01. Februar 2017, 11:00 Uhr

US-Depot

Weit über 1000 Arbeitsplätze sollen entstehen

Im ehemaligen US-Depot sind bald 80 Prozent der Flächen vermarktet. Eigentümer Daniel Beitlich spricht von einer Erfolgsstory.
01. Februar 2017, 11:00 Uhr

An der Hauptzufahrt und entlang der im Bau befindlichen Erschließungsstraße baumeln bunte Luftballons als Wegweiser. »Da ist bestimmt gerade wieder jemand eingezogen und feiert ein bisschen«, sagt Daniel Beitlich. Den Überblick hat der Geschäftsführer der Revikon GmbH über sein bisher größtes Projekt zwar noch nicht verloren, aber die Geschwindigkeit, mit der Unternehmen im Gewerbegebiet »Alter Flughafen« momentan Flächen und Gebäude kaufen oder sich dort einmieten, ist atemberaubend.

 
Fotostrecke: Rundgang übers US-Depot

Am besten also erst einmal setzen, ehe es Zahlen hagelt. Beitlich zählt zusammen und kommt auf 45 000 Quadratmeter Nutzfläche, »die wir schon ans Netz gebracht haben«. 11 000 werden als Lager genutzt, 13 000 für Produktion, davon entfallen 10 000 auf den Tucker-Neubau. Weitere 20 000 auf Verwaltung und Büros. Dazu gehören auch das Bundesamt für Migration und das Regierungspräsidium mit der HEAE, aber nicht die Unterbringungsgebäude für die Flüchtlinge. Firmen wie Vorwerk oder Würth sind mit Verwaltungseinheiten vor Ort, aus der Fröbelstraße zieht der Hessische Verwaltungsschulverband ins Depot um. Zudem lägen der Stadt momentan vier Neubauanträge von Firmen vor, drei weitere Grundstücke seien reserviert.

»Dann haben wir einen Vermarktungsstand von 80 Prozent erreicht. Das ist phänomenal«, stellt Beitlich fest. Die Zahl der Arbeitsplätze, die hier einmal entstanden sein werden, schätzt der Gießener auf »weit über 1000«.

Beim anschließenden Rundgang wird deutlich, was Revikon bedeutet. Hinter der Hauptzufahrt türmen sich Berge aus Geröll. Hier wird Bauschutt aus Abrissarbeiten aufbereitet, um ihn bei den Straßenbauarbeiten zu verwenden. Wieder Zahlen: »Die innere Erschließung des Gebiets kostet alles in allem rund 20 Millionen Euro«. 18,50 Meter breit wird die Hauptachse inklusive Radweg, der bis nach Rödgen führen wird. Richtung Rudolf-Diesel-Straße revitalisiert Beitlich spektakulär. In der 1936 von der Nazi-Luftwaffe errichteten Motorenwerft, wo einst die Antriebe der Heinkel-Bomber gewartet wurden, die später Tod und Zerstörung bis nach London und Stalingrad trugen, werden Büros und Loftwohnungen in einem Boxensystem entstehen. Dahinter werden zwei weitere Bestandsgebäude bereits von einem Ingenierbüro und einer Zahnarztpraxis genutzt.

Und weiter geht es durch den Baustellenschlamm zu einem Lieblingsprojekt des Investors. Die Rede ist vom früheren Flugüberwachungsgebäude, in dem die Amerikaner später ihre Feuerwehr untergebracht hatten. Beitlich schmunzelt: »Zum Geld verdienen ist das nichts.« Eigentlich war es nicht mehr zu retten, aber die Rundungen im Bauhausstil taten es dem Revikon-Chef an. Geologen werden dort nun arbeiten. Vorbei an der großen Baustelle für den neuen Feuerwehrstützpunkt geht es auf die andere Seite des Geländes. Im Vorbeigehen zeigt Beitlich auf einen größeren Bauplatz: »Hier siedelt IMT aus Heuchelheim.«

Auf einer kleinen Anhöhe thront das eingerüstete Empfangsgebäude des früheren Gießener Flughafens. Noch in diesem Jahr soll das bekannteste Sanierungsobjekt des US-Depots fertiggestellt werden. Das Gebietsbüro der Revikon wird im Obergeschoss residieren, das frühere Café im Erdgeschoss den Firmen des Gewerbegebiets für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. »Allein für das Dach haben wir vier Monate gebraucht«, erzählt Beitlich. Mit an Bord sei mittlerweile der Licher Bauhistoriker Hanno Born, »der ganz tolle Ergebnisse« zutage gefördert habe, die nun auch eine farbentreue Fassadengestaltung ermöglichten.

In etwa einem Jahr werden sich die Gießener davon selbst überzeugen können. Mit dem Abschluss der Erschließungsarbeiten wird das Gewerbegebiet – mit Ausnahme der HEAE – »komplett geöffnet«. Für Beitlich wahrscheinlich nur eine Zwischenstation. Hinter ihm stehen aufgereiht die Container-Lkw vor den Hallen des Güterverteilzentrums AAFES. Ende März macht die US-Armee hier endgültig Feierabend. Wenn danach keine Bundesbehörde den Finger hebt, warten weitere knapp 70 Hektar auf Vermarktungsideen. Gut möglich, dass sie wieder von Daniel Beitlich kommen.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Arbeitsplätze
  • Büros
  • Daniel Beitlich
  • Fassadengestaltung
  • Geologen
  • Gewerbegebiete
  • Gießen
  • Burkhard Möller
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 8 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.