17. Juli 2013, 20:28 Uhr

Wetterstation-Haus steht seit fünf Jahren leer

Gießen (kw). Was, das steht immer noch da? Das denken nicht nur manche Gießener, die in der Nähe des Oberen Hardthofs unterwegs sind und dabei das ehemalige Gebäude der Gießener Wetterstation entdecken.
17. Juli 2013, 20:28 Uhr
Zwischen dem Evangelischen Krankenhaus und dem Gleiberg errichtete der Deutsche Wetterdienst 2005 das Holzgebäude, das seit 2008 nicht mehr genutzt wird. (Foto: Schepp)

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) als Besitzer würde sich wünschen, das seit fast fünf Jahren leerstehende Holzhaus endlich abbauen zu können. Für das Gelände, auf dem es sich befindet, werde nämlich Pacht bezahlt, sagte ein DWD-Sprecher auf Anfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung. Zwei Umzugspläne für die mobile Konstruktion sind gescheitert; nun ist Falkenberg in Brandenburg als nächster Standort im Visier.

Im September 2008 wurde die Gießener Wetterstation von »Augenbeobachtung« auf vollautomatische Datenerfassung umgestellt. Dafür braucht man nur noch ein Messfeld, aber kein festes Domizil mehr. Sechs Arbeitsplätze fielen weg. Gelegentlich sieht ein Mitarbeiter nach dem Rechten. Das 180 Quadratmeter große »Modulhaus« steht seitdem leer. Um Lager-Logistik zu vermeiden, wurde es stehengelassen und wartet bisher vergeblich auf seinen nächsten Einsatz.

Vor zwei Jahren hatte der DWD eine Versetzung des Gebäudes nach Cottbus angekündigt. Dort wurde es aber dann doch nicht mehr benötigt. Denn die Station ereilte das gleiche Schicksal wie zuvor die in Gießen. Wegen kurzfristiger personeller Veränderungen sei die Umstellung dort früher als geplant erfolgt, so der Sprecher.

Für Wetter-Interessierte viel attraktiver ist der nun ins Auge gefasste künftige Standort. Die Station in Tauche-Falkenberg ist eine Außenstelle des 1905 gegründeten Meteorologischen Observatoriums Lindenberg 50 Kilometer südöstlich von Berlin. Deutschlandweit betreibt der Deutsche Wetterdienst nur zwei derartige Einrichtungen. In Lindenberg – wo es im Übrigen auch ein Wettermuseum gibt – erforschen Wissenschaftler vor allem die Erdatmosphäre; in Falkenberg werden unter anderem Bodentemperatur, Windrichtung und Luftdrucks erfasst.

Möglicherweise Anfang des nächsten Jahres könne das Gebäude umziehen, hofft man beim DWD. Die extra leichte Ständerkonstruktion könne ohne allzu großen Aufwand zerlegt und per Lkw transportiert werden.

Mit Bedacht hatte der Wetterdienst dieses mobile Gebäude gewählt, als im Jahr 2005 ein Haus für den neuen Standort gebraucht wurde. Denn schon damals zeichnete sich das Sparkonzept »2010 plus« ab, bei dem insgesamt 36 Stationen in Deutschland auf Automatik umgestellt wurden.

Auf die Hochfläche am Rande Gießens – genau genommen auf Wettenberger Gemarkung – musste die Einrichtung vor acht Jahren umziehen, weil die Messbedingungen am Traditionsstandort Liebigshöhe nicht mehr den internationalen Normen entsprachen. Unter anderem waren Bäume in der direkten Umgebung zu groß geworden. Die alte Wetterwarte ist heute Sitz der Volkshochschule.

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