18. November 2017, 13:00 Uhr

Startup

Fitnesscoach für die Hosentasche

In Berlin oder Frankfurt tummeln sich massenweise Gründer. Und aus dem Vogelsberg kommt jetzt auch ein digitales Startup. Es richtet sich an alle, die fit werden oder bleiben wollen.
18. November 2017, 13:00 Uhr
Startup-Gründer aus dem Vogelsberg: Maximilian Dietrich will mit seiner App auf dem Markt für Fitnessanwendungen mitmischen. (Fotos: pm)

Fit wollen viele sein. Sie binden sich ein Helferlein ans Handgelenk oder konsultieren eine App auf dem Smartphone. Aber Dietrich denkt nicht nur an eingefleischte Sportler, sondern er hat ein breites Publikum im Sinn. So gibt seine App Athlagon auch dem »Nichtsportler« einen Überblick über seinen physischen Zustand – und er kann sich mit der eigenen Altersgruppe vergleichen. Und: Die App kann beispielsweise Fehleinschätzungen der eigenen körperlichen Leistung aus dem Weg räumen. Doch eine reine Motivationsapp soll seine Entwicklung nicht sein, betont er. Dafür sei sie ein »absolut kritischer Gutachter des persönlichen körperlichen Zustandes.«

Insgesamt wurden für die Entwicklung 200 Tests zusammengefasst, um ein mögliches gutes Bild des Gesundheits- und Fitnessstandes zu erhalten. Wenn die App irgendwelche Schwächen, etwa beim Muskelapparat meldet, kann der Nutzer reagieren. Das Geschäftsmodell ist simpel, erklärt Dietrich. Die kostenlose Grundversion der App beinhaltet alle Kraftausdauertests und bietet Zugriff auf wöchentlich wechselnde Herausforderungen, bei denen alle Nutzer in Ranglisten gegeneinander antreten können. Wer auch die Tests für Ausdauer, Schnell- und Maximalkraft machen will, der muss zwischen 2,99 und 4,99 Euro anlegen.

»Die Resonanz ist bisher gut,« freut sich der Jungunternehmer. »Wir haben bereits zwei gute Kritiken von Fachmagazinen erhalten.« Was ihm aber noch wichtiger ist: Von den Nutzern erhält er zufriedene Kommentare. Genaue Zahlen, wie viele Nutzer die App auf ihr Smartphone laden, will er zwar nicht verraten. Aber so viel: »Es sind deutlich mehr, als wir zu diesem Zeitpunkt erwartet hätten.« Er verschweigt aber nicht, dass man vom Punkt der Wirtschaftlichkeit noch weit entfernt ist. Bisher liefert er schon nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Weitere Länder sind in Planung, hier müssen noch Hürden etwa bei der Übersetzung aus dem Weg geräumt werden. »Die Masse machts,« sagt Dietrich. Er hat noch viele Ideen im Kopf, »wir stehen erst am Anfang.«

Wie ist der dazu gekommen, App-Entwickler zu werden? Nach seinem Schulabschluss hat er eine Ausbildung zum Rettungssanitäter und eine weitere zum Physiotherapeuten gemacht. Mit dem Ziel, Medizin zu studieren, ging er 2012 nach Leipzig. Im November 2015 hat er angefangen, an einem neuartigen Konzept zur physischen Leistungsanalyse zu arbeiten. Im Januar 2017 hat er die Firma »Athlagon GmbH« gegründet und mit einem Softwarearchitekten und einer Designerin die Entwicklung einer mobilen Applikation für iOS und Android begonnen.

Seit 1. August steht diese in den AppStores zur Verfügung. Er bezeichnet sich nach wie vor als sehr heimatverbunden, seine Großeltern wohnen in Alsfeld, wo er öfters ist. Beim dortigen DRK-Kreisverband machte er seine Ausbildung. Hat er Vorbilder? Jedenfalls nicht im Silicon Valley, sondern ganz bodenständig. »Mein Vater war sicher jemand, der mich unternehmerisch geprägt hat. Die Familie hat bei mich beim Projekt sehr gut unterstützt,« freut er sich. Übermütig wird er nicht. Durch die geringe Größe des Teams und die beschränkten finanziellen Ressourcen gehen Entwicklungen nicht in der Geschwindigkeit voran, »in der die Ideen sprudeln«.

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