06. März 2018, 12:00 Uhr

Museum im Vorwerk

Frauen-Mangel ausgleichen

Das Projekt »Frauen-Welten-Teppich« wird zum Kontrastprogramm zum französischen »Teppich von Bayeux«: Denn dort sind nur drei Frauen abgebildet, in Ulrichstein sollen es mehr werden.
06. März 2018, 12:00 Uhr
Jutta Richter, eine der Hauptorganisatorinnen, mit dem Frauen-Welten-Teppich. (au)

Seit Samstag dreht sich bis zum Sonntag, dem 11. März, im »Museum im Vorwerk« alles rund um die Frau »Im Gestern und im Heute«. In dieser Woche wird zudem der »Frauen-Welten-Teppich« ausgestellt. Zum Start am Wochenende waren alle Frauen der Region eingeladen »Teil des Ganzen« zu werden und am »Frauen-Welten-Teppich« in einem Workshop mitzuarbeiten. »Sticken können« war dabei zweitrangig, im Vordergrund standen das kreative Miteinander sowie die Freude daran, eine schöne Tradition weiter zu führen. Leider wurde der Workshop sehr schlecht angenommen, und es kamen lediglich einige Besucherinnen, die sich den Frauen-Welten-Teppich ansahen. Das Museumsteam und die Organisatorinnen des Projekt zeigten sich darüber sehr enttäuscht zumal es in Ulrichstein selbst und den umliegenden Stadtteilen sehr aktive Frauengruppen gibt.

Zum Frauen-Welten-Teppich war von Jutta Richter, eine der Organisatorinnen der ersten Stunde zu hören, dass die Idee zu diesem Projekt bei einem Hobbytreffen einer Stickgruppe in Stockhausen gekommen sei. Eine Frau erzählte, sie sticke die Motive des berühmten »Teppich von Bayeux« nach. Der »Teppich von Bayeux« besteht aus zusammengenähten Leinenbahnen, ist mit farbenprächtigen Wollgarnen bestickt, ist etwa 50 Zentimeter hoch und 78 Meter lang. Er erzählt in 58 Bildtafeln die Geschichte der Eroberung Englands durch Herzog Wilhelm. Er sei also eine Geschichte von Mord und Totschlag. Abgebildet seien 37 Festungsbauten, 41 Schiffe, 202 Pferde/Maultiere, 55 Hunde, 505 Tiere aller Art, 626 Männer und nur ganze drei Frauen.

Schon über 13 Meter lang

Um dem Ungleichgewicht in dieser Darstellung abzuhelfen wurde zunächst ein Konzept erarbeitet. »Das neue Projekt sollte uns selber darstellen« erklärt Jutta Richter, eine der drei Frauen der »ersten Stunde« und unsere Vorfahrinnen, die Jahrtausende immer das gleiche taten, die Menschheit gebären und erhalten. Format und Arbeitsweise sollten dem »Teppich von Bayeux« angepasst werden. Als angestrebte Endgröße sollen 13 Bahnen ohne Anfangs- und Endmotive bestickt werden. Mittelpunkt sei der Lebensbaum, die Weltenesche »Yggdrasil«. Bisher hat der Frauen Welten Teppich eine Bahn von zehn Metern Länge, und ein weiteres Teilstück ist etwas über drei Meter lang. Das Teppich-Projekt lag nach dem Tod einer der Hauptorganisatorinnen mehrere Jahre brach und wurde erst 2012 wieder in Gang gebracht.

Seit 2013 werden jährlich mehrere Ausstellungen und Workshops durchgeführt. Neben Stockhausen selbst war die Gruppe schon in Alsfeld, Lauterbach, Schwalmtal-Rainrod, Herbstein, Stumpertenrod, Lißberg, Ilbeshausen und Willingshausen. Sehr interessant sei die Vorstellung des Frauen-Welten-Teppichs im Kloster Walkenried, einer ehemalige Zisterzienserabtei gelegen am Südrand des Harzes nahe dem Dreiländereck Niedersachsen – Sachsen-Anhalt – Thüringen, gewesen. Dort habe man neue beziehungsweise alte Sticktechniken gesehen.

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