24. August 2017, 22:31 Uhr

Heim brennt

Bewohner legt Feuer in Seniorenheim

Noch während der Löscharbeiten klickten die Handschellen: Der Brand in einem Seniorenheim kann Brandstiftung gewesen sein. Die Feuerwehr schaffte es, den Brand auf ein Zimmer zu begrenzen.
24. August 2017, 22:31 Uhr
Die Feuerwehr kann den Brand auf ein Zimmer beschränken. (Foto: pwr)

In einer Schottener Pflegeeinrichtung ist am Donnerstagabend ein Brand ausgebrochen. Beim Eintreffen der Feuerwehr schlugen meterhohe Flammen aus dem Fenster eines Zimmers. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Personal bereits begonnen, die insgesamt 49 Bewohner des Hauses zu evakuieren. Sie mussten teilweise in Pflegebetten und Rollstühlen aus dem Gebäude transportiert werden.

Zu einer Person drangen Feuerwehrleute über eine Steckleiter vor und brachten sie mit einer Fluchthaube ins Freie. Vier Personen erlitten bei dem Feuerwehr Rauchgasvergiftung und wurden mit Rettungswagen in eine Klinik eingeliefert. Alle anderen Heimbewohner konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Mehr als 75 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst waren zur Hilfe geeilt. Zum Einsatz kamen unter anderem neun Rettungswagen, drei Notarzteinsatzfahrzeugen und ein Betreuungszug. Nach dem Ende der Löscharbeiten konnten bis auf neun Heiminsassen, die in anderen Pflegeeinrichtungen untergebracht wurden, alle in ihre Zimmer zurückkehren.

Die Flammen in dem brennenden Zimmer bekämpften zwei Feuerwehrtrupps unter Atemschutz. Sie konnten das Übergreifen des Brandes auf weitere Zimmer und den Dachstuhl rechtzeitig verhindern. Zur Unterstützung der Schottener Feuerwehrleute rückte auch die Drehleiter aus Gedern (Wetteraukreis) an.

Um die Brandursache zu ermitteln, nahmen vor Ort mehrere Streifen der Polizei die Ermittlungen auf. Nach ersten Angaben gibt es Hinweise auf Brandstiftung, so wurde noch am Brandort eine Person in Handschellen von den Polizeibeamten abgeführt. Im Laufe der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der 37-jährige Bewohner des Heims in seinem Zimmer das Feuer gelegt hat. Über die Hintergründe wurde noch nichts bekannt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde er am Freitag dem Haftrichter vorgeführt. Dieser verfügte eine einstweilige Unterbringung des Mannes. Der 37-Jährige handelte offenbar im Zustand verminderter Schuldfähigkeit. Der entstandene Sachschaden wird auf 120000 Euro  beziffert.

Die Einsatzleitung hatte Schottens Stadtbrandinspektor Artur Ruppel, vor Ort waren auch Kreisbrandinspektor Dr. Sven Holland, der Leitende Notarzt Dr. Robert Ruckelshausen, der Organisatorische Rettungsdienstleiter Thorsten Ellrich sowie der Leiter des Vogelsberger Gesundheitsamtes Dr. Henrik Reygers.

 

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