16. August 2018, 10:03 Uhr

Vitos-Klinik

Wie sich die Vitos-Klinik in Gießen verändern wird

Im Gießener Osten brodelt die Gerüchteküche: Wie geht es weiter mit der Vitos-Klinik? Jetzt hat die Spitze der Vitos Gießen-Marburg GmbH die Katze aus dem Sack gelassen.
16. August 2018, 10:03 Uhr
Ein Luftbild des Vitos-Areals mit der Sport- und Grünfläche (rechts), die mittel- bis langfristig einer aufgelockerten Bebauung weichen wird. In anderen Bereichen sind Abrisse, Anbauten und Umbauten geplant. Oben in der Mitte der neue Zentralbau. (Foto: Vitos)

Ein kleiner Raum im Gebäude 124 rechts hinter der Einfahrt zur Vitos-Klinik an der Licher Straße war gestern für die Pressekonferenz der gemeinnützigen GmbH reserviert. Viele Jahre werden Geschäftsführer Stefan Düvelmeyer, der Ärztliche Direktor Prof. Michael Franz, Pflegedirektor Achim Pex und Pressesprecherin Susanne Richter-Pohlig dort nicht mehr verbringen. Denn das jetzige Verwaltungsgebäude der psychiatrischen Landesklinik mit ihren 260 stationären Betten wird mittelfristig abgerissen.

Aber das ist nur ein Detail der Pläne, die die Klinik am Mittwoch der Presse und am Vortag dem Magistrat der Stadt präsentiert hat. Bis auf die Forensik der Vitos-Klinik Haina im östlichen Teil des weitläufigen Geländes sind fast alle Bereiche von Veränderungen betroffen, die Vitos bis zur Mitte des kommenden Jahrzehnts zwischen Licher Straße und Altem Steinbacher Weg umsetzen will. »Das Gelände soll mittelfristig zu einer Art Gesundheitscampus wachsen«, erklärten die Verantwortlichen.

Gleich zu Beginn stellte Geschäftsführer Düvelmeyer klar, dass es keinen Verkauf von Grundstücken an Investoren geben wird, die dann zum Beispiel auf dem Sportplatz und der Streuobstwiese, die an die Graudenzer Straße grenzen, Wohnungen hätten errichten können. »Diese Fläche wollen wir selbst entwickeln und dabei den parkartigen Charakter bewahren«, betonte Düvelmeyer.

 

Kein Verkauf von Grundstücken

In dem langen Grünzug, an dessen Enden im Moment die Fortbildungsakademie sowie die Verwaltung und die alte Cafeteria stehen, sollen in aufgelockterter Bebauung ambulante Anbieter aus den Bereichen Medizin und Gesundheit angesiedelt werden, an der Licher Straße könnte zum Beispiel eine Apotheke entstehen. Aber diese Pläne sind noch nicht konkret und werden zuletzt umgesetzt.

Priorität haben andere Maßnahmen, die laut dem Ärztlichen Direktor Prof. Franz zu einer baulichen Bündelung medizinischer Schwerpunkte wie Trauma, Depression oder Demenz führen sollen. »Früher wurde in den psychiatrischen Kliniken auf jeder Station alles gemacht, heute müssen wir Schwerpunkte bilden und für kurze Wege sorgen«, erklärte Franz. Die nächsten Schritte sind:

  • Erste Maßnahme wird der Umzug der Gerontopsychiatrie und der Psychosomatik in einen Seitentrakt des neuen Zentralsbaus sein. Dadurch wird im Gebäude 10 Platz für einen neuen Verwaltungssitz geschaffen.
  • Im Richtung Autobahn gelegenenen Gebäude 8 (derzeit Vitos Services GmbH) soll eine Reha GmbH etabliert werden.
  • Die historische Forensik, das sogenannte »Feste Haus« mit der hohen Mauer, soll in ein Gästehaus mit Übernachtungsmöglichkeit umgebaut werden und zudem ein Museum zur Geschichte der Klinik aufnehmen. Auch in der mittlerweile ebenfalls leerstehenden Institutsambulanz sollen Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen werden.
  • Die Vitos-Akademie wiederum soll vom Alten Steinbacher Weg vorne an die Licher Straße in das denkmalgeschützte Versorgungsgebäude mit dem hohen Schornstein umziehen und die Keimzelle eines Fortbildungs-Campus bilden. Die dort jetzt noch untergebrachte klinikseigene Wäscherei wird zum Jahresende geschlossen und die Dienstleistung extern vergeben.

 

Zusatzinfo

Vitos schließt sich an Kreisel an

Die Vitos-Klinik wird sich nun doch mit einer eigenen Zufahrt an den Kreisverkehrsplatz anschließen, der im Zuge des Uniausbaus am Übergang vom Alten Steinbacher Weg in die Rathenaustraße geplant ist. Diese südliche Zufahrt soll aber nur bis auf den Parkplatz der Klinik führen. »Dahinter planen wir eine Schranke, um Durchgangsverkehr zu verhindern«, sagte Vitos-Geschäftsführer Düvelmeyer. Wunsch von Vitos ist eine zweite südliche Zufahrt in Verlängerung des Alten Steinbacher Wegs, um die geplanten Gästehäuser besser anfahren zu können. Die Idee der Stadt, am Westrand des Klinikgeländes eine Durchgangsstraße zwischen Licher Straße und Altem Steinbacher Weg anzulegen, stößt bei den Vitos-Verantwortlichen auf Ablehnung.

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