Zuhilfenahme von technischem Gerät mit Röntgen-, Ultraschall- oder MRT-Untersuchungen.

»Die Medizin unterscheidet bei derlei Diagnosen zwischen konservativer und operativer Behandlung. Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente und Salben kommen da ebenso zum Einsatz wie Krankengymnastik sowie verschiedene physikalische Therapien wie Elektrotherapie, Ultraschall oder Stoßwelle«, erklärt der Chefarzt. Auch lokale Einspritzung von Kortisonpräparaten oder örtlich wirkende Betäubungsmittel könnten Abhilfe schaffen.

Führe die konservative Behandlung über einen gewissen Zeitraum hinweg zu keiner entscheidenden Besserung, müsse eine operative Maßnahme in Betracht gezogen werden, informierte Dr. Ludwig die Zuhörer. Dabei würden je nach Befund entzündete Teile der Gelenkschleimhaut oder der Schleimbeutel entfernt, ein Teil des äußeren Schlüsselbeins abgetragen, die Sehnenmanschette repariert oder die Schulter wieder stabilisiert. In jedem Fall werde während der Operation eine Mobilisation der Schulter durchgeführt. Dabei würden Verklebungen gelöst, um ein besseres postoperatives Ergebnis zu fördern, informierte der Chirurg. Solche Eingriffe seien im Krankenhaus Eichhof auch ambulant möglich.

Einen Operationstermin kann es auch zur arthroskopischen Entfernung eines Kalkdepots im Schulterbereich geben, was als »Needling« oder Herausschälen des Kalkdepots durchgeführt werden könne, so berichtete der Chefarzt. Für den Extremfall schließlich bliebe als letzter Ausweg eine Schulterprothese, die je nach Befund in verschiedenen Modellen verfügbar ist.

Abschließend sagte Dr. Ludwig, dass Schulterbeschwerden derart verschiedene Ursachen haben können, dass es unbedingt notwendig sei, eine exakte und eindeutige Diagnose vor die Entscheidung zur Behandlungsart zu stellen. Er plädierte in seiner Präsentation für eine zunächst möglichst konservative Behandlung vor dem operativen Eingriff, der häufig eine lange Nachbehandlung erfordere.

Dass ein kontrollierter Muskelaufbau die Heilungstherapien unterstütze, machte Dr. Ludwig ebenfalls deutlich, warnte aber auch mit Blick auf Arnold Schwarzenegger davor, dass das Motto »viel hilft viel« nicht das Mittel der Wahl sein kann. Im Anschluss an das Referat beantwortete der Chefarzt Fragen aus dem Auditorium, das ihm im abschließenden Bewertungsbogen durchweg Bestnoten ausstellte.

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