29. Januar 2018, 16:08 Uhr

Erstsemester

Wie läuft der Start für »Erstis« in Gießen?

Mit Beginn ihres Studiums ziehen viele junge Menschen in eine neue Stadt. Es sind aufregende Monate. Zeit, einmal nachzufragen, wie sich die Gießener »Erstis« eingelebt haben.
29. Januar 2018, 16:08 Uhr
Im Studentenwohnheim Eichendorffring wohnen viele Studenten. (Foto: Schepp)

Von Gießen hatte ich nur durch mein Hobby Basketball schon einmal gehört«, erzählt Malte Weber . Der 19-Jährige studiert Medizin und stammt aus der Nähe von Mannheim. Als der Zulassungsbescheid kam, habe er erst einmal geguckt, wo Gießen liegt. »Dann bin ich direkt hierhergefahren und habe nach einer Wohnung gesucht«, sagt Malte.

Drei Wochen vor Semesterstart sei das nicht so einfach gewesen. Aber dann habe er eine kleine Wohnung gefunden, mit der er zufrieden sei. »Sie liegt relativ nah an der Uni«, sagt er. »Aber ganz ehrlich, ich hätte jede Wohnung genommen.« Am Alleine-Wohnen genießt Malte, frei über seine Zeit entscheiden zu können. »Ich kann in Ruhe lernen und mir meine Mahlzeiten einteilen, wie ich es brauche.« Und dank des Studiums fühlt er sich nicht einsam. »In Gießen trifft man viele sehr entspannte Leute«, sagt er. »Das fand ich gleich super sympathisch.«

 

Vorurteile nicht bestätigt

 

Auch Franziska Kary studiert seit Herbst Medizin. »Ich finde das Studium echt gut«, erzählt die 19-Jährige. »Natürlich hatte ich schon erwartet, dass es viel zu lernen ist, aber wenn man sich alles einteilt, ist es machbar.« Franziska kommt aus der Nähe von Hameln und hatte von Gießen »nicht unbedingt Gutes« gehört. Aber den Vorurteilen über die Stadt kann sie nach ihren ersten eigenen Eindrücken nur widersprechen: »Als Studienstadt ist Gießen auf jeden Fall toll. Ich habe hier gerade die beste Zeit meines Lebens. Die Stadt ist nicht zu groß, und man trifft immer wieder neue tolle Leute.«

Auch Franziskas Pferd ist mit nach Mittelhessen gezogen und jetzt in Fernwald untergebracht. Die Medizin-Studentin wohnt zurzeit alleine, aber in ein oder zwei Semestern will sie mit Freundinnen aus dem Studium eine WG gründen.

Hier trifft man viele sehr entspannte Leute

Malte Weber Erstsemester

Auch der Architektur-Student Philipp Woschitz würde gerne in eine WG umziehen. Noch mietet er ein Zimmer in Großen-Linden, aber das viele Busfahren ist ihm auf Dauer zu anstrengend. Stressig sei auch der BAföG-Antrag gewesen. »Man versteht nicht, wie die Beträge zustande kommen«, sagt Philipp. Über seinen Studiengang an der THM hatte sich der 20-Jährige aus Bindsachsen im Wetteraukreis vorab schon bei den Hochschulinformationstagen schlaugemacht.

»Bis jetzt scheint es das Richtige für mich zu sein«, sagt er. Nur in einer seiner Vorlesungen müsse er sich anstrengen, nicht einzuschlafen. »Leider sind manche Professoren nicht sehr motiviert«, sagt Philipp. Bald stehen die ersten Klausuren für ihn an, doch davon lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. Nur sein Engagement bei der Feuerwehr musste Philipp wegen des Studiums aufgeben, aber es bleibe noch genug Zeit, um oft nach Wiesbaden ins Stadion zu fahren.

»Bei meinen Hobbies hatte ich zum Glück keine großen Einbußen«, erzählt Kim Kühne . Die 19-jährige Ökotrophologie-Studentin stammt aus der Nähe von Hannover. Um wie bisher Sport treiben zu können, hat sie sich in Gießen wieder in einem Fitnessstudio angemeldet. »Nächstes Semester möchte ich außerdem gucken, ob beim Hochschulsport etwas für mich dabei ist«, sagt sie. Gießen gefalle ihr sehr gut. »Ich mag total, dass die Leute hier so offen sind. Man kann jeden ansprechen, und es wird einem immer weitergeholfen.«

Insgesamt sei ihr die Umstellung auf das Studium leichtgefallen. An das selbstständige Lernen sei sie schon durch ein Fernstudium nach dem Abitur gewöhnt gewesen, und durch die Einführungswoche habe sie gleich viele neue Freunde kennengelernt. »Auch mit der ersten besichtigten WG hat es direkt geklappt«, sagt Kim. Nur richtig feiern könne man in Gießen nicht. »Die meisten Clubs liegen eher außerhalb«, sagt Kim. »Die besten Partys sind die Haus- und WG-Partys.«

 

Alte Freunde, neue Stadt

 

»Mir kam Gießen zuerst ziemlich groß vor«, erzählt Johannes Merz . »Dann hat die Stadt aber schnell etwas Vertrautes bekommen.« Der 19-Jährige ist für sein Wirtschaftsstudium von Büdingen nach Gießen gezogen. In der Einführungswoche habe er viele seiner neuen Freunde kennengelernt. »Zum Teil studieren aber auch alte Freunde hier in Gießen das Gleiche wie ich«, sagt Johannes. Er ist in einer Zweier-WG untergekommen, fährt am Wochenende aber nach Hause, um seine Familie zu sehen. Außerdem nimmt er in Büdingen weiter an einem Tanzkurs teil. Vor der Wahl des Studienorts habe er verschiedene Unis verglichen, erzählt Johannes. »Der Ruf der Universität war mir wichtig.« Mit seiner Entscheidung für Gießen ist er bisher sehr zufrieden. »Das Studium entspricht genau meinen Erwartungen.«

Zusatzinfo

Neue App »BAföGdirekt«

Die App »BAföGdirekt« macht Anträge zum Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) oder dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (»Aufstiegs-BAföG«) nun auch per Smartphone und Tablet möglich. Damit lässt sich das zuständige Amt ermitteln und direkt per Anruf oder E-Mail kontaktieren. Auch einen Routenplaner zur Besucheranschrift beinhaltet die App. Eine wichtige neue Funktion ist die direkte Übermittlung von Dokumenten: Antragstellende können Unterlagen wie deren Kontoauszüge oder Steuerbescheide der Eltern mit ihrem Gerät fotografieren und direkt an das zuständige Amt übermitteln. Bisher mussten die Dokumente dafür eingescannt und hochgeladen werden. Auch über den Stand der Antragsbearbeitung gibt es Auskunft. Die App kann im AppStore und dem PlayStore kostenlos heruntergeladen werden. (pm)

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