09. Januar 2017, 18:42 Uhr

Jens Staubach schenkt sich eine Bajazz-Krone

Herbstein (au/dpa). 3000 Euro ist Jens Staubach die Rolle des tanzenden Karnevalsprinzen beim Rosenmontagsumzug wert. Der 31-Jährige ergatterte bei der Versteigerung die begehrte Rolle des »Bajazz« im traditionellen Springerzug – und ging mit dem Gebot über seine Schmerzgrenze hinaus, wie er im Gespräch erzählte.
09. Januar 2017, 18:42 Uhr
Präsident Manuel Hensler (l.) und Versteigerungsleiter Holger Korell mit dem neuen Bajazz Jens Staubach. (Foto: au)
»Aber das ist in Ordnung. An diesem Rosenmontag habe ich nämlich Geburtstag«, sagte er. Im nächsten Jahr hätte er nicht mitgeboten.
Mit 5360 Euro lag das Ergebnis der Versteigerung des traditionellen Springerzuges deutlich über dem Vorjahresergebnis, aber trotzdem noch rund 5000 Euro unter den rund 10 000 Euro aus dem Jahr 2015. In der ersten Versteigerungsrunde im Haus des Gastes sah es zunächst nicht nach einem großen Interesse aus, in knapp zehn Minuten war die Versteigerung vorbei. Bajazz und Tiroler Pärchen gingen mit 200 und 45 Euro und die Pärchen zwei bis sechs mit 25 bis 30 Euro in die zweite Runde. Spannend wurde es in Runde zwei. Patrick Spiegl und Jens Staubach lieferten sich dabei ein hartes Duell. Für 3000 Euro erfüllte sich am Ende der Raumausstatter und Parkettverlegemeister Jens Staubach den Traum vieler junger Männer, einmal den traditionellen Springerzug anzuführen. Im Vorjahr hatte Martin Heuser »nur« 1020 Euro für diese Ehre hingeblättern. Das höchste Gebot für den Bajazz gab im Jahr 2004 Thomas Traud ab, der damals für 3410 Euro den Springerzug anführen durfte. Das Tiroler Pärchen kostete dann Alexander Weidenbörner und Christian Leister 1700 Euro. Das 2. Pärchen ersteigerten Joshua Böttinger/Henrik Schleuning für 510 Euro. Es folgten Nico Leister/Josef Böttinger mit 30 Euro; Benjamin Szombierski/Pascal Fischer mit 30 Euro, Marius Bettenbühl/Markus Heuser mit 60 Euro, Nick Böttinger/ Christoph Narz mit 30 Euro.
Ganz wichtig isti, dass die erzielten Erlöse ausschließlich der Brauchtumspflege zugute kommen. Sie werden beispielsweise für die sehr kostenintensiven Kostüme und Figuren der Herbsteiner Fastnacht verwandt. Die Versteigerungsversammlung war vom Präsidenten der Fastnachtsvereinigung, Manuel Hensler, eröffnet worden. Er gab einen kurzen Rückblick und machte Werbung für die zahlreichen Veranstaltungen.
Der Vorjahres-Bajazz Martin Heuser erhielt im Anschluss die traditionelle Kappe mit der Jahreszahl 2016. Das langjährige Elferratsmitglied Raimund Böttinger wurde vom Präsidenten Manuel Hensler und dessen Stellvertreterin Katharina Völlinger zum Ehrenritter ernannt. In seiner Laudatio ging der Präsident auf die vielfältige Arbeit von Böttinger ein. So wurde der neue Ehrenritter bereits 1985 im Alter von 19 Jahren als 2. Schriftführer in den Elferrat gewählt. 1988 wurde er 1. Schriftführer und 1991 Vorsitzender. Die Geschicke der Fastnachtsvereinigung lenkte er vier Jahre. Hensler betonte, dass sich Raimund Böttinger seit vielen Jahren ehrenamtlich engagiert. Am Fastnachtsdienstag stehe er nicht an der Theke, »sondern in der Küche beim Eierbacken«.

Jetzt heißt es springen

Zusammen mit Ehrenritter Uli Dehn sorge er bei den Rockfastnachten für die Versorgung der Gäste. Er habe auch die fünf großen Banner, mit denen in Herbstein Werbung für die Fastnacht gemacht wird, organisiert. 2015 habe Böttinger den Maskensprung auf dem Marktplatz moderiert.
Bürgermeister Bernhard Ziegler begrüßte die Herbsteiner Narrenschar in Versform. Die Frage nach dem neuen US-Präsidenten »sei ja bereits geklärt und nun steht die Entscheidung für den Bajazz 2017 an«, meinte er. Für den neuen Springerzug heißt es nun fleißig trainieren. Denn bereits am kommenden Samstag, den 14. Januar, müssen sich Bajazz und Tiroler Pärchen beim »Abend für den Bajazz« im wahrsten Sinne des Wortes einspringen. Der Hauptauftritt ist dann am Rosenmontag. Hier führt der Springerzug den über vier Stunden dauernden Rosenmontagsumzug an und er wird dabei von den vielen tausend begeisterten Zuschauern angefeuert und bejubelt.
Der Springerzug geht auf einen alten Brauch zurück. Im 17. Jahrhundert brachten Tiroler Steinmetze, die Restaurationsarbeiten an der Stadtmauer vornahmen, diese Tradition mit nach Herbstein.Weitere Informationen auch unter www.fv-herbstein.de

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