05. September 2018, 22:16 Uhr

Waldstraße ist nicht vom Tisch

Die Stadt hat den ersten großen Teilplan für die bauliche Neuordnung der Uni-Geisteswissenschaften an der Rathenaustraße abgeschlossen. Wie der »Campus der Zukunft« vom Durchgangsverkehr entlastet werden soll, ist aber unklar. Die Idee eines Zubringers durch den Schiffenberger Wald könnte für Streit in der Koalition sorgen.
05. September 2018, 22:16 Uhr

Für Planungsdezernent Peter Neidel war es ein Routinevorgang, als er am Dienstag in der turnusgemäßen Pressekonferenz des Magistrats den Abschluss der Planung »Altenfeld« zur baulichen Neuordnung des Philosophikums I verkündete. Tatsächlich ist aber nichts Routine beim großen Umbau der Geisteswissenschaften der Justus-Liebig-Universität, die sich auf beiden Seiten der Rathenaustraße, wo seit Monaten die Bagger rollen, neu sortieren werden.

Bereits drei große Anwohnerversammlungen und viele Diskussionen vor allem um die künftige Verkehrsführung hat es gegeben. Letztlich setzten sich die CDU und ihr Stadtrat durch: Statt einer gemischten Verkehrsfläche (shared space) wird die Rathenaustraße im Bereich des Campusplatzes, der während des Semesters künftig jeden Tag von tausenden Studierenden gequert werden wird, als Straße erkennbar bleiben. Der Pkw-Verkehr erhält – bei Tempo 30 – Vorrang. »Dass die Rathenaustraße durchfahrbar bleibt, stand ja zu keinem Zeitpunkt infrage. Auch die Universität wollte das«, erklärte Neidel.

Folgerichtig hat das Planungsamt im Zuge der letzten Offenlegung der Planung »Altenfeld« auch einige Einwendungen von Anwohnern des Ostpreußenviertels und des Alten Steinbacher Wegs, die sich wünschen, dass die Rathenaustraße nur noch für Busse durchfahrbar bleibt, zurückgewiesen.

Indes sucht nun Neidel nach Lösungen, den Durchgangsverkehr zu reduzieren. »Am liebsten wäre es uns, wenn ein Teil des Verkehrs erst gar nicht in die Stadt fährt«, erklärte Neidel. Prüfen lässt er deshalb unter anderem eine Zubringerstraße, die vom Südende der Rivers Automeile durch den unteren Schiffenberger Wald, unter der Autobahn hindurch, zum Parkplatz des Philosophikums II führen würde. Haken an der Sache: Die Trasse verläuft etwa 200 Meter auf dem Hauptspazierweg, der in Verlängerung des Alten Steinbacher Wegs zum Schiffenberg führt. »Mit dieser Idee kann ich mich überhaupt nicht anfreunden«, sagte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) in der Pressekonferenz. Die OB, die dort selbst regelmäßig joggt, ahnt, dass es wohl einen Sturm der Entrüstung geben würde, sollte dieser Plan weiterverfolgt und konkreter werden. Noch würden mehrere Entlastungsvarianten geprüft, betonten Neidel und Grabe-Bolz dann gemeinsam.

Vitos-Klinik spielt nicht mit

Eine Variante hat sich vorerst zerschlagen, denn die Vitos-Klinik will nun selbst ihre freien Flächen gegenüber der Graudenzer Straße überplanen; Platz für eine Verbindungsstraße zwischen Alter Steinbacher Weg und Licher Straße bleibt da nicht. Vielmehr hat die Klinik Interesse daran, sich nun doch mit einer Parkplatzzufahrt an den Kreisverkehr anzuschließen, der am Übergang zwischen Rathenaustraße und Altem Steinbacher Weg entstehen soll. Denn hinter der dortigen Kurve liegt das größte Parkareal der Vitos-Klinik. Diese Idee wiederum schmeckt der Stadt nicht, weil das zu einer zusätzlichen Belastung der Rathenaustraße führen würde.

Ein Gutachten geht davon aus, dass der Campusplatz im Zuge der Rathenaustraße künftig in der mittäglichen Spitzenzeit stündlich von 600 Pkw und 20 Bussen/Lkw durchfahren und von 1100 Fußgängern gequert werden wird.

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