Grundstücksverkäufe

Wächst Ostpreußenviertel? Vitos hält sich bedeckt

Seit Wochen halten sich Gerüchte, wonach die Vitos-Klinik Flächen im Ostpreußenviertel verkaufen will. Jetzt hat auch die Stadt dazu Stellung genommen.
15. Mai 2018, 16:00 Uhr
Blick über die Sportanlagen der Vitos-Klinik Richtung Philosophikum I. (Foto: Schepp)

Seit Wochen macht das Gerücht die Runde im Ostpreußenviertel, bei der Informationsveranstaltung der Universität Ende April zum Umbau des Campus Philosophikum sprach es ein Anwohner auch aus: »Es ist doch bekannt, dass Vitos Fläche verkaufen wird.« Doch bei der Vitos Gießen-Marburg GmbH, die die psychiatrische Landesklinik an der Licher Straße betreibt, hält man sich bedeckt. Das Verfahren zur »langfristig ausgerichteten baulicher Zielplanung am Standort Gießen« sei ein laufender Prozess, sodass es noch »keine konkreten Pläne oder Entscheidungen gibt«, teilte Vitos-Sprecherin Martina Garg auf Anfrage mit.

Es geht um den Geländestreifen am westlichen Ende des Klinikgeländes, der an die Graudenzer Straße grenzt. Dort befinden sich ein Fußball- und ein Tennisplatz sowie eine Streuobstwiese. Richtung Alter Steinbacher Weg ist das Gelände mit der Vitos Akademie bebaut, auf der anderen Seite befinden sich die frühere Caféteria und ein klinikinternes Appartementhaus. Nach Angaben von Anwohnern hatten Vitos-Mitarbeiter ihnen gegenüber geäußert, dass die Caféteria nicht mehr benötigt und das Grundstück verkauft werde. Daher wird im Ostpreußenviertel gemutmaßt, dass es zu einer Wohnbebauung entlang der bislang nur einseitig bebauten Graudenzer Straße kommt.

Vitos hatte in den letzten Jahren mit riesigem Investitionsaufwand große Neubauvorhaben auf dem Gelände verwirklicht. Mit der Errichtung des Neubaus gelte es, die Nutzung des Gebäudebestands an die sich verändernden Anforderungen der auf dem Gelände befindlichen unterschiedlichen Einrichtungen anzupassen, erklärte Vitos-Sprecherin Garg. Anfragen externer Investoren würden in diesem Zusammenhang in die Gesamtbetrachtung einbezogen.

Klar ist: Sollte an dieser Stelle eine Wohnbebauung erwogen werden, müsste die Stadt einen Bebauungsplan aufstellen und den städtischen Flächennutzungsplan, der für das Kliniksgelände einen »Gemeinbedarf« definiert, ändern. Zudem müsste der Verlust der Streuobstwiese naturschutzrechtlich ausgeglichen werden. Aber Gespräche in diese Richtung gab es laut Stadt bislang nicht. Magistratssprecherin Claudia Boje erklärte gegenüber der GAZ: »Wir warten auf ein Gesamtkonzept von Vitos für die gesamte Anlage. Das liegt nicht vor.«

Zuletzt hatte es Vitos abgelehnt, sich an den Kreisverkehr anzuschließen, der im Zuge der Campusplanung die Kurve am Übergang vom Alten Steinbacher Weg in die Rathenaustraße ersetzen wird. Die Klinik befürchtete – wohl nicht zu Unrecht – Durchgangsverkehr zur und von der Licher Straße.

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