14. Juni 2017, 08:00 Uhr

Feuerwehren

Was tun bei Rauch im Treppenhaus?

Sie üben jeden Handgriff, und sie robben durch eine Atemschutzstrecke. Aber eine realistische Sicht auf einen Hausbrand haben Feuerwehrleute nur mit dem Schwedenhaus.
14. Juni 2017, 08:00 Uhr
Beim Abbrennen von Schwedenhäusern ist für die Feuerwehrleute sehr anschaulich, wie sich Feuer und Rauch in einem Gebäude ausbreiten. (Foto: au)

Auf Initiative des Kreisfeuerwehrverbandes Vogelsberg fand kürzlich das Seminar »Führungskräfte im Einsatz« für die Vogelsberger Feuerwehren im Innovationszentrum der Stadt Ulrichstein statt. Veranstaltet wurde das zweitägige Seminar von der Firma »S-Gard« Heinsberg. Fünf hochrangige Dozenten aus ganz Deutschland referierten dabei zu den unterschiedlichsten Themen. So stand am Samstagabend das »Phänomen der schnellen Brandausbreitung« auf dem Programm. Frank Gerhards von der Feuerwehr Mönchengladbach informierte zunächst in einem Theorieblock über das Thema. Dabei kam auch der Einsatz von Wärmebildkameras zur Sprache. Sie würden zu wenig eingesetzt, betonte der Referent. Denn nicht nur bei Bränden sondern auch bei Technischen Hilfeleistungen und Personensuche seien sie sehr gut einzusetzen.

Sehr anschaulich war danach der Praxisteil vor dem Schlauchturm am Feuerwehrstützpunkt. Frank Gerhards von der Feuerwehr Mönchengladbach informierte über »Phänomene der schnellen Brandausbreitung«. Wo und wie schickt man Trupps ins Haus? Wo kann es lebende Personen geben? »Ihr trefft die Entscheidungen«, unterstrich Gerhards.

Feuchtigkeit in Kleidung gefährlich

An einem »Schwedenhaus«, einem Modellhaus aus Holz das zuvor von der Freiwilligen Feuerwehr Ulrichstein hergestellt worden war, hatte Frank Gerhards dann eine preisgünstige Möglichkeit, um Einsatzkräfte zu schulen. Die Kameraden der Vogelsberger Feuerwehren ließen am Freitag und Samstag zwei »Schwedenhäuser« in Flammen aufgehen und lernten so sehr anschaulich wie sich Brände und Rauch ausbreiten. Am Samstag begrüßte Bürgermeister Edwin Schneider die Einsatzkräfte und stellte in Kurzform Hessens höchste Stadt vor. Danach informierte Dirk Stephan/Firma W.L. Gore GmbH über die richtige Schutzkleidung. Unter dem Motto: Gut geschützt – in jeder Situation wurde den Fragen »Wie kann ich feststellen, dass die Schutzfunktion der Kleidung« oder »Warum ist Feuchtigkeit in den Bekleidungslagen im Brandeinsatz so gefährlich«.

Nächstes Thema war die »Taktische Ventilation«, die von Torsten Bodensiek von der Werkfeuerwehr der Volkswagen AG besprochen wurde. Taktische Vorgehensweise, Zielorientierte Ausbildung und die Frage »Wann kommt eine Ventilation zum Einsatz« waren dabei die Schwerpunkte.

Von der Feuerwehr Essen sprach Carsten Stock die »Motivation in der Führung« an. Themenfelder waren: »Was macht eine gute Führungskraft aus?«, »Wie kann ich konstruktiv jeden Feuerwehrmann mitnehmen?« und »Dürfen wir Fehler machen?«.

Das brisanteste Thema hatte Frauke Aretz von der Freiwilligen Feuerwehr Wuppertal mit: »Umgang mit der Presse im Einzelfall«. Dabei wurde an Hand von Beispielen erarbeitet, welches Ziel mit der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verfolgt werden und gleichzeitig die Frage gestellt, ob man im Einzelfall auf Journalisten vorbereitet sei. Auch der Umgang mit organisierten Medienkanälen kam zur Sprache und Frauke Aretz hatte wertvolle Tipps dazu.

Sehr eindrucksvoll ging dann auch am Samstagmittag ein »Schwedenhaus« in Flammen auf. Für die Stärkung der Seminarteilnehmer gab es belegte Brötchen, die von den Einsatzkräften der Ulrichsteiner Feuerwehr zubereitet wurden.

Das Fazit von Kreisbrandmeister Huber Helm und Stadtbrandinspektor Andreas Hädicke lautete: »Ein sehr eindrucksvolles Seminar, bei dem die Führungskräfte viel dazu gelernt haben.«

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