22. Februar 2010, 20:52 Uhr

Universität trauert um Professor Stefan Hormuth

Gießen (si). Die Justus-Liebig-Universität trauert um ihren ehemaligen Präsidenten Prof. Stefan Hormuth. Er starb am Sonntag nach schwerer Krankheit, wie die Hochschule am Montag mitteilte. Hormuth leitete die Gießener Universität von 1997 bis vergangenen Dezember.
22. Februar 2010, 20:52 Uhr
Prof. Stefan Hormuth (1949-2010), hier beim AZ-Interview vor 14 Monaten. (Foto: Schepp)

Gießen (si). Die Justus-Liebig-Universität trauert um ihren ehemaligen Präsidenten Prof. Stefan Hormuth. Er starb am Sonntag nach schwerer Krankheit, wie die Hochschule am Montag mitteilte. Hormuth leitete die Gießener Universität von 1997 bis vergangenen Dezember. Kurz vor Weihnachten war er - wenige Tage nach seinem 60. Geburtstag - bei einer bewegenden Feier in der Uni-Aula verabschiedet worden.

Hormuth hatte in Heidelberg und in Austin/Texas Psychologie studiert und das Diplom bzw. den Ph. D. erworben. In Heidelberg erhielt er nach der Habilitation (1987) auch seine erste Professur. An die Justus-Liebig-Universität kam er erstmals 1990, bis 1993 lehrte er hier Sozialpsychologie. Es folgten vier Jahre als Hochschullehrer an der Universität Dresden und dann im Dezember 1997 die Rückkehr an die JLU als Universitätspräsident. 2003 wurde Hormuth mit großer Mehrheit wiedergewählt. Auf eine dritte Amtszeit hatte er aus persönlichen Gründen verzichtet. Als er diese Entscheidung im Dezember 2008 bekanntgab, wusste er noch nichts von seiner schweren, besonders heimtückischen Krebserkrankung, die wenig später völlig überraschend diagnostiziert wurde.

Wann immer es sein Gesundheitszustand zuließ, nahm Hormuth auch dann noch einen Teil der Amtsgeschäfte wahr. Bei der Feier zum Wechsel an der Universitätsspitze im Dezember trat er das letzte Mal öffentlich auf.

Über seine Tätigkeit als Universitätspräsident hinaus hatte sich Hormuth auch in anderen Funktionen einen Namen gemacht. National und international bekannt wurde er (ab 2001) als Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz und dann (seit 2008) als Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Dieses Ehrenamt hätte er in den nächsten Jahren, als erster in der DAAD-Geschichte, hauptamtlich übernehmen sollen.

Hormuth wurde vielfach geehrt. Er war Fellow der American Fulbright Society und Mitglied der deutschen Fulbright Kommission. Im Dezember verlieh ihm die russische Universität Kazan - Partnerhochschule der JLU - die Ehrendoktorwürde. Die Gießener Universität erinnerte gestern daran, dass Hormuth »die Internationalisierung stets zu seiner Mission gemacht« und sich »bis zuletzt für die Belange der Justus-Liebig-Universität eingesetzt« habe. »Die JLU ist dankbar, dass sie zwölf Jahre lang einen überaus engagierten und kompetenten Präsidenten an der Spitze des Präsidiums hatte. Seine Menschlichkeit, große Hilfsbereitschaft und enorme Schaffenskraft bleiben unvergessen«, heißt es in der Mitteilung.

Hormuth hinterlässt neben seiner Frau einen elfjährigen Sohn. Die Familie lebte zuletzt in Hormuths Geburtsstadt Heidelberg, hier soll der frühere Präsident auch beerdigt werden. Die Trauerfeier wird am kommenden Samstag um 10 Uhr in der St. Raphael-Kirche in Heidelberg-Neuenheim stattfinden. Die Beisetzung erfolgt anschließend im engen Familien- und Freundeskreis.

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