16. Februar 2010, 11:50 Uhr

Zweiter Klöppel im Stadtkirchenturm gebrochen

Gießen (kw). Schreck für die evangelische Pankratiusgemeinde: Im Stadtkirchenturm ist ein zweiter Glockenklöppel zerbrochen - keine zwei Jahre nach dem ersten Fall dieser Art. Glücklicherweise gab es auch diesmal keine Verletzten oder größeren Schäden, berichtete Pfarrer Peter Ohl der AZ.
16. Februar 2010, 11:50 Uhr
Im Stadtkirchenturm sind innerhalb von zwei Jahren zwei Glockenklöppel zerbrochen - nun bleibt das Geläut stumm. (Foto: Schepp)

Gießen (kw). Schreck für die evangelische Pankratiusgemeinde: Im Stadtkirchenturm ist ein zweiter Glockenklöppel zerbrochen - keine zwei Jahre nach dem ersten Fall dieser Art. Glücklicherweise gab es auch diesmal keine Verletzten oder größeren Schäden, berichtete Pfarrer Peter Ohl der AZ. Doch sicherheitshalber habe man am Montagmorgen das komplette Geläut abgeschaltet. Offen ist, ob der erneute Schaden zur Klärung der Ursache des ersten Bruchs beitragen wird.

Im März 2008 brach der Klöppel der größten und tiefsten Glocke, die seitdem stumm blieb. Im Laufe der letzten Woche ging dann ein weiterer Metallarm entzwei. Auch die verbliebenen zwei Glocken werden nun nicht mehr geläutet, so Ohl.

Im Jahr 2004 hatte die Pankratiusgemeinde - der Empfehlung eines Statikers folgend - alle vier Klöppel erneuern lassen. Etliche Probleme folgten. Nach dem Bruch des ersten Klöppels begann eine rechtliche Auseinandersetzung zwischen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und dem Läuteanlagen-Unternehmen, das die Schlagarme eingebaut hat. Zuletzt hatte die EKHN im Januar das Ergebnis eines Gutachtens veröffentlicht, das sie bei der Technischen Universität Darmstadt in Auftrag gegeben hatte. Demnach habe der Klöppel »in Materialität und Bearbeitungsqualität nicht den Ansprüchen genügt«. Dem widersprach die Firma: Das Teil sei einer eigenen Untersuchung zufolge materialtechnisch in Ordnung. Der Druck auf die Klöppel sei unverhältnismäßig hoch, weil die Glocken in zu großem Winkel bewegt würden. Nötig sei eine neue elektronische Läutemaschine, mit der die Glocken nicht so stark schwingen.

Diese Position könnte nun untermauert worden sein mit dem zweiten Bruch. Möglich wäre freilich auch, dass beide oder gar alle Klöppel Materialschwächen aufweisen. Sicher dürfte vorerst nur eines sein: Es wird noch lange dauern, bis über dem Kirchenplatz wieder ein Vier-Glocken-Geläut zu hören ist.

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