17. November 2017, 05:00 Uhr

Ärztehäuser

Das wird ein Bringer ersten Grades

Das Kirtorfer Zentrum wird aufgemöbelt. Für stattliche 10 bis 12 Millionen Euro will eine Investorengruppe drei Ärztehäuser im Häuserblock zwischen Neustädter Straße und tegut-Markt errichten.
17. November 2017, 05:00 Uhr
Unterhalb dieser Häuserzeile in der Neustädter Straße werden die drei neuen Ärztehäuser gebaut. (Foto: jol)

Früher war der Marktplatz das pulsierende Zentrum der Stadt, nun plant die Stadt gemeinsam mit einer Investorengruppe den großen Wurf für ein lebendiges Zentrum. Die »Kirtorfer Höfe« sollen im Block zwischen Neustädter Straße und tegut-Markt entstehen, dabei sind Arztpraxen, zwei Läden und neue Wohnungen geplant. Oberhalb des Rathauses entsteht zudem ein Festplatz mit Bühne und Bäumen. Diese ehrgeizigen Planungen stießen auf reges Interesse, gut 170 Interessierte füllten bei der Bürgerversammlung die Gleentalhalle, es mussten noch Stühle nachgestellt werden. Und die Kirtorfer hatten allen Grund, neugierig zu sein. Da entsteht ein modernes und luftiges Stadtzentrum, wenn alle Vorhaben umgesetzt werden.

Das ist nur möglich, weil erhebliche Fördermittel fließen, wie Stadtverordnetenvorsteher Dieter Wössner sagte. Bürgermeister Ulrich Künz ergänzte, es sei ein Glücksfall, dass die Großgemeinde in das IKEK-Programm des Landes gelangt sei. Damit könnten alte Bausubstanz saniert und gleichzeitig attraktive Flächen für Arztpraxen geschaffen werden. Dabei habe das Land sogar zugesichert, den Komplett-Umbau des zentralen Bereichs als Pilotprojekt aus einem Sondertopf zu fördern. Denn ansonsten hätten die IKEK-Mittel nur für dieses eine Vorhaben gereicht. Durch die Umgestaltung des oberen Marktplatzes für rund 500 000 Euro und die Neubauten an der Neustädter Straße durch private Investoren werde Kirtorf für die nächsten Jahrzehnte deutlich besser da stehen.

Einzigartiges Projekt

Stadtplaner Karl-Dieter Schnarr erläuterte, dass die alten Häuser an der Neustädter Straße das Gesicht des Marktplatzes prägen. Deshalb sollen die Fachwerkbauten saniert und im hinteren Bereich moderne Gebäude für das Ärztezentrum errichtet werden. Die Arztpraxen sind »ein Bringer ersten Grades«, dadurch werde der ganze Bereich zwischen Rathaus und tegut-Markt belebt. »Es ist zu einem einzigartigen Projekt gewachsen, ich kenne nichts Vergleichbares,« sagte der Planer. Investor Karsten Jost sagte, die ärztliche Versorgung sei eine der wenigen Stärken der Kommune. Aber Ärzte benötigten attraktive Bedingungen, um sich niederzulassen. Deshalb sollen drei neue Gebäude gebaut werden, der Bereich werde verkehrsberuhigt mit regulären und Behinderten-Parkplätzen.

Bis 12 Millionen Euro investieren

Die Investitionen schätzt Jost auf zehn bis zwölf Millionen Euro. Dafür sollen fünf Arztpraxen, zwei Ladengeschäfte und mehrere Wohnungen entstehen. Architektin Gesine Schmidt erläuterte den Plan, an dem allerdings noch Änderungen vorgenommen werden könnten. Geschaffen werde eine schöne Passage vom Rathaus zum tegut-Markt. Ein Neubau an der Neustädter Straße werde nötig, um eine Zufahrt vom Marktplatz zu schaffen. Über die Omena am tegut-Markt soll eine Straßenbrücke führen.

Das Gelände fällt um etwa sechs Meter ab, deshalb ist im mittleren Bereich eine Treppe vorgesehen, in den zentralen Bauten gibt es Aufzüge. Auto-Stellplätze entstehen in der Tiefgarage eines Neubaus, zudem sei der Bereich am Markt nicht weit entfernt. Die Neubauten sind für zukunftsfähige Arztpraxen nötig. Sie werden jeweils 150 bis 250 Quadratmeter groß sein. Zwei begrünte Plätze lockern die »Kirtorfer Höfe« auf.

Alexander Bechtler vom Medzentrum ergänzte, dass der Trend in der Medizin zur Gemeinschaftspraxen geht. Denn viele junge Ärzte wollen Beruf und Familie miteinander vereinbaren, die traditionelle 70-Stunden-Woche sei nicht attraktiv. Für eine Gemeinde seien Arztpraxen enorm wichtig, ansonsten ziehen kaum junge Leute zu.

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