04. Oktober 2017, 20:53 Uhr

ICE-Halt

Wird Gießen ICE-Station?

Ein ICE-Halt in Gießen? Ende des nächsten Jahres könnte das Wirklichkeit werden. Warum beurteilen Experten unterschiedlich, ob dies für die Gießener wirklich Vorteile bringt?
04. Oktober 2017, 20:53 Uhr
Ein ICE im Gießener Bahnhof: Das könnte ab Ende 2018 Normalität werden. (Foto: pm)

Ein ICE-Zug hält regelmäßig in Gießen: Darauf hoffen manche heimische Bahnfreunde seit Jahrzehnten. Ende des nächsten Jahres könnte der Traum wahr werden. Doch würde das wirklich handfeste Vorteile bringen – oder nur die Eitelkeit der sich abgehängt fühlenden Mittelhessen befriedigen? Experten sehen das unterschiedlich.

Die Deutsche Bahn prüft derzeit, die Intercity-Verbindung Stralsund – Hamburg – Karlsruhe aufzuwerten. Das teilt der Marburger SPD-Bundestagsabgeordnete Sören Bartol auf seiner Internetseite mit. Hintergrund ist, dass die Intercity-Express-Züge der ersten Generation (ICE-T) im Lauf des nächsten Jahres durch den ICE ersetzt werden sollen. Nun erwägt die Bahn unterschiedliche Szenarien zur künftigen Verwendung der Wagen. Eines davon: Die IC-Verbindung, die derzeit zwölfmal täglich verkehrt, wird hochgestuft. Das hat Birgit Bohle, Vorstandsvorsitzende der DB Fernverkehr AG, kürzlich in einem Schreiben an Bartol erläutert.

»Die Reisegeschwindigkeit würde sich damit auf 230 km/h erhöhen, die Wagen mit Klimaanlagen, kostenlosem WLAN und Bordrestaurant ausgestattet«, freut sich der Abgeordnete. Dies sei »eine tolle Nachricht« für die Region. Zugfahren werde bequemer, pünktlicher und schneller.

Bohle verweist in ihrem Brief darauf, dass Klimaanlagen, Türen und Antriebe beim etwa 15 Jahre alten ICE-T messbar zuverlässiger seien als bei den IC-Wagen, die teilweise noch aus den 70er-Jahren stammten. Sie spricht aber auch ein mögliches Problem an, nämlich teurere Fahrkarten für die Nutzer. Tarife etwa für Studenten oder Pendler müssten besprochen werden. Derzeit gilt das Semesterticket der Uni Marburg auch im IC. Inhaber einer Nahverkehr-Monatskarte können einen Aufschlag für den Intercity zahlen.

Zweifelhaft ist zudem, ob der Intercity-Express wirklich schneller wäre als der IC. Die Main-Weser-Strecke sei für Hochgeschwindigkeitsfahrten nicht geeignet, erläutert ein heimischer Fachmann. Möglich seien höchstens 160 Stundenkilometer auf einigen Abschnitten. Selbst wenn Züge mit Neigetechnik eingesetzt würden, brächte das nur einige Minuten weniger Fahrzeit.

Ein weiterer Punkt: ICEs sind nicht für die Fahrradmitnahme ausgestattet. Im IC gibt es – wie in den Nahverkehrszügen – eigene Wagen dafür. Bartol fordert die Nachrüstung mit Radabstellplätzen.

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