13. Juni 2017, 12:00 Uhr

Fußballlegende

»Lebbe geht weider«

Es gibt Tage, da spürt man auch 20 Jahre später noch das Gefühl im Bauch, das man damals hatte: Rostock, 16. Mai 1992. Fußballlegende Dragoslav Stepanovic erinnert sich beim Besuch in Antrifttal.
13. Juni 2017, 12:00 Uhr
Stepis (M.) berühmter Spruch wird zum Titel seines Buches. Viele Fans lassen es sich handsignieren. Darunter Mario Döweling (l.) und Ralf Völzing aus Wahlen. (Foto: brf)

Ein Satz von Eintracht-Idol Dragoslav Stepanovic nach der verpassten Deutschen Meisterschaft im letzten Bundesligaspiel am 16. Mai 1992 in Rostock auf der Pressekonferenz im Ostseestadion prägte nicht nur Trainer Dragoslav Stepanovic, sondern wurde zum Motto des Lebens insgesamt. »Lebbe geht weider« stand auch bei den Feiern zum zehnjährigen Bestehen des Eintracht-Fan-Clubs Antrifttal-Adler Bernsburg im Mittelpunkt. In doppelter Hinsicht: einmal mit Dragoslav Stepanovic, dem 34-fachen jugoslawischen Nationalspieler, dem Bundesligaspieler bei Eintracht Frankfurt und zahlreichen weiteren Vereinen sowie dem Bundesligatrainer bei Eintracht Frankfurt und Bayern Leverkusen. »Stepi« , wie Dragoslav Stepanovic immer genannt wird und genannt werden möchte, war als Gast zum Jubiläum gekommen. Denn »Stepi« ist einer der »Eintracht-Legenden«, die immer dann unterwegs sind, wenn die Fan Clubs rufen, wenn sie Tradition und Gegenwart verbinden wollen. Und da hatte der EFC Antrifttal mit »Stepi« wohl das »große Los« gezogen. Denn »Stepi« ist nach wie vor der »Kumpel«, der immer auf »Du-und-Du« spricht, aber der auch klar und deutlich Aussagen hat. Und auch das machte der deutlich: »Bis ich euch in Bernsburg gefunden hatte, das hat gedauert. »Das Navi hatte Probleme. So ist das Lebben ebben. Jetz bin ich da.« Und auf die Frage von Vorsitzendem Karl-Heinz Wege, der sich riesig über den Besuch freute, wie lange »Stepi« beim Jubiläum in Bernsburg bleiben könne, kam die klare Antwort: Bis ihr mich rausschmeißt«. Und so stand »Stepi« im Blickpunkt. »Stepi« hatte auch sein Buch mit dem Titel »Lebbe geht weider« mitgebracht; ein Buch, das von seinem Leben handelt, ein Leben, das nicht einfach begann, 1948 in Belgrad. Das Buch »Lebbe geht weider« fand bei den zahlreichen Mitgliedern, die zum Jubiläum gekommen waren, reißenden Absatz – und immer mit Signatur vom und einem Foto mit »Stepi«. Jeder Antrifttal-Adler wollte dabei.

Zuvor hatte Vorsitzender Karl-Heinz Wege (Kirchhain) kurz über die zehn Jahre nach der Gründung berichtet. Dabei machte er deutlich: »Wir haben mit der Eintracht gewonnen und verloren, auch in den zehn Jahre schon viele sportliche Höhen und Tiefen erlebt«. Und – das ist immer interessant, wenn Fan Club-Mitglieder sich unterhalten – man erzählt so, als wäre man selbst Teil der Mannschaft gewesen. »Wir haben gewonnen oder wir haben verloren!« Und genau in diesem Kontext berichtete Karl-Heinz Wege, als er feststellte: »Die traurigste Fahrt für uns war am 14. Mai 2011 nach Dortmund. Als Mannschaft der Ersten Bundesliga sind wir hingefahren und als Mannschaft für die Zweite Bundesliga kamen wir zurück« Oder im letzten Spiel gegen RB Leipzig mussten wir noch einen Punkt abgeben. Aber der krönende Abschluss der Saison 2016/2017 war dann die Teilnahme am DFB-Pokalfinale in Berlin, das wir gegen Borussia Dortmund mit 1:2 Toren unglücklich verloren«. Soweit zum sportlichen Rückblick der zehn Jahre.

Bernsburg ist ein Dorf mit Eintracht-Fieber! In Bernsburg war und ist Fußball schon immer ein Thema. In Bernsburg gab und gibt es zahlreiche Fußballer. Aber – und das ist das Kuriose: In Bernsburg gab und gibt es keinen Fußballverein. Die Jugendlichen suchten sich in den Nachbarorten wie Ruhlkirchen, Wahlen, Willingshausen, Merzhausen, Schrecksbach, Kirtorf oder sogar Romrod ihre Fußballvereine aus und spielten dort – teilweise mit gutem Erfolg. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache zu bewerten, dass es in Bernsburg seit nunmehr zehn Jahren einen von jetzt insgesamt zwölf Fan- und Förderclubs aus der Region Mittelhessen mit fast 2000 Mitgliedern gibt, wie Stefan Schabl (Homberg), der Leiter des Regionalbüros Mittelhessen, erklärte. Schabl überbrachte die Grüße der Fan- und Förderabteilung von Eintracht Frankfurt. Und Schabl sagte über sein Verhältnis zum Bundesligisten: »Die Eintracht ist wie sie ist. Und eines kann ich alle 14 Tage nach den Heimspielen immer wieder feststellen: ›Lebbe geht wieder‹«.

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