23. November 2017, 18:56 Uhr

Stadt will 1,2 Millionen investieren

23. November 2017, 18:56 Uhr
Die Stadt kauft die bisherige Sparkassen-Filiale (r). Dort wird das Bürgerbüro einziehen. Geldautomat und Kontoauszugsdrucker bleiben erhalten. (Foto: ks)

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge beschlossen die Kirtorfer Stadtverordneten die Erweiterung des Rathauses. Einstimmig votierten sie am Mittwoch für den Kauf der Sparkassen-Filiale. Kritik übte SPD-Sprecher Heinrich Raab aber an der Entscheidung des Kreditinstituts, keine Beratung mehr in Kirtorf anzubieten. Jedenfalls bleiben Geldautomat und Auszugsdrucker erhalten. Der zusätzliche Raum bietet Platz für ein Bürgerbüro, wie FW/CDU-Sprecher Andreas Herbst positiv hervorhob.

Ansonsten stand die angespannte Haushaltslage im Mittelpunkt der Sitzung im Rathaus unter der Leitung von Dieter Wössner. So wurde ein Nachtragshaushalt für das laufende Jahr nötig, um Verluste von rund 700 000 Euro bei den Stadtwerken abzudecken. Sie waren in den Jahren 2008 bis 2016 vor allem im Schwimmbad entstanden, allein 590 000 Euro Verluste waren dort aufgelaufen. Zudem brachte Bürgermeister Ulrich Künz den Haushaltsplan 2018 ein. Sein Fazit: »Unsere finanzielle Situation ist durchaus zufriedenstellend«. Aber er gab zu bedenken, dass nur mit »harter Kalkulation« ein ausgeglichener Haushaltsplan zustande kam. Bei Aufwendungen von fast 5,3 Millionen Euro werden 312 000 Euro Kredite benötigt. Davon gehen allerdings noch knapp 87 000 Euro Tilgung ab, sodass Künz auf 225 000 Euro Neuverschuldung verweist.

Durchschnitts-Kirtorfer 47 Jahre alt

Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn die Stadt leistet sich vergleichsweise hohe Investitionen von rund 1,2 Millionen Euro. Davon fließen 560 000 Euro in die Erschließung der Kirtorfer Höfe, des geplanten Ärzte- und Wohnbereichs am Marktplatz. 120 000 Euro sind zudem für einen Gehweg vom Seniorenheim zum tegut-Markt vorgesehen. Weitere Investitionen betreffen die Gemeinschaftshäuser, das bisherige Sparkassengebäude am Rathaus und Häuserabbrüche in Wahlen sowie ein neues Feuerwehrfahrzeug in Ober-Gleen.

»Wir dürfen Kirtorf nicht kaputt sparen«, sagte Künz mit Blick auf die hohen Investitionen und den großen Zuschuss für die Kita. Eine gute Kinderbetreuung und die Schule seien wichtig, wenn man Familien dazu bewegen will, nach Kirtorf zu ziehen. Wichtig ist auch eine Infrastruktur, die attraktiv für Unternehmen und die Bürger ist. Deshalb strenge sich die Großgemeinde so an, mit den Kirtorfer Höfen die Zukunftsfähigkeit zu erhöhen.

Der Blick in den Haushaltsplan bringt einige erhellende Momente. So ist die Einwohnerzahl von 1987 mit 3278 nach einem Gipfelpunkt Ende 2000 mit 3796 Einwohnern langfristig fast gleich geblieben – Ende 2016 lag sie bei 3210 Menschen. Das Durchschnittsalter liegt bei rund 47 Jahren.

Eine Besonderheit enthält der Wirtschaftsplan der Stadtwerke, weil die Stadt nunmehr die Verluste aus dem Betrieb des Schwimmbads übernehmen soll. 2018 sind 85 000 Euro eingeplant.

Besonders kritisierte Künz, dass zwar die Einnahmen der Stadt gestiegen seien, aber auch die Ausgaben deutlich nach oben gingen. So rechnet er mit Zuweisungen des Landes aus allgemeinen Steuern von knapp 1,6 Millionen und Ausgaben von 2,04 Millionen für die Kreis- und Schulumlage.

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