07. September 2018, 22:13 Uhr

Premiere

»Wolli und das Knäuel« im taT für alle ab drei

Dass Maus Thea im Stadttheater lebt, ist bekannt. Maulwurf Jupp bekommt sogar ein eigenes Familienstück. Nun hat das Stadttheater einen weiteren tierischen Untermieter: Wolli, das Wollschaf.
07. September 2018, 22:13 Uhr
Schaf Wolli schaut neugierig zu, was seine neuen Freundinnen Melli (Paula Schrötter mit Flöte) und die Fee Feli (Katharina Wiedenhöfer) machen. (Foto: Wegst)

»The first cut is the deepest«, sagt Abdul M. Kunze beim Verlassen der Studiobühne mit einem Lächeln im Gesicht. Der Leiter der Kinder- und Jugendsparte am Stadttheater spielt mit dem Cat-Stevens-Zitat darauf an, dass gleich mehrere Kleinkinder an diesem Morgen zum ersten Mal ein echtes Theaterstück auf einer echten Bühne gesehen haben. Die staunend aufgerissenen Augen und die Begeisterung, mit der die Kindergartenkinder bei der Premiere von »Wolli und das Knäuel« dabei sind, zeigt, dass dieser »Cut« tatsächlich eindrückliche Spuren hinterlassen hat. Möge sich die so geweckte Theaterbegeisterung wie ein roter Faden durch ihr weiteres Leben ziehen.

Puppenspieler aus Kabul

Apropos roter Faden: Mithilfe solcher roter Fäden lockt Melli, gespielt von Paula Schrötter, zu Beginn die Kinder vom Foyer hinab zur Bühne im Keller. Auch vor einer auf Tüchern gemalten grasgrünen Wiese liegen dicke rote Wollknäuel herum – und aus einem von ihnen schält sich sogar noch eine Fee (getanzt von Katharina Wiedenhofer). Drei Wünsche hat sie zum Dank für Latzhosenträgerin und Wollexpertin Melli frei. Eine Flöte und die Geschicklichkeit, diese auch spielen zu könne, wünscht sich Melli. Doch mit ihrem dritten Wunsch tut sie sich schwer, denn plötzlich taucht ein von Puppenspieler Ahmad Nasir Formuli bewegtes Schaf auf, das frisch geschoren vor Kälte zittert. Wird sich Melli erweichen lassen, ihren dritten Wunsch für einen dicken Pullover einzusetzen, der dem bibbernden Schaf übergezogen werden kann?

Idee von Roman Kurtz

Stadttheaterschauspieler Roman Kurtz hatte die Idee zu dieser zauberhaft-poetischen Geschichte, die bestens geeignet ist, Jungen und Mädchen ab drei Jahren zu begeistern. Spartenübergreifend vereint seine Stückentwicklung Schauspiel, Tanz, Puppenspiel und Musik. Denise Schneider hat mit dicken roten Wollknäueln und Almidylle im Hintergrund eine so einfache wie farbenprächtige Bühne dafür geschaffen. Schauspielerin Paula Schrötter hat schon beim Hinaustreten aus dem Foyerfahrstuhl die Aufmerksamkeit der Kinder sicher und Tänzerin Katharina Weidenhöfer kann sich auch ohne Worte bei den Kleinen leicht verständlich machen. Das von dem Kabuler Puppenspieler Ahmad Nasi Formuli gebaute und bewegte Schaf kommt mit seinem drolligen Gesichtsausdruck und dem herzzerreißenden »Mäh« beim jungen Publikum bestens an.

Doch auch wenn sie sich von der Magie der Geschichte gefangennehmen lassen, bleiben die Kinder im Publikum erfrischend pragmatisch. Dass da ein schwarzgekleideter »Junge« die Schafpuppe bedient, wird lebhaft kommentiert. Und Melli bekommt jede Menge Tipps, wie sie dem frierenden Schaf ganz leicht mit einer Decke helfen könnte. Mitfiebern, Staunen und Begeisterung – mehr kann man von einem ersten Theaterbesuch nicht erwarten, damit der auch tatsächlich Eindruck hinterlässt.

Die nächsten Vorstellungen der Stück- entwicklung »Wolli und das Knäuel« sind am 24. September (10 Uhr), 7. Oktober (11 Uhr) und 16. Oktober (10 Uhr) auf der taT-Studiobühne zu erleben. Geeignet ist das knapp einstündige Stück für Kinder ab drei Jahren.

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