05. Dezember 2018, 14:00 Uhr

Uni Gießen

Zahnmedizin soll in Gießen bleiben

Die Justus-Liebig-Universität investiert 680 000 Euro in die Sanierung der Zahnklinik. Das Haus war von der Schließung bedroht.
05. Dezember 2018, 14:00 Uhr
Das Zahnmedizin-Studium soll vorerst an beiden mittelhessischen Standorten in Gießen und Marburg erhalten bleiben. (Archivfoto: Schepp)

Eine neue Zahnklinik wird aber in absehbarer Zukunft nicht gebaut. Stattdessen setzen Universität und die Klinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM) zunächst auf Sanierungen. Ein Brandschutzgutachten hatte umfangreiche Nachbesserungen bis zum Jahresende 2018 gefordert; andernfalls hätte das Gebäude nicht weiterbetrieben werden dürfen. Diese Arbeiten sind nun im Gange. Sie haben im September begonnen und sollen bis Jahresende abgeschlossen sein. Die baulichen und technischen Maßnahmen kosteten etwa 680 000 Euro, teilt Lisa Dittrich als Sprecherin der Justus-Liebig-Universität mit. Damit solle sichergestellt werden, dass die Vorgaben auch in den kommenden Jahren – »bis mindestens 2025« – erfüllt sind.

Auch das UKGM hat in die »Ertüchtigung« investiert, ergänzt Sprecher Frank Steibli. Es habe im Lauf des Jahres den Röntgenraum der Oralchirurgie komplett sanieren lassen, elf neue Behandlungseinheiten beschafft und die zentrale Absauganlage für die Behandlungseinheiten erneuern lassen.

 

Langfristige Zukunft ungewiss

Die Frage, wer was bezahlen muss, hat die Diskussion um das 50 Jahre alte siebenstöckige Gebäude in den letzten Jahren erschwert. Die Uni wies darauf hin, dass sich die Rhön Klinikum AG bei der Übernahme des Klinikums 2006 verpflichtet hatte, die Flächen in betriebsfähigem Zustand zu erhalten. Rhön wiederum betonte den schlechten Zustand des Gebäudes schon vor der Privatisierung und verwies darauf, dass in der Klinik überwiegend Forschung und Lehre stattfinde, kaum Krankenversorgung. Das UKGM habe vertraglich lediglich ein Nutzungsrecht an dem Gebäude.

 

Zusammenlegung mit Marburg vom Tisch

Mit der Einigung über die Trennungsrechnung 2017 »gibt es für die kommenden fünf Jahre eine Übereinkunft über die Kostenteilung für den laufenden Betrieb«, sagt Steibli. »Für investive Maßnahmen müssen weiterführende Gespräche geführt werden. Hierzu sind wir im guten und konstruktiven Austausch.« Ob langfristig ein Neubau nötig ist und wie er finanziert werden könnte, sei ungewiss, sagt Dittrich.

Vorerst vom Tisch ist die über 20 Jahre alte Debatte um eine Zusammenlegung der Zahnmedizin-Fachbereiche Gießen und Marburg. Dafür hatte sich 2010 der Wissenschaftsrat ausgesprochen. Nach einer neueren Prüfung mit externer Expertise »spricht alles für eine Fortführung beider Standorte«, sagt Dittrich. Dies diene nicht nur der Erhaltung der Studienplätze und sichere »die sehr hohe Lehrqualität«. Zwei Zahnkliniken in Mittelhessen bergen nach Ansicht der Universitäten und ihrer Medizin-Fachbereiche zukünftige Potenziale wie zum Beispiel Anziehungskraft auf Patienten. Man wolle die Kooperation weiter verstärken, auch mit Blick auf eine abgestimmte Berufungspolitik und die Anbahnung gemeinsamer Verbundforschungsvorhaben. Steibli bekräftigt, die Entscheidung sei zwar Sache der Unis, doch: »Das UKGM hat immer betont, dass es für Gießen als auch für Marburg die Notwendigkeit einer universitären Zahnmedizinerausbildung sieht und diese auch unterstützt.«

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